Pastor Myrda bekennt atemlos: „I love Kierspe“

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Pastor Gregor Myrda versuchte sich als Helene-Fischer-Double. Die Herzen der Karnevalistinnen flogen ihm nur so zu.

Kierspe - Bunt kostümierte Narren wie Clowns, Katzen, Tiger oder eine Gruppe Putzfrauen in alten Kitteln und mit einem Tuch um den Kopf, hatten beim Frauenkarneval das Gemeindehaus in Kierspe fest in ihrer Hand.

Von Gertrud Goldbach

„Himmlisch jeck“, nannte sich das Programm für die diesjährige Session und viele Karnevalsfreunde folgten der Einladung. Sogar der „Teufel von St. Josef“ wurde zwischen den närrischen Weibern gesichtet.

Elf Programmpunkte hatten die fleißigen Akteure aus Kierspe, Meinerzhagen und Valbert in den vergangenen Wochen einstudiert, um das Narrenvolk bei Laune zu halten. Im vergangenen Jahr noch als „Ayse“ in der Bütt, trat Stephan Jatzkowski in diesem Jahr als Pater Beppo auf. Nicht nur Aktuelles aus dem Gemeindeleben nahm er auf die Schippe, auch die Fußballweltmeisterschaft und sogar die Lokalpolitik waren Thema. Als Lösung für den Schuldenabbau in Griechenland schlug er eine Olympiade vor mit Disziplinen wie Kredithebeln mit 70 Männern, Rettungsschirm-Aufspannen oder gar Zielsprung auf die Schuldenbremse.

Andere Sorgen hatte „Herr Lindemann“, bestens bekannt durch den Loriot-Sketch „Der Lottogewinner“. Pastor Ludwig Opahle schlüpfte in die Rolle des Gewinners, den die laufende Fernsehkamera so sehr durcheinanderbringt, dass er nicht mehr weiß, wofür er seinen Gewinn ausgeben will.

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Frauenkarneval im Gemeindehaus St. Josef

Nicht nur auf allen großen Bühnen Deutschlands, auch auf der Kiersper Bühne kam niemand an Helene Fischer vorbei. Pastor Gregor Myrda lief „atemlos“ und in einem schillernden Kleid durch den Saal. Die Herzen flogen ihm nur so zu und das Publikum forderte lautstark eine Zugabe ein. Auf seinem Kleid prangte eine Liebeserklärung an seine Dienst- und Heimatstadt.

Eine Fahrradpumpe, eine Gruppe Frauen und ein Dirigent – schon war das „Luftpumpenorchester“ von St. Josef spielbereit. „Diese tollen Musiker wurden vom WDR-Orchester vergessen, daher habe ich sie mitgenommen“, verriet Dirigent Marko Reppel und überzeugte so sehr, dass alle Närrinnen lautstark nach einer Zugabe riefen. Kurz danach wurde es dunkel. Lediglich eine Schwarzlichtröhre setzte die weißen Streifen auf der schwarzen Kleidung der nächsten Tanzgruppe effektvoll in Szene. Die Strichmännchen tanzten zum Fliegerlied und alle sangen mit.

Die Auftritte von Sylvia Reppel waren eine große Überraschung. Als rheinische Frohnatur ist sie vor Jahren nach Kierspe gezogen, kann ihre Herkunft – sie stammt aus Krefeld – aber nicht verhehlen. Sie besang Kierspe, die Wechseljahre oder Eigenheiten von Frauen und Männern und begeisterte ihr Publikum auf Anhieb. Bald stimmten alle in den Refrain ein. „Das ist richtig gut“, war von vielen Seiten im Saal zu hören.

Bis kurz nach 23 Uhr lief das Programm beim Frauenkarneval. Wer wollte, konnte auch danach weitertanzen, Jürgen Hardes baute seine Orgel so schnell nicht ab.

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