Blitzeinbruch in Rönsahl: Täter verurteilt

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Diesen Teil der Beute stellte die Polizei nach Festnahme der Täter sicher.

Rönsahl/Detmold - Sie kamen mit PS-starken Autos, schlugen zu und verschwanden innerhalb von Minuten wieder: Hochprofessionell gingen drei Albaner bei ihren Einbrüchen in Tankstellen vor. Bis sie am Gründonnerstag geschnappt wurden. Die Quittung von Justitia: Mehrjährige Haftstrafen für die Einbrecher, die auch in Rönsahl fette Beute gemacht hatten.

Von Ulrich Pfaff

Am 4. Mai 2016 war die Bande von Profi-Einbrechern auch in die bft-Tankstelle in Rönsahl eingedrungen und hatte dort Zigaretten und Tabakwaren für etwa 7000 Euro abtransportiert. Insgesamt 44 vergleichbare Taten zwischen März 2016 und April 2017, begangen in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hessen und Rheinland-Pfalz, hatte die Staatsanwaltschaft in Detmold (Kreis Lippe) vor dem dortigen Landgericht zur Anklage gebracht. 

Akribische Arbeit der Ermittler

Dass dies überhaupt möglich war, ist der akribischen Arbeit einer gemeinsamen Ermittlungskommission der Polizei in Bielefeld und Detmold mit dem klingenden Namen „Signum“ zu verdanken: Sie verfolgten Spuren eines Einbruchs in Altenberge im Münsterland vom März 2016, die schließlich zu dem Haupttäter führten – einem per Haftbefehl gesuchten 49-jährigen Albaner, der bereits 2004 wegen ähnlicher Delikte verurteilt und abgeschoben worden war. Er hielt sich jedoch vermutlich seit 2006 illegal wieder in Deutschland auf, unter anderem Namen. 

Mit Hilfe einer GPS-Überwachung und verdeckter Observierung gelang es den „Signum“-Ermittlern, die Bande am Gründonnerstag 2017 nach einem Blitzeinbruch in einer Tankstelle in Langenberg im Kreis Gütersloh auf frischer Tat zu erwischen und nach einer kurzen Verfolgungsjagd zu stellen. 

Zuvor war den Mitgliedern der Bande bei diversen Einbrüchen die Flucht gelungen – etwa in Horn-Bad Meinberg, wo ein Diensthundeführer der Polizei versuchte, die Männer zu stellen. Dort entkamen sie, nachdem sie den Polizisten massiv mit einem Brecheisen angegriffen hatten, sodass dieser einen Warnschuss abgeben musste.

 Mit ins Netz ging der Polizei bei dem weiteren Zugriff am Gründonnerstag auch der Hehler der Bande, ein 43-jähriger aus Meerbusch, der mehrere Kioske betrieb, wo er auch die gestohlenen Zigaretten absetzte. 

Beute mit Wert von fast 320 000 Euro

Vor dem Landgericht Detmold mussten sich in diesem Prozess wegen schweren Bandendiebstahls mit einem Beutewert von annähernd 320 000 Euro die drei 49, 34 und 31 Jahre alten Einbrecher albanischer Herkunft verantworten sowie der Hehler und dessen 47-jähriger Handlanger. Alle fünf nutzten die Gelegenheit zu einem umfassenden Geständnis. Die Große Strafkammer des Landgerichts verurteilte den 49-Jährigen als Kopf der Bande zu fünfeinhalb Jahren Haft, seine beiden Komplizen zu drei Jahren und drei Monaten beziehungsweise vier Jahren und drei Monaten Gefängnis. Der Hehler aus Meerbusch bekam dreieinhalb Jahre Freiheitsstrafe, sein Helfer kam hingegen mit einer zweijährigen Bewährungsstrafe davon.

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