Reise durch die Epochen mit Melodien

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Zum 13. Mal lud der Bläserchor der Freien evangelischen Gemeinde zu einer musikalischen Vesper ein. Rund 200 Besucher genossen Werke aus verschiedenen Epochen.

KIERSPE - Schwungvoll und fröhlich: So präsentierte sich nicht nur der Beginn der musikalischen Vesper, zu der der Bläserchor der Freien evangelischen Gemeinde unter der Leitung von Klaus Seuthe und Rainer Frutig eingeladen hatte. Mitreißende Melodien prägten auch den weiteren Verlauf des Konzerts. Doch es wurden auch besinnliche Werke zu Gehör gebracht.

Von Gertrud Goldbach

So war der Nachmittag geprägt von Musik aus den unterschiedlichsten Epochen. Klaus Seuthe interpretierte den bekannten Choral „O Heiland reiß die Himmel auf“ durch eigene Arrangements. Von bedrückenden bis hin zu freudigen Klängen wandelte er die Musik von Strophe zu Strophe immer mehr. Er erreichte den Stimmungswechsel nicht nur durch die Interpretation der Melodie, auch die Tempowechsel machten aus dem Choral ein lebhaftes, kurzweiliges Stück.

„Tebe pojek“ wird in Russland oft bei der Darreichung des Abendmahls gesungen. Es stammt von Dimitri Bortnianski, der durch „Ich bete an die Macht der Liebe“ bekannt wurde. Gefühlvoll und beeindruckend trug das Vokalensemble Vivendi das Kirchenlied vor. Mit „Panis angelicus“ stimmten die Sänger ein Lied an, das Thomas von Aquin zur Einführung des Fronleichnamsfestes geschrieben hatte. Übersetzt heißt es „Das Brot der Engel.“

Doch nicht nur die Werke alter Meister erklangen im Saal der Freien evangelischen Gemeinde. Mit einem „Allegro“ von Traugott Fünfgeld spielte der Bläserchor mit Gerlinde Rentrop an der Orgel ein gewaltiges Werk eines noch lebenden Komponisten.

Mit „König der Löwen“, „Blue moon“ oder auch „Cassandra“ von Abba gestaltete sich das Musikprogramm besonders abwechslungsreich und kurzweilig. Ursula Schröder führte als charmante Moderatorin durchs Programm, verlas ein Gedicht des Lüdenscheider Dichters Menelaus, oder machte sich Gedanken über ein tiefes Loch in einem Gehsteig. Sie spielte diesbezüglich fünf unterschiedliche Szenarien durch: Hineinfallen, ausweichen, ignorieren oder einen anderen Weg nehmen. Dass die Darstellung ein treffendes Bild für die Herausforderungen des Lebens war, wurde schnell deutlich. Wer kennt nicht das Gefühl, immer wieder in dasselbe „Loch“ zu fallen, bis manchmal erst nach Jahren die Erkenntnis reift, wie die Herausforderungen des Lebens anders zu meistern sind?

Rund 200 Frauen und Männer waren am Sonntagabend zu der musikalischen Vesper gekommen. Nach der Veranstaltung zog es die Besucher nicht sofort nach Hause. Sie waren noch zu einem kleinen Imbiss eingeladen, den Steffi Bille für diesen Anlass gestiftet hatte.

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