Neuer Mietspiegel bringt Klarheit bei Erhöhung

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Christoph Gebauer, Vorsitzender des Vereins, der aufgrund seiner anwaltlichen Tätigkeit auch als Rechtsberater im Verein fungiert.

Kierspe - Es war wohl ein zähes Ringen zwischen dem Landesverband Haus und Grund mit seinen angeschlossenen Vereinen und den Mietervereinen der Region, bis der neue Mietspiegel veröffentlicht werden konnte. Zumindest dauerte es vier Jahre, bis der neue Mietspiegel erschien, der auch für den Märkischen Kreis gilt.

„Grundsätzlich ist der neue Mietspiegel übersichtlicher geworden und er beinhaltet nun auch jüngere Baujahre“, erklärt Christoph Gebauer, Vorsitzender des Vereins, der aufgrund seiner anwaltlichen Tätigkeit auch als Rechtsberater im Verein fungiert.

Grundsätzlich bezieht sich der Spiegel auf Wohnraum, der über eine Heizung verfügt und deren Größe zwischen 46 und 100 Quadratmetern liegt. Demnach liegt der mittlere Mietpreis in Kierspe und Meinerzhagen für eine Wohnung in einfacher Wohnlage und einem Gebäude, das vor 1964 errichtet wurde, bei 3,85 Euro.

Für den Quadrameter in guter Wohnlage und einem Gebäude, das nach 2002 gebaut wurde, müssen im Mittel 6,34 Euro gezahlt werden. „Der Mietspiegel soll es dem Vermieter ermöglichen die Miete einseitig anzupassen, aber immer nur im Rahmen der im Mietspiegel festgelegten Preise“, so Gebauer. Liegen die Quadrameterpreise bei Abschluss des Vertrages bereits über den im Spiegel genannten, dann ist eine Erhöhung auf diesem Wege nicht durchsetzbar. Gebauer: „Meist wird für entsprechenden Wohnraum bereits im Mietvertrag eine Staffelmiete vereinbart, diese bleibt vom Mietspiegel unbetroffen.“ Aus seiner Praxis weiß der Vereinsvorsitzende, dass die Miete gerade von privaten Vermietern oft über Jahre hinweg nicht angehoben wurde: „Nach einigen Jahren rechnet jeder Mieter mit einer Anpassung, da ist ein klärendes Gespräch über die zukünftigen Konditionen sicher der einfachste Weg, um eine Erhöhung des Mietzinses durchzusetzen.“ Grundsätzlich empfiehlt Gebauer, die Miete regelmäßig anzupassen. „Grundsätzlich ist alle drei Jahre eine Erhöhung möglich.“

Meist reicht dafür aber ein kurzer Blick in den Mietspiegel nicht aus. Denn liegt die Wohnung in einer größeren Stadt – beispielsweise Lüdenscheid – steigen die Mieten leicht. Weitere Gründe für einen Anstieg sind auch zusätzliche Toiletten, Balkon, Dreifach-Verglasung oder eine Dämmung. „Wird das Haus energetisch verbessert, können die Investitionen ebenfalls auf die Mieter umgelegt werden“, erklärt Gebauer.

Genauso wie es Gründe für einen Aufschlag gibt, gibt es diese auch für Abzüge. Beispielsweise dann, wenn ein Keller- oder Abstellraum fehlt, das WC außerhalb der Wohnung liegt, nur eine einfache Verglasung vorhanden ist oder sich die Wohnung in ländlicher Lage befindet.

Ganz ausgenommen sind Gebäude, die komplett vermietet werden. Bei solchen Vermietungen müssen sich Mieter und Vermieter ohne Anhaltspunkt über Miete und Erhöhung einig werden. Der Mietspiegel steht den Mitgliedern der Mietervereine und des Vereins Haus und Grund kostenlos zur Verfügung. Alle anderen müssen eine „Schutzgebühr“ in Höhe von 15 Euro zahlen. Weitere Informationen im Netz unter www.hug-mk.de.

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