60 Jahre FeG-Bläserchor

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Zehn bis zwölf Männer und Frauen spielen derzeit im Bläserchor der Freien evangelischen Gemeinde mit, der vor 60 Jahren gegründet worden war und am Sonntag den runden Geburtstag mit einem Festgottesdienst feierte.

Kierspe - Zur Generalprobe trafen sich am Freitagabend die zwölf Musiker des Bläserchors der Freien evangelischen Gemeinde, denn am Sonntag feierten sie ihr 60-jähriges Bestehen im Rahmen eines Gottesdienstes.

Dabei spielten sie so bekannte Lieder wie „Ich lobe meinen Gott“, „Geh aus, mein Herz“ oder „Alles, was Odem hat“ mehrstimmig und jeweils eingeleitet durch ein Vorspiel, das mal als Swingfantasie, mal mit Jazzanklängen daherkam. Diese Vorspiele hat vielfach Klaus Seuthe geschrieben, einer der Gründerväter und langjähriger Leiter des Chors. 

Zusammen mit seinem Bruder Gerd, Adelbert Strohschein und Dietrich Herder wollte er im Sommer 1958 einen Posaunenchor gründen. Allerdings: Lediglich Adelbert Strohschein konnte zu diesem Zeitpunkt schon etwas Trompete spielen und wurde deshalb von den anderen zum Chorleiter befördert. 

Neben der Liebe zur Musik brachten die jungen Männer auch ein gehöriges Maß an Durchhaltevermögen mit. In der Hochphase 27 Musiker im Chor Das war auch nötig – denn bis zum ersten Auftritt bei einem Gemeindegottesdienst dauerte es volle fünf Jahre; so lang brauchten die Nachwuchsmusiker, um ihre Instrumente zu erlernen.

27 Mitglieder in der Hochphase

Gefördert wurden sie während dieser Zeit durch den Männerchor der Gemeinde und andere Bläserchöre der Umgebung. Weitere Jungen und Mädchen schlossen sich ihrer Gruppe an, die damit Teil der Jugendarbeit wurde. Während seiner Hochphase Ende der 1970er-Jahre zählte der Bläserchor 27 Musiker, dazu kam eine Anfängergruppe mit sieben Bläsern. 

Musikalisch entwickelte sich die Formation ebenfalls weiter, Swing, Jazz, afrikanische und südamerikanische Rhythmen waren jetzt zu hören. Aber die neue Zeit brachte auch neue Probleme: Allmählich blieb der Nachwuchs aus. 

Mangels ausreichender Besetzung könne man nicht mehr die ganze Bandbreite des Repertoires bringen, bedauerte Hartmut Lemmer, ebenfalls langjähriges Bläserchormitglied. Paradoxerweise macht auch der schulische Instrumentalunterricht den Bläsern der FeG einen Strich durch die Rechnung. 

In den Schulen einen halben Ton höher

„In den Schulen wird die C-Schreibweise unterrichtet“, erläuterte Hartmut Lemmer. Einen halben Ton würden die Schüler höher spielen als die kirchlichen Bläserchöre, die sich an der Orgel orientierten. Das aber habe zur Folge, dass sie die Griffe komplett neu lernen müssten, wollten sie im Bläserchor der Freien evangelischen Gemeinde mitspielen. 

Die Bläservesper am Totensonntag, 15 Jahre lang ein hochgeschätzter Teil des Gemeindelebens, gibt es deshalb inzwischen nicht mehr. Der 60. Geburtstag aber wurde am Sonntag gebührend gefeiert: Klaus Seuthe berichtete über die 60-jährige Historie des Bläserchors der Freien evangelischen Gemeinde Kierspe, die Festansprache hielt Pastor i. R. Karl-Gerhard Köser. Der hatte übrigens ebenfalls im Bläserchor mitgespielt.

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