Aids-Berater informiert Zehntklässler in Kierspe

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Rudolf Mann (links), Aids-Berater des Märkischen Kreis, besuchte gemeinsam mit Klaus Borlinghaus drei zehnte Klassen der Gesamtschule Kierspe.

Kierspe - „Die Größe ist wichtig“, weiß Rudolf Mann, Aids-Berater des Märkischen Kreises. In der Klasse 10.5 der Gesamtschule sprach er am Donnerstag unter anderem über das Thema Kondome. „Weißt du, welche Größe du hast?“, fragte er einen Schüler. Doch eine Antwort konnte dieser nicht geben.

Als Nachtrag zum Weltaids-Tag am 1. Dezember klärte er die Mädchen und Jungen über HIV, Aids, Geschlechtskrankheiten und alles, was dazu gehört, auf. HIV ist eine menschliche Immunschwäche, dieser Virus kann die Krankheit Aids auslösen.

Mit Beispielen lockerte er das Thema auf, fragte die Zehntklässler immer mal wieder nach ihrer Meinung und hatte zur Unterstützung einen ganz besonderen Gast mitgebracht. Klaus Borlinghaus habe sich dazu bereit erklärt, mit ihm in die Schulklassen zu gehen, so Mann.

Borlinghaus ist HIV-positiv. Valentinstag 1991 habe sich sein Leben „gravierend verändert“: Mittags starb sein Vater, abends erfuhr er, dass er HIV-positiv ist. „Damals bedeutete diese Diagnose das Todesurteil“, erzählt Borlinghaus. Doch er hatte keine Krankheitssymptome – bis heute nicht. Aus dem Karrieremann ist eine „Frohnatur“ geworden, wie er selber sagt. Er arbeitet in der Kirche, macht „Dienst am Menschen“, beschreibt Borlinghaus seinen Job.

"Es gibt keine doofen Fragen"

Im Anschluss an den Vortrag der Beiden hatten die Mädchen und Jungen die Möglichkeit ihm alle Fragen zu stellen. „Es gibt keine doofen Fragen, nur doofe Antworten, und die versuche ich zu vermeiden“, ermutigte Borlinghaus die Klasse.

Rudolf Mann machte während der zweistündigen Info-Veranstaltung immer wieder deutlich: „Alle Geschlechtskrankheiten kann man heilen, HIV kann man nur behandeln.“ Er sprach auch aus Erfahrung – seit mehr als 20 Jahren macht er diesen Beruf – und machte klar, wie das Virus übertragen wird. „Nach meiner Erfahrung ist es unglaublich schwierig, es zu übertragen.“ Das Virus befinde sich im Blut, in der Scheidenflüssigkeit bei Frauen und in der Samenflüssigkeit bei Männern. Darüber wäre eine Übertragung möglich.

 „Auch im Speichel kann HIV nachgewiesen werden“, sagt Mann. Die Menge sei aber so gering, dass „absolut keine Gefahr“ davon ausgehe. Das Kondom sei das einzige Verhütungsmittel, dass sowohl vor einer Schwangerschaft, Geschlechtskrankheiten und HIV schütze.

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