Arbeiten im Naturpark Sauerland-Rothaargebirge aufgenommen

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Der Naturpark Sauerland-Rothaargebirge findet im westlichen Teil seinen Abschluss mit Kierspe, Rönsahl und Halver. Durch die Zusammenlegungen der Naturparks Homert, Ebbegebirge und Rothaargebirge entstand der neue Park.

Kierspe - Der Startschuss ist gefallen: Die Verantwortlichen des im April gegründeten Vereins Naturpark Sauerland-Rothaargebirge haben nun ihre Arbeit aufgenommen. Auch Kierspe liegt im Gebiet des nunmehr 3763 Quadratkilometer umfassenden Naturparks und wird in die aufkommenden Planungen involviert.

Im Rahmen einer Informationsveranstaltung für die Tourismusorganisationen, die Vertreter der Kreise und die Bürgermeister der heimischen Kommunen wurde die zukünftige Aufgabenteilung koordiniert und ein Ausblick auf kommende Projekte gegeben. An dieser Veranstaltung nahmen auch die drei vor einem halben Jahr gewählten Vertreter der Stadt Kierspe teil: Regina Semeraro (Stadtverwaltung), Carsten Möller (SPD-Ratsmitglied) sowie Uwe Treff (CDU-Ratsmitglied). Wie der Märkische Kreis zu Beginn dieser Woche mitteilt, sei Tenor des Treffens gewesen, dass man gemeinsam viel bewegen wolle, „um die Region in Bereichen wie Naturerholung, Infrastruktur und Umweltbildung noch stärker zu positionieren“.

Bad Berleburgs Bürgermeister Bernd Fuhrmann, der ebenso Vorsitzender des neuen Naturparks ist, sagte, dass die jetzige Aufgabe die Erstellung eines Leitbildes sei. Man müsse Ziele festlegen und Verantwortlichkeiten klären. Waren bereits die ersten Monate der Vereinsarbeit davon geprägt, organisatorische Fragen zum Aufbau der neuen Geschäftsstelle zu klären, wird nun die Aufgabenabgrenzung zwischen Naturpark und Tourismus angegangen. So spricht sich auch Thomas Weber, Geschäftsführer des Sauerland-Tourismus, für eine abgestimmte Vorgehensweise in den vielseitigen Handlungsfeldern aus: „Die bestehende Qualität sichern, anstatt immer Neues zu entwickeln und die Vermarktung aus einem Guss zu schaffen, haben dabei Priorität.“

Der Naturpark könne beispielsweise auf dem Gebiet Naturerholung aktiv werden und vor allem für den Nachwuchs entsprechende Freizeitangebote weiter ausbauen. Der Tourismusverband wiederum konzentriere sich dann auf das Marketing und vermittele touristische Erkenntnisse, die etwa aus Marktstudien gewonnen werden und handlungsleitend seien. Von dem Beitritt zum Naturpark-Verein verspricht sich die Stadt Kierspe mehr Aufmerksamkeit. Man könne eine breitere Masse an Wandertouristen ansprechen und Wanderrouten erstellen. „Noch stehen wir aber ganz am Anfang“, sagt Regina Semeraro im Gespräch mit unserer Zeitung.

Anspruch des Parks: „Klasse statt Masse“

„In der Regionalentwicklung steht der Naturpark den Akteuren als Kooperationspartner zur Seite, auf dem Feld der Umweltbildung fungiert er als Berater. Er kann Schulen oder Kindertagesstätten ansprechend in die Natur einladen. Damit erreicht er gewissermaßen potenziell die nächste Generation“, führte Thomas Weber auf der Informationsveranstaltung in der der vergangenen Woche aus. Erste Vorarbeit wurde auch hinsichtlich der bestehenden Infrastrukturelemente in Wald und Feld geleistet: Um dem Anspruch des neuen Naturparks „Klasse statt Masse“ gerecht zu werden, haben Verantwortliche überprüft, welche Wanderparkplätze, Schutzhütten oder Waldlehrpfade derzeit auf der gesamten Fläche bestehen.

Auf Basis der Kriterien des Deutschen Wanderverbandes für Qualitätswanderregionen wurde begutachtet, wo diese Objekte liegen und welcher Funktion sie dienen, in welchem Allgemeinzustand sie sich befinden, wie sie zu erreichen sind oder auch welche gastronomischen Angebote es vor Ort gibt. Daraus wurden Handlungsfelder für den Verein abgeleitet.

In Zukunft soll der neue Naturpark die Richtung vorgeben und koordinieren, wo und wie Infrastrukturprojekte entwickelt und umgesetzt werden sowie im Rahmen institutioneller Förderung mögliche Zuschüsse verteilen. Für eine enge Zusammenarbeit mit den Orten im Gebiet des Naturparks steht auch der Sauerländische Gebirgsverein (SGV) mit seinem Wegemanagement: „Mit unseren geschulten Wegemarkierern sind wir professioneller Partner und unterstützen dabei, neue Wege anzulegen, bestehende Markierung zu pflegen und die Qualität sicherzustellen oder auch Mängel auszubessern“, betont Christian Schmidt, Geschäftsführer des SGV.

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