Schnelltests

Selbst testen? Schulleiter mit gemischten Gefühlen

Corona-Schnelltests - Lehrer - Erzieher - Meinung
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Das Durchführen von Coronatests war bisher nur medizinischem Personal erlaubt. Ab sofort sollen es auch Lehrer und Erzieher machen dürfen, allerdings muss noch geklärt werden, wer wo schult und woher die Schnelltests kommen.

„Ich begrüße alles, was unserer Sicherheit dient“, sagt Johannes Heintges, Leiter der Gesamtschule Kierspe, zu der Ankündigung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, den Lehrern zu erlauben, die Selbsttests durchführen.

Kierspe - Bislang durfte dies nur durch medizinisches Personal durchgeführt werden. „Denn wir haben ein deutlich erhöhtes Infektionsrisiko, da macht man sich Sorgen“, so der Schulleiter weiter. Erfahrung mit dem Testen haben die Lehrer bereits, denn die 120 Kolleginnen und Kollegen würden sich testen lassen und seien bisher alle negativ. Heintges berichtet von einer Ausnahme: Ein Kollege war in den Herbstferien positiv getestet worden – kam aber dann nicht in Kontakt mit den Gesamtschülern oder Lehrern.

Das Ministerium hatte festgelegt, dass die Lehrer zwischen den Herbst- und den Weihnachtsferien drei Mal auf das Coronavirus getestet werden. „Der letzte Test war am Donnerstag vor einer Woche“, erläutert der Schulleiter, für den die negativen Tests Belege dafür sind, „dass wir doch einiges richtig machen!“ Dies verleihe natürlich auch Sicherheit. Schließlich finde in der Schule das statt, was „draußen nicht erlaubt ist“.

Warten auf die Instruktionen

„Wir warten jetzt auf die Instruktionen“, ist Johannes Heintges überzeugt, dass Lehrer nach einer Einweisung das Testen hinkriegen werden. Ebenso zuversichtlich ist auch Thomas Block, Leiter der Pestalozzi- und Schanhollen-Verbundschule. „Ich bin auch einer der ersten, die sich freiwillig testen lassen“, hat der Schulleiter zwar auch gehört, dass Lehrer und Erzieher sich selbst testen dürfen, aber noch keine Vorstellung darüber, wie dies laufen wird. Wichtig sei, dass die Schnelltests in ausreichender Menge zur Verfügung gestellt werden.

Natürlich sind auch im Kollegium der Pestalozzi- und der Schanhollenschule – dies gilt ebenfalls für die Bismarck- und die Servatius- sowie für die Gesamtschule – zwei Reihentests durchgeführt worden. Dabei gab es einen positiven Fall, glücklicherweise ohne allzu großen Auswirkungen, denn die Kollegin hat keine Klasse. Es habe weniger als zehn Personen betroffen. Gleichwohl würden aber Schüler im Unterricht fehlen, weil die Eltern sie vorsorglich bei Erkältungssymptomen, die natürlich auch Corona-Symptome sein können, zu Hause ließen.

Der letzte der drei Reihentests werde kurz vor Weihnachten durchgeführt – nicht nur an Pestalozzi- und Schanhollenschule, sondern auch an Bismarck- und Servatiusschule. Dort gab es auch ein positives Ergebnis, mit der Folge, dass nicht nur eine Klasse in Quarantäne muss, sondern auch Schulleiterin Stefanie Fischer als direkte Kontaktperson. „Ich habe aber keine Symptome“, meldete sich die Schulleiterin aus dem „Home-Office“. Und auch der letzte Test sei negativ gewesen.

Frage der Verantwortlichkeit

Fischer zeigt sich jedoch skeptisch gegenüber dem Selbsttesten, hält dies für ganz schwierig. Schließlich geht es dabei auch um die Frage der Verantwortlichkeit. Solch ein Test müsse dann genau durchgeführt werden. „Ich fühle mich überfordert, einen einwandfreien Test durchzuführen“, gesteht die Schulleiterin und hält die Entscheidung, Lehrern und Erziehern das Testen zu erlauben, mehr für Aktionismus. Zumal es auch außer der Ankündigung noch keine Informationen darüber gibt, wer wo geschult werden wird und woher die Schnelltests kommen sollen.

Das ist geplant

Lehrer und Erzieher sollen nach vorheriger Schulung selbst Schnelltests beziehen und sich auf das Coronavirus testen dürfen, das verkündete Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Dies war bislang nur medizinischem Personal gestattet. Es muss allerdings noch geregelt werden, wer für die Antigen-Tests in den Schulen und Kitas sorgt und wer Lehrer und Erzieher schult.

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