Nach dem Großbrand: Es geht weiter

Das Feuer richtete in der heimischen Firma große Schäden an – das wurde heute erst richtig deutlich. ▪

KIERSPE ▪ Eine positive Nachricht gab es heute, einen Tag nach dem Großbrand. „Alle Mitarbeiter sind da und es geht definitiv weiter“, sagte Geschäftsführerin Andrea Bornträger von der Firma Plastika Orth und Wächter GmbH am Vormittag, nachdem am Wochenende der Werkzeugbau und die Montagehalle der Firma abgebrannt waren.

Zwei Papiercontainer waren aus noch unbekannten Gründen in Flammen aufgegangen und das Feuer hatte auf die Halle des Werkes übergegriffen. Die Polizei ermittelt in Richtung Brandstiftung. Ob vorsätzlich oder fahrlässig steht noch nicht fest.

Bilder von dem Großbrand

Großbrand in der Kiersper Firma Plastika

„Unsere Spritzerei wurde nur durch Löschwasser verunreinigt, aber das haben wir schon beseitigt“, betonte Bornträger. Eine Lagerhalle der Firma soll jetzt umstrukturiert werden, damit es Platz gibt für Montage und Werkzeugbau. „Wir sind gut versichert und bauen wieder auf“, blieb die Geschäftsführerin zum Wochenbeginn relativ gelassen. Den Versicherungsschaden konnte Bornträger noch nicht genau beziffern, sie schätzt ihn aber auf eine Summe bis 1,2 Millionen Euro. „Wir versuchen das jetzt als Chance zusehen“, zeigte sich die Geschäftsführerin optimistisch. Viele Maschinen müssen jetzt trotzdem ersetzt werden.

Der metall- und kunststoffverarbeitende Betrieb war 1963 in Meinerzhagen gegründet worden und Anfang der 1970er Jahre nach Kierspe an die Osemundstraße gezogen. 1999 wurde aus der Firma eine GmbH und eine neue Lagerhalle wurde gebaut. Die soll jetzt für eine Übergangszeit umfunktioniert werden. Heute sind in dem Betrieb insgesamt 23 Mitarbeiter beschäftigt.

Der Brand war am Sonntag in den frühen Morgenstunden ausgebrochen. Insgesamt 120 Einsatzkräfte der Feuerwehr waren über sechs Stunden im Einsatz. Darunter alle vier Kiersper Löschzüge. Zudem wurden die Kiersper Wehrleute durch die Drehleiter und ein Tanklöschfahrzeug aus Meinerzhagen unterstützt. Die kriminalpolizeilichen Ermittlungen laufen noch. Heute Mittag begutachteten zwei Sachverständige der Polizei den Brandort.

Trotz des Unglücks gab es für die Geschäftsführerin einige gute Nachrichten. Mehrere Firmen aus der Nachbarschaft boten sofort ihre Hilfe an. So kann ein Werkzeugbau mitbenutzt werden. „Gute Arbeit“ haben augenscheinlich auch eine Brandschutzmauer und eine Brandschutztür zur angrenzenden Spritzerei geleistet. An einen normalen Arbeitsalltag ist heute natürlich noch nicht zu denken. Die Aufräumarbeiten stehen bei der Belegschaft im Mittelpunkt. ▪ ds

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