Naturfreunde lauschen Vogelkonzert

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Von der Staumauer der Lingeseetalsperre konnten die Frühaufsteher das Aufbrechen des Wasserhahnenfußes beobachten – bereits um sieben Uhr trafen sich die Naturfreunde zur Wanderung. ▪

KIERSPE ▪ „Ich will, ich will, ich will ein Glas Bier, das ist der Ruf des Buchfinks“, klärte Almut Gebel-Höser die Teilnehmer der Veranstaltung „Zum Kuckuck – Natur in der Morgenstimmung an der Lingesetalsperre“ am Sonntagmorgen auf.

Zwölf Naturfreunde hatten es vorgezogen, einmal nicht lange auszuschlafen, sondern bereits um sieben Uhr morgens auf der Lingesestaumauer zu stehen, um das Angebot der Biologischen Station Oberberg und der Kreisvolkshochschule wahrzunehmen. Sie sollten es nicht bereuen, denn es gab viel zu hören. „Zwar ist das Hauptkonzert unserer Singvögel heute Morgen um 4.42 Uhr gewesen, doch auch um diese Tageszeit können wir noch viel von ihnen hören“, klärte die Kulturlandschaftsführerin Almut Gebel-Höser die Teilnehmer auf. Die Gruppe hatte sich noch gar nicht auf den Weg gemacht, da hörte sie schon den schmatzenden Erregungslaut der Mönchsgrasmücke, der an aufeinander schlagende Kieselsteine erinnert. Auch das Rotkehlchen, eines mit 275 Gesangsmotiven der variabelste Vogel, machte die Gruppe auf sich aufmerksam. „Der Buchfink kann seinen typischen Gesang nicht von Klein an“, verriet Almut Gebel-Höser ihren Teilnehmern. „Er muss ihn erst lernen, bevor er ihn so perfekt beherrscht, wie wir ihn gerade gehört haben.“ Doch nicht nur auf Vogelstimmen wurde an diesem Morgen geachtet. Einen Blick mit ihren Ferngläser warfen die Frauen und Männer auch auf den Wasserhahnenfuß, der am Rande der Lingesetalsperre langsam bei der aufgehenden Sonne seine Blüten öffnete.

Und wenn einmal eine Vogelstimme nicht richtig verstanden wurde, war das an diesem Morgen auch kein Problem. Almut Gebel-Höser hatte ein PC-Tablet mitgebracht, auf dem ein kleines Programm lief, welches Vogelstimmen wieder geben konnte. Highlights an diesem Morgen waren unterwegs in einem geschützten Bereich der Lingesetalsperre das Quaken der Frösche zu hören, den Haubentaucher am röhrichtbewachsenen Ufer zu erspähen sowie Blesshühner zu erblicken. Die Rohrammer haben die Vogelfreunde zwar hören, jedoch nicht sehen können. Einer der Teilnehmer war aufmerksam auf diesen selteneren Vogel geworden. „Wichtig für viele unserer Vögel sind gerade die Schonbereiche an den Talsperren. Hier können sich die Vögel zurückziehen und haben ihre Ruhe, was an den sonst viel besuchten Talsperren nicht der Fall ist“, erklärte Almut Gebel-Höser den eher vernachlässigt aussehendem Uferbereich. Lustig war das Beobachten eines Haubentauchers mit zwei Küken auf seinem Rücken, der so als Taxi für seine Kleinen über den See tuckerte. Zum Ende der fast dreieinhalbstündigen Tour empfing die Gruppe noch ein Waldlaubsänger mit seinem Gesang. Auf die Anmerkung eines Teilnehmers, dass an diesem Morgen nicht viele unterschiedliche Wasservögel zu sehen gewesen sind, zeigte sich in dem Augenblick ein Löffelentenpärchen, um diese Aussage so nicht stehen zu lassen. Froh war die Gruppe, dass sie mit ihrer Tour bereits so früh begonnen hatten. Gegen Ende des Sparzierganges wurde es dann recht warm und auch die ersten Fahrradfahrer und Sportler vertrieben einige der Singvögel, so dass es nun am Wasser etwas stiller wurde.

Am 4. Juli ab 13.30 Uhr bietet die Biologische Station Oberberg eine Wanderung auf dem ersten Milchweg Nordrhein Westfalens an. Treffpunkt ist die Jugendherberge Wipperfürth, Ostlandstraße 34. Teilnehmen können Familien mit Kindern ab acht Jahren. Die familienfreundliche Kuh Lotte leitet anschaulich durch die Besonderheiten der Ku(h)landschaft des Bergischen Landes. Wandern und dabei neben sehen vor allem hören, schmecken und riechen hilft zu verstehen, wie Mensch und Natur die Landschaft geformt haben. Nach der Wangegen kann um 16- Uhr zu einem gemütliche Abschluss im Landgasthof Tönnes eingekehrt werden. ▪ GeG

Anmeldungen bei der BSO unter Telefon (0 22 93) 90 15-0 zu möglich. Mehr Infos gibt’s unter http://www.kuhlturlandschaf.

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