Freistehende Einfamilienhäuser in Kierspe-Dorf gesucht

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Carolin Becker und Harun Özdemir haben sich auf die Beratung beim Immobilienkauf und -Verkauf spezialisiert. Nach ihren Erfahrungen ist die Nachfrage deutlich höher als das Angebot.

Kierspe - Lieber ein freistehendes Gebäude als ein Reihenhaus, lieber im Dorf als am Bahnhof, lieber ein überschaubares Grundstück als 1000 Quadratmeter Fläche – das sind die Wünsche der Kiersper, die auf der Suche nach einer Immobilie sind.

Neun Zimmer, 380 Quadratmeter Wohnfläche, ein Grundstück mit 5370 Quadratmetern Fläche und die Gewissheit, dass sich ein preisgekrönter Architekt verwirklicht hat. Auch solche Objekte sind in Kierspe zu finden, wenn das Internet bemüht wird. Doch der Kaufpreis von fast 1,8 Millionen Euro ist sicher auch ein Grund dafür, dass die Villa bereits seit vielen Monaten angeboten wird. 

Häuser dieser Größe und Preislage bleiben wohl die Ausnahme, das zeigt auch das Gespräch mit den Immobilienexperten Carolin Becker und Harun Özdemir. Das Durchschnittseinfamilienhaus wechselt in Kierspe zu einem Durchschnittspreis von 170 000 Euro den Besitzer, zeigt die Erfahrung, die Becker in den vergangenen Jahren gemacht hat. Doch auch, wenn der Preis im Vergleich zu den Kosten, die eine solche Investition in Großstädten verursacht, moderat erscheint, ist die Nachfrage hoch. „Es sind in erster Linie freistehende Einfamilienhäuser, die gesucht werden, danach folgen Wohnungen und dann Grundstücke“, erzählt die Sparkassen-Immobilienberaterin. Und ihr LBS-Kollege Özdemir ergänzt: „Mit der Dauer der Suche schwinden die Ansprüche. Oft dauert die Suche nach einem Haus, das in vielen Punkten der eigenen Vorstellung entspricht, Jahre. Da sind die Leute dann irgendwann zu Abstrichen bereit.“ 

Doch die Nachfrage, die seit dem Jahr 2011 stetig zugenommen habe, beschert zwar manchem Kaufinteressierten Frust, dafür freuen sie die Verkäufer. Vier bis sechs Monate dauere der Hausverkauf im Schnitt vom Erstkontakt bis zur Schlüsselübergabe. Özdemir: „Wenn der Preis stimmt, gehen die Häuser richtig schnell weg.“ Die Kontakte zu den Vermittlern kommen heutzutage meist über das Internet zustande. „Aber auch Anzeigen und unsere Aushänge finden viel Resonanz“, wissen die beiden zu berichten. 

Beim Kauf eines Hauses sei den neuen Besitzern das Alter eines Hauses meist gar nicht so wichtig. Vielmehr trügen der Sanierungszustand und vor allem die Lage zur Entscheidung bei. Und da orientiert sich der Kiersper eindeutig in Richtung Dorf. Und dann wird am ehesten nach dem freistehenden Einfamilienhaus mit einem nicht allzu großen Grundstück gesucht. „Meist sind beide Partner berufstätig, die möchten den Sommerabend lieber auf der Terrasse als mit der Pflege eines großen Gartens verbringen“, so Becker. 

Vor allem im Dorf wollen die Kiersper wohnen, die eine Immobilie in der Volmestadt suchen – und dann möglichst in einem freistehenden Einfamilienhaus.

Der größte Teil der Käufer ist nach der Erfahrung der Experten im Alter zwischen Mitte 20 und Mitte 30. Becker: „Doch mittlerweile kommen auch viele Ältere, die ihr Haus verkaufen möchten und gleichzeitig eine Wohnung suchen – möglichst barrierefrei.“ Im Gegensatz zu dieser Gruppe machten sich die Jüngeren kaum Gedanken um Barrierefreiheit. „Da werden bodengleiche Duschen und breite Türen eher als Komfort empfunden, sind aber kein Kaufkriterium“, sagt Özdemir, der das aber auch auf das eher knappe Angebot zurückführt. Knapp sei das Angebot auch bei den Grundstücken, zumindest würden den Beratern nur wenige angeboten. „Und das, obwohl die Preise im Moment sehr hoch sind“, ergänzt Becker. 

Die große Nachfrage nach Immobilien und Grundstücken, auf denen gebaut werden darf, führen die beiden Berater vor allem auf die niedrigen Zinsen und die stabile wirtschaftliche Lage zurück. Arnd Clever, Marketingleiter der Sparkasse, ergänzt an dieser Stelle: „Das macht sich im Kreditgeschäft in unserem Haus sehr deutlich bemerkbar. Im vergangenen Jahr haben wir in der Summe erstmals mehr Kredite an Privatkunden ausgezahlt, als an gewerbliche Kunden.“ 

Den Beratern sind aber in ihren Gesprächen mit den Kunden noch weitere Gründe aufgefallen, aus denen heraus sich für einen Hauskauf entschieden wird: „Der Besitz eines Hauses hat für viele Menschen einen hohen Stellenwert.“ Da sei dann häufiger die Rede von Betongold oder einer Alterssicherung, die man bereits jetzt nutzen könne.

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