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Neue Kita in Rönsahl mit Startproblemen

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Von: Johannes Becker

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Auch, wenn die alte Kindertagesstätte in Rönsahl nur noch ein Jahr genutzt wird, sollen es die Kinder schön haben. Deshalb werden nun noch einmal die Räume gestrichen.
Auch, wenn die alte Kindertagesstätte in Rönsahl nur noch ein Jahr genutzt wird, sollen es die Kinder schön haben. Deshalb werden nun noch einmal die Räume gestrichen. © Becker, Johannes

So hatte sich Kristian Hamm den Start in Rönsahl nicht vorgestellt. Statt mit dem Renovieren der Gebäude beginnen zu können, müssen nun erst einmal die Hinterlassenschaften des letzten Betreibers beseitigt werden. Und mittlerweile sieht es auch gar nicht gut aus für den Start in einem „neuen“ Gebäude an der Straße Vor dem Isern, der in ziemlich genau einem Jahr vollzogen werden sollte (siehe Info-Kasten).

Rönsahl - „Uns war vom Kirchenkreis gesagt worden, dass die Kindertagesstätte komplett ausgeräumt wird. Deshalb haben wir angenommen, ein nahezu leeres Gebäude vorzufinden, in dem wir die Räume neu streichen und unsere Möbel aufstellen können“, sagt Kristian Hamm, Leiter der Firma Sentiris, die die Kita übernommen hat und anstelle der Kirche weiterbetreiben möchte.

Die Kirchengemeinde selbst, die Eigentümerin der Immobilie an der Straße Am Stade ist, scheute die Investitionen ins Gebäude, um in diesem einen Betrieb in der Zukunft sicherstellen zu können. Neben Reparaturen am Dach hätte die Immobilie auch erweitert werden müssen. „Es fehlen derzeit ein Bewegungsraum, ein Schlaf- und Ruheraum, ein Personalraum und auch ein Nebenraum für die kleineren Kinder“, erzählt Hamm. Auch sein Unternehmen möchte an der alten Stelle nicht weitermachen. Hamm: „Wir sind aber sehr froh, dass die Kirchengemeinde uns das Gebäude noch für ein Jahr überlassen hat.“

Bereits vor der Eröffnung kam das neue Erzieherinnenteam zusammen: Yvonne Wieler-Kohl, Vanessa Schlöter, Christiane Brenke, Lena Ronge, Jennifer Weber, Nadine Becker. Es fehlt: Anna Vollmann (von links).
Bereits vor der Eröffnung kam das neue Erzieherinnenteam zusammen: Yvonne Wieler-Kohl, Vanessa Schlöter, Christiane Brenke, Lena Ronge, Jennifer Weber, Nadine Becker. Es fehlt: Anna Vollmann (von links). © Privat

Und auch, wenn es nur ein Jahr ist, Hamm wollte die alten Räume nicht so lassen, wie sie sind. Deshalb sollten am Montag die Maler anrücken, am Mittwoch sollten dann die Möbel an ihren neuen Platz kommen und am Donnerstag sollte der Betrieb starten. „Man sagt immer, der Raum ist der zweite Erzieher. Deshalb soll alles schön und freundlich aussehen, wenn die Kinder kommen“, so Hamm. Doch durch die Hinterlassenschaften des Betreibers, der, wie Hamm es ausdrückt, all das dagelassen hat, was keinen Wert mehr darstellt und sowieso weggeworfen werden muss, verzögert sich nun alles. So türmen sich in den Schränken alte zerfledderte Bücher, in den Gruppenräumen stehen beschädigte alte Möbel und in einem Nebenraum türmt sich Zurückgelassenes in Regalten vom Boden bis zur Decke.

Dazu noch die Spielgeräte und Möbel, die der Förderverein in den vergangenen Jahren angeschafft hatte und deren Verbleib in der Einrichtung abgesprochen war. Der Förderverein, so Hamm, werde auch zukünftig die Einrichtung unterstützen, „wofür ich sehr dankbar bin“.

Knapp acht Wochen hatte Sentiris Zeit, neue Möbel zu beschaffen. Möglich wurde das durch die Zusage des Unternehmens „Möbel 4 Kitas“, das am Dienstag mit einem Lkw vor dem Gebäude stand, um all das auszuladen, was für einen Kindergartenbetrieb unerlässlich ist.

Die Verzögerungen sorgen auch dafür, dass die versprochene Notbetreuung einiger Kinder, die an diesem Donnerstag starten sollte, nicht in der Einrichtung stattfinden kann. Dass die Kinder nun überhaupt betreut werden, ist der Elterninitiative der Kita Regenbogen in Rönsahl zu verdanken, die ihre Räume zur Verfügung stellt. Möglich ist das, weil sich die Kita Regenbogen noch in den Ferien befindet.

Auch, wenn die alte Kindertagesstätte in Rönsahl nur noch ein Jahr genutzt wird, sollen es die Kinder schön haben. Deshalb werden nun noch einmal die Räume gestrichen.
Auch, wenn die alte Kindertagesstätte in Rönsahl nur noch ein Jahr genutzt wird, sollen es die Kinder schön haben. Deshalb werden nun noch einmal die Räume gestrichen. © Becker, Johannes

Geht es in dem alten Gebäude wieder richtig los, dann kümmern sich insgesamt sechs Kräfte um die 45 Kinder, von denen sechs jünger als drei Jahre sind. Die Betreuung findet montags bis freitags von 7 bis 16 Uhr statt. Die Eltern können innerhalb dieses Zeitrahmens verschiedene Stundenkontingente buchen.

Vier Erzieherinnen hätten bislang bei dem alten Träger gearbeitet und sich bei Sentiris beworben, berichtet Hamm. Zwei weitere Mitarbeiterinnen würden neu hinzukommen – und dann gebe es noch eine Reinigungskraft. Letztgenannte kann dann auf das Ergebnis einer Fachfirma aufbauen, die für Samstag bestellt wurde, um eine Grundreinigung durchzuführen und dabei auch den alten und abgelaufenen Böden wieder zu etwas Glanz verhelfen soll.

Doch nicht nur die Räume bekommen einen neuen Anstrich, auch bei der Betreuung wird sich einiges ändern. Los geht das schon bei der Versorgung. Das Mittagessen wird auch zukünftig von einem Caterer aus Halver geliefert, doch nun wird es auch ein Frühstücksbüfett geben, an dem sich die Kinder bedienen können und das ein gemeinsames Frühstück von Kindern und Erzieherinnen ermöglicht.

Wohin zieht die neue Kita in einem Jahr?

Die neue Kita nimmt ihren Betrieb in dem alten Gebäude auf. Eigentlich nur eine Zwischenlösung, bis das neue Kindergartengebäude an der Straße Vor dem Isern fertiggestellt sein sollte. Doch dagegen spricht derzeit einiges. Nach Informationen der Meinerzhagener Zeitung gibt es Uneinigkeit zwischen Investor, Betreiber und Stadt über die Höhe der zu entrichtenden Miete. Kristian Hamm, Geschäftsführer der Firma Sentiris, sagt nur: „Wir hoffen nur, dass wir im Herbst Klarheit haben, wo die neue Kindertagesstätte entsteht und wo wir in einem Jahr hingehen.“ Und auch Bürgermeister Olaf Stelse hält sich bedeckt. „Es läuft nicht rund, so viel kann ich sagen. Es gibt Probleme zwischen dem Bauherrn und dem Betreiber. Wir suchen aber nach Wegen, wie wir das hinkriegen und hoffen, dass es bei dem Standort bleibt.“ Dass er sich aber nicht nur auf eine Einigung verlässt, zeigt auch, dass Stelse nach MZ-Informationen in dieser Woche mit Baufirmen und Investoren im Gespräch war, um eine andere Lösung zu finden. 

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