Infos an Schule in Kierspe

Nach Todesfahrt in Bozen: Hinterbliebene appellieren an Schüler

Go pink - Freie Schule - Todesfahrt in Bozen
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Erinnern mit dem Projekt an Tochter und Nichte: Martina Nierhoff und Martina Benecke.

Alkoholisiert ein Fahrzeug zu steuern, ist nie eine gute Idee – das machten die Vorträge von Martina Nierhoff und Martina Benecke in den Klassen 8/9 und 10/11 an der Freien Schule deutlich.

Das persönliche Schicksal, das beide Referentinnen mit dem Tod ihrer Tochter beziehungsweise Nichte Janine am 5. Januar dieses Jahres traf, brachten sie in ihrem Vortrag sensibel und nachdrücklich zum Ausdruck. Ein betrunkener Autofahrer tötete sieben junge Menschen, verletzte zehn weitere zum Teil schwer und hinterließ unzählige Traumatisierte.

Janine liebte das Leben, besonders nachdem sie eine Krebserkrankung überstanden hatte. Ihre Lieblinge waren die Farbe Pink und Flamingos und so wurde dies zum Zeichen der Initiative „Don´t drink and drive – go pink for life“, die sich dafür einsetzt, dass solche Unglücke nicht mehr passieren. Das Motto „Es ist die Wahl – nicht der Zufall – die dein Schicksal bestimmt“ machte deutlich, dass jeder die Möglichkeit hat, einzugreifen und zu verhindern, dass Menschen unter Drogeneinfluss oder alkoholisiert Auto fahren.

Rückschau: Am 5. Januar starb Janine, nachdem sie vom Wagen eines betrunkenen Autofahrers erfasst worden war.

Nachdem in den Klassen besprochen wurde, welche Gründe es für den Alkoholkonsum geben kann (Feiern, Suche des Rausches, weil man wütend oder traurig ist, Sucht oder Gruppenzwang), machten die Schülerinnen und Schüler Vorschläge, wie man darauf reagieren kann, wenn man nicht mittrinken möchte – und was man tun kann, wenn man mitbekommt, dass jemand alkoholisiert fahren möchte. Die Ideen sein zu beiden Bereichen vielfältig und kreativ gewesen, berichtet Stefanie Lambertz, Lehrerin der Freien Schule in Kierspe. „Als Vorschläge gab es zum Beispiel, dass man einfach dankend ablehnt, man allergisch gegen Alkohol ist oder Medikamente nimmt, die sich nicht mit Alkohol vertragen.

Für den Fall, dass man das Fahren eines Alkoholisierten verhindern möchte, könnte man demjenigen anbieten, ein Taxi zu rufen, wenn man selbst nichts getrunken hat, denjenigen heimfahren, den Autoschlüssel wegnehmen und in dessen Briefkasten werfen oder die Polizei informieren.“ Als beste Lösung wurde jedoch angesehen, dass man im Vorfeld schon plant, wie man nach Hause kommt, wenn man Alkohol trinken will.

Zum Abschluss wurden alle Schüler aufgerufen, Botschafter der Aktion zu werden – was zahlreiche Schüler gerne wahrnahmen. „Es waren zwei besondere Vormittage“, berichtet Lambertz, die sich bei den Referentinnen für die Offenheit und die Bereitschaft, alle Fragen zu beantworten, bedankte. Die Schulgemeinschaft überreichte im Anschluss eine Spende über 250 Euro und die im Rahmen der Aktion entstandenen Werke.

Weitere Informationen gibt es hier.

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