Wenn die Mutter nicht geherzt werden kann

+
Der Muttertag wird sich bei Miriam Schumacher und ihrer Tochter Pia nicht (sehr viel) anders abspielen als früher. Gleichwohl wird der Besuch von Miriams eigener Mutter in diesem Jahr anders ablaufen.

Kierspe - „Ich werde wieder gerufen, wenn mein Frühstücksplatz gedeckt ist“, freut sich Miriam Schumacher darauf, am Muttertag von ihrer elfjährigen Tochter Pia mit Unterstützung des Ehemanns Nils ein wenig verwöhnt wird.

Auf dem Frühstückstisch werde dann sicherlich auch ein kleines Geschenk stehen. Im weiteren Verlauf des Muttertags wird die Mutter ihre eigene Mutter besuchen, um sie mit Blumen zu erfreuen und ihr einfach Danke zu sagen. Doch spätestens dabei wird der Muttertag aus der sonst gewohnten Rolle fallen.

Denn auf das Umarmen muss in diesem Jahr verzichtet werden und der liebe Gruß für die eigene Mutter werde wohl auf einer Karte stehen – in Coronazeiten sollte das alles eben kontaktlos geschehen. Zuhause sei das natürlich anders, erzählt Miriam Schumacher weiter.

Sie werde wohl den Kaffeetisch nicht selber abräumen, dies würden, wie früher, ihre Tochter und ihr Ehemann machen. Auf beide kam es in den vergangenen Wochen, was den Muttertag angeht, verstärkt an. Wurde früher im Kindergarten und in der Schule an diesen besonderen Tag erinnert, aufmerksam gemacht und oft auch etwas gebastelt, so war dies nicht möglich, weil die Elfjährige, die die fünfte Klasse des Gymnasiums besucht, wie alle anderen Kinder nicht zur Schule gehen konnte.

Für Mutter Miriam und ihren Mann Nils war es eine anstrengende Zeit. Denn beide sind berufstätig, mussten sich jede Woche hinsichtlich der Betreuung der Tochter neu absprechen, für Strukturen im Alltag sorgen – alle zwei Tage gab es beispielsweise einen Spieletag – und sich bei Homeoffice sowie Arbeitspräsenz abwechseln. „Das ist ein Spagat“, betont die 38-jährige Mutter.

„Die Kinder machen das aber toll“, lobt Miriam Schumacher nicht nur die eigene Tochter, die, wie andere, Zuhause „nicht nervte“, sondern sich zufrieden und ausgeglichen zeigte. Schließlich hatte es so eine Situation zuvor noch nie gegeben. Ein Vorteil sei allerdings auch, dass Pia in den eigenen Garten rausgehen konnte. Komplizierter sei da schon die Organisation des Klarinettenunterrichts in der Musikschule gewesen.

Da ein Präsenzunterricht nicht erlaubt ist, wurde dieser per Video durchgeführt. „Es nervt, dass man privat keine Menschen treffen kann und darf“, sagt Schumacher. Sie sieht die Notwendigkeit der Regelungen zwar ein, würde sich aber wünschen, dass die Corona-Zeit mit ihren Hygiene- und Abstandsregelungen bald ein Ende hat. Eine Hoffnung ist nun der Sommerurlaub, zumal alle anderen Großveranstaltungen abgesagt sind: Man werde zwar in Deutschland bleiben, dennoch wünscht sich auch Familie Schumacher wieder ein Stück Normalität.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare