Neue Kindertagesstätte der Arbeiterwohlfahrt soll Ende des Monats ihren Betrieb aufnehmen

Bullerbü liegt jetzt in Kierspe

Links ist die neue Turnhalle zu sehen, die zukünftig über flexible Wände von dem umgebenden Raum abgetrennt werden kann.
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Links ist die neue Turnhalle zu sehen, die zukünftig über flexible Wände von dem umgebenden Raum abgetrennt werden kann.

Ein neues Gebäude, neue Mitarbeiter und ein neuer Name. Es ändert sich gerade vieles bei der Awo in Kierspe. Doch es hat auch etwas Bestand, was eigentlich schon der Vergangenheit angehören sollte.

Derzeit laufen die letzten Arbeiten, die noch notwendig sind, um die neue Kindertagesstätte an der Dr.-Hans-Wernscheid-Straße nutzen zu können, die die Kita an der Straße Haunerbusch ersetzen soll. Ursprünglich war geplant, dass die neue Einrichtung im Oktober des vergangenen Jahres bezogen werden sollte. Doch diesem Plan machte Corona einen Strich durch die Rechnung. Dann sollte es Mitte Februar dieses Jahres werden – und jetzt wird es wohl noch bis zum Ende des Jahres dauern. Es fehlen noch Brandschutztüren – und bevor diese Ende Februar eingebaut werden, kann die neue Tagesstätte nicht genutzt werden. Für die Mitarbeiter ist der genaue Einzugstermin aber auch nicht so entscheidend, denn von den 67 Kindern, die normalerweise die Kindertagesstätte Liederwiese an der Straße Haunerbusch besuchen, sind derzeit nur 15 bis 20 anwesend, die im Rahmen einer sogenannten Notbetreuung die Tagesstätte nutzen. Die anderen Kinder, die die neue Tagsstätte besuchen sollen, kommen sogar erst im Sommer. Denn das neue Gebäude bietet Platz für sechs Gruppen und 107 Kinder. Ursprünglich war geplant, fünf Gruppen und eine Gruppe für Kinder mit heilpädagogischem Bedarf einzurichten. „Das wird es aber so jetzt nicht geben, wir werden die Kinder inklusiv in den anderen Gruppen betreuen“, erklärt Anke Holthaus, die derzeit die Einrichtung am Haunerbusch leitet und zukünftig auch die neue Tagesstätte übernehmen wird. Diese bekommt auch einen neuen Namen. Statt Liederwiese heißt sie dann Bullerbü, benannt nach einem Kinderbuch von Astrid Lindgren. „Wir haben uns bei dem Inhaber der Namensrechte erkundigt und dürfen uns nun so nennen“, so Holthaus. Entschieden haben sich die Mitarbeiter der Einrichtung für diesen Namen, da er besser zu einer Literaturkita, als diese die Awo-Einrichtung zertifiziert ist, passe. „Wir fanden aber auch den Namen Liederwiese etwas altbacken“, so die Leiterin.

Die neue Kindertagesstätte bietet Platz für sechs Gruppen und mehr als 100 Kinder. Diese Aufnahme entstand im August 2020.

Während sich im alten Gebäude am Haunerbusch der Betrieb auf vier Etagen verteilte, gibt es jetzt nur noch zwei, die vor allem eines bieten: viel Platz. Zu erreichen ist das Obergeschoss nicht nur über eine Treppe sondern auch über einen Aufzug, der für Barrierefreiheit sorgt. Lichtdurchflutete Flure führen zu den großzügigen Gruppenräumen, die neben dem Hauptraum immer über einen Nebenraum verfügen und teilweise, je nach Alter der betreuten Kinder, auch noch über einen Schlafraum. In jedem Gruppenraum gibt es eine eigene Küchenzeile, die sicher nicht nur beim gemeinsamen Frühstück genutzt wird. Das Mittagessen für die ganztags betreuten Kinder kommt allerdings auch zukünftig von einem Caterer.

Vor den Gruppenräumen finden sich Garderoben, die mit Wänden vom Flur getrennt werden. Ursprünglich sollten diese Wände bis unter die Decke führen, jetzt werden sie aber nur bis zur Mitte der Raumhöhe errichtet. Das war ein Wunsch der Mitarbeiterinnen, um einen möglichst offenen Charakter des Hauses zu erhalten – und nicht der einzige Wunsch, bei dem der Bauherr auf die Anliegen des Betreibers einging. Holthaus: „Wir sind ja so zufrieden mit dem Investor. An vielen Stellen konnten wir unsere Ideen vorbringen, die dann auch umgesetzt wurden.“ Als Beispiel nennt sie Bodenbeläge und Wandfarben.

Wir sind ja so zufrieden mit dem Investor. An vielen Stellen konnten wir unsere Ideen vorbringen, die dann auch umgesetzt wurden.

Anke Holthaus, Einrichtungsleiterin

Während es im Obergeschoss sogar Balkone gibt, die einen Austritt ermöglichen, befinden sich im Untergeschoss Türen, die zum großen Außengelände führen. Davor gibt es sogar eine „Schleuse“, in der die Gummistiefel an- und ausgezogen werden können.“

Im Moment wäre diese Möglichkeit auch mehr als sinnvoll, denn dort, wo später die Spielgeräte, inklusive Wasserpumpe, Matschplatz, Klettergerüst und großer Rutsche stehen werden, finden sich derzeit nur planierte Flächen auf unterschiedlichen Niveaus. Es wird wohl noch ein bisschen dauern, bis von dem noch einzuzäunenden Gelände Kinderlachen zu hören ist.

Die sanitären Anlagen wurden in ihrer Höhe ihren Nutzern angepasst.

Doch auf Toben müssten die Kinder auch jetzt nicht verzichten, denn dafür steht im Haus eine Turnhalle zur Verfügung, die mit flexiblen Wänden zum übrigen Raum abgetrennt wird. Werden die Wände geöffnet, steht ein großer zentraler Raum – man könnte sagen, eine kleine Halle – zur Verfügung.

Ursprünglich war geplant, nach dem Umzug vom Haunerbusch an die Wernscheid-Straße den alten Standort aufzugeben. Doch das wird nun nicht der Fall sein. „Aufgrund der vielen Kinder, die einen Kita-Platz benötigen, wird der alte Standort als siebte Gruppe unserer Einrichtung mir 20 Kindern noch bis mindestens 2023 betrieben“, sagt Holthaus.

Neue Tagesstätte wird von der Awo gemietet

Die Awo MärkischerKreis/Hagen ist nicht selbst Bauherr, sondern wird das neue Gebäude von der Firma LMD Immobilien, die ihren Sitz in Kirchhundem hat, mieten. Die Kita, die in ihrem Inneren eine Nutzfläche von 1700 Quadratmetern bietet, steht auf einem rund 5000 Quadratmeter großen Grundstück und hat damit viel Platz für ein gestaltetes Außengelände mit Spielplatz. In den sechs Gruppen werden später 107 Kinder von 33 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern (viele in Teilzeit) betreut. Möglich ist es dann auch, Kinder im Alter von mindestens vier Monaten zu betreuen. Allerdings liegen für solch kleine Kinder derzeit keine Anmeldungen vor. Die Jüngsten, die bislang angemeldet wurden, sind ein Jahr alt. Neben den Bauarbeitern, die derzeit die

letzten Arbeiten erledigen, sind auch schon viele der neuen Mitarbeiterinnen im Gebäude, um die neuen Gruppenräume einzurichten. Einige der Mitarbeiterinnen werden aber auch noch bis mindestens 2023 am alten Standort benötigt, um dort 20 Kinder zu betreuen.

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