1. come-on.de
  2. Volmetal
  3. Kierspe

Nachhaltig: Second-Hand-Kleidung

Erstellt:

Von: Detlef Ruthmann

Kommentare

Nachhaltigkeit durch Second-Hand-Kleidung aus dem Kleiderschrank des Sozialen Bürgerzentrums
Der Kleiderschrank im Sozialen Bürgerzentrum, so erklärt Sigrun Wolf, bietet nachhaltige Kleidung. Denn durch das Tragen von (gut erhaltenen) gebrauchten Klamotten schone man die Ressourcen. © Ruthmann, Det

Es geht einerseits darum, Menschen zu unterstützen, ihnen zu helfen. Auf der anderen Seite sei es nachhaltig, gebrauchte oder sogenannte Second-Hand-Kleidung zu tragen.

Kierspe - Aus diesem Grund engagieren sich Gabriele Mavany und Sigrun Wolf im Verein Soziales Bürgerzentrum Hand in Hand und insbesondere für den Kleiderschrank. Es handelt sich dabei um eine Art Second-Hand-Laden, in dem Kleidung, Schuhe und sogar Bettwäsche sowie Handtücher für Preise zwischen 2 und 8 Euro. Dagegen gibt es Gürtel und Krawatten umsonst. „Ganz selten verlangen wir schon einmal mehr für ganz besondere Stücke“, erklärt Sigrun Wolf, wohlwissend, dass in der jüngeren Vergangenheit immer mal Designer-Kleidung abgegeben und damit gespendet wurde.

Denn die Angebote im Kleiderschrank sind ausnahmslos Spenden, die im Sozialen Bürgerzentrum abgegeben werden. Die durch den Verkauf erzielten Einnahmen werden für andere Aufgaben und Dinge im Verein, beispielsweise Lebensmittelausgabe, verwendet. „Wenn man bedenkt, dass bei der Produktion eines weißen Oberhemdes 140 Hersteller eingebunden sind, könne man von einer Ressourcenschonung sprechen, wenn man sich Second-Hand-Kleidung kauft“, sind Gabriele Mavany und Sigrun Wolf selbst überzeugte Träger von gebrauchter Kleidung und zeigen auf ihre Mäntel beziehungsweise Jacken. Man müsse die Kleidung viel mehr wertschätzen.

Nachhaltigkeit durch Second-Hand-Kleidung aus dem Kleiderschrank des Sozialen Bürgerzentrums
Sigrun Wolf in der Kleiderannahme, wo noch viele Kleiderbügel darauf warten, Jacken, Hemden und anderes aufzunehmen. © Ruthmann, Det

Sie würden natürlich mehr geben als der verlangte Preis, das kann und darf auch jeder andere. Nur könne man weder um den Preis handeln noch die Kleidung umtauschen. Dafür gibt es im Kleiderschrank die Möglichkeit zur Anprobe. Im Übrigen wird die Kleidung, die gewaschen und in gutem Zustand sein sollte, auf jeden Fall zuerst einmal im Kleiderschrank angeboten. „Wenn sie dann nach zwei oder drei Wochen immer noch da ist, freue ich mich. Im anderen Fall freue ich mich für denjenigen, der die Kleidung gekauft hat“, sagt Sigrun Wolf. Sie erinnert sich auch daran, dass man schon einmal ein Brautkleid erhalten hat. Dies sei aber über die Initiative „Kinder von Tschernobyl“ in die Ukraine gegangen – gerade passend, denn dort stand eine Hochzeit an.

Im Übrigen sei es neben dem Verein „Kinder von Tschernobyl“ auch das DRK, das Altkleidung erhalte, die nicht mehr weiter verkauft werden könne – und durch den Verkauf an entsprechende Stellen Erlöse erziele, was ebenfalls zum Bereich der Unterstützung der Menschen zähle. Gelegentlich profitiere auch die Theater-AG der Gesamtschule von den ganz besonderen Kleidungsstücken, die dann in deren Fundus übergehen. Das Ganze setzt natürlich voraus, dass nach der Annahme der Kleidung alles kontrolliert, bepreist und für den Verkauf im Kleiderschrank vorbereitet wird.

Nachhaltigkeit durch Second-Hand-Kleidung aus dem Kleiderschrank des Sozialen Bürgerzentrums
„Schaufensterpuppen nehmen auch gerne an“, sagt Gabriele Mavany vom Verein Hand in Hand. © Ruthmann, Det

Der Preis ist jetzt noch einfacher erkennbar. Denn im Kleiderschrank gibt es an jedem Kleiderbügel – „Und davon haben wir sehr viele!“ – einen Farbring. Welcher Preis für welche der acht Farben Farbe gilt, kann auf den kleinen Schildern abgelesen werden. Das sei viel Arbeit, die sich in der Kleiderannahme fünf Mitarbeiterinnen und im Kleiderschrank drei Helferinnen teilten. Darunter seien auch einige Flüchtlinge, die etwas von ihrer erfahrenen Hilfe und Unterstützung zurückgeben möchten, erzählen Mavany und Wolf.

Nachhaltigkeit durch Second-Hand-Kleidung aus dem Kleiderschrank des Sozialen Bürgerzentrums
Manchmal gibt es sogar neue, noch original verpackte Kleidung. © Ruthmann, Det

Die Corona-Pandemie habe doch „ein großes Hindernis“ dargestellt und ohne die Unterstützung der Kiersper Firmen und Bürger hätte man es vielleicht nicht geschafft. Nun hoffen Wolf wie Mavany sowie die anderen Mitarbeiterinnen auf mehr Normalität und insbesondere auch auf einen stärkeren Besuch von Jugendlichen oder jungen Leuten. Ebenso würden sie sich über mehr männliche Kundschaft freuen, denn die käme eher selten in den Kleiderschrank. Dabei habe man für sie ebenso wie für kleine Kinder ebenfalls immer wieder gute Kleidung. Während es für die Frauen beispielsweise auch Abendkleider gibt, war gar ein Smoking schon im Angebot. „Die können sich gerne trauen!“, fordern Sigrun Wolf und Gabriele Mavany auf und versprechen: „Sie nehmen auch anderen nichts weg!“

Nachhaltigkeit durch Second-Hand-Kleidung aus dem Kleiderschrank des Sozialen Bürgerzentrums
Farben zeigen jetzt, was die Kleidungsstücke kosten. © Ruthmann, Det

Die beiden bekennen natürlich, dass sie „nie auf die Idee gekommen wären, den Kleiderschrank zu besuchen“. Erst, nachdem sie in die ehrenamtlich Vereinsarbeit eingestiegen sind, haben sie das Angebot kennen und schätzen gelernt. Und zu dem Angebot gehören immer häufiger Designerklamotten – wo bekommt man die schon für 8 Euro oder weniger. Manchmal ist die Kleidung noch nicht einmal gebraucht, sondern ganz neu, original verpackt – dafür gelten ebenfalls die kleinen Preise. Zudem gibt es immer wieder Sonderaktionen, bei denen Kleidung noch günstiger als sonst abgegeben wird. Und die Spender sorgen dafür, dass es immer wieder Nachschub in allen Variationen und Größen gibt.

Öffnungszeiten

Der Kleiderschrank im Sozialen Bürgerzentrum Hand in Hand an der Fritz-Linde-Straße hat am ersten und zweiten Mittwoch eines Monats jeweils in der Zeit von 14.30 bis 17 Uhr geöffnet. Die selben Öffnungszeiten gelten auch für die Kleiderannahme. Während für den Besuch lediglich das Tragen einer Maske notwendig ist, gilt für den des Kaffeetisches zur selben Zeit die 3G-Regel.

Auch interessant

Kommentare