Dankeschön-Konzert des Jugendsinfonieorchesters

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Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper nutzte die Gelegenheit, um Werbung für die Regionale zu machen.

KIERSPE - Das Hauptwerk, das dem Programm den Namen gab, kam erst zum Schluss. „Peter und der Wolf“ von Sergej Prokofjew wirkt mit seiner Verschränkung von Erzählung und Musik ein bisschen wie ein modernes Hörspiel und ist in seiner leichten, gleichwohl virtuosen Gestaltung bestens geeignet, vor allem Kindern die Besetzung eines Sinfonieorchesters nahe zu bringen.

Von Birgitta Negel-Täuber

Aber auch Erwachsene wissen es sehr zu schätzen, wenn ihnen der jeweils spezifische Klang von Oboe, Klarinette, Fagott und all den anderen Instrumente, die die Figuren dieses „musikalischen Märchens“ darstellen, noch einmal in Erinnerung gerufen wird. Als Erzähler fungierte Stephan Quandel, der mit seinen 24 Jahren geradezu ein Urgestein des Märkischen Jugendsinfonieorchesters ist. Seit zehn Jahren ist er dabei, inzwischen als Moderator, Betreuer und sogar als Komponist.

Den Auftakt zum Dankeschön-Konzert im PZ der Gesamtschule, mit dem der Märkische Kreis das 25-jährige Bestehen seines Nachwuchsorchesters feiert, „übernahmen“ jedoch zwei Komponisten des 18. Jahrhunderts. Francois-Joseph Gossec war ein Zeitgenosse Mozarts, seine Sinfonie in D-Dur erinnert mit ihrer Bandbreite aus Leichtigkeit, Dynamik und Kraft an seinen heute ungleich berühmteren österreichischen Kollegen.

Bei dem sich anschließenden Violinkonzert von Mozart brillierte die junge Diana Tishchenko, die diesjährige Musikstipendiatin der Märkischen Kulturkonferenz. Chefdirigent Thomas Grote zeigte sich begeistert von der Zusammenarbeit mit der jungen Ukrainerin, das Publikum schloss sich mit lang anhaltendem Beifall seinem Urteil an. Mit einer Ballade von Eugène Ysaye als Zugabe stellte Tishchenko dann noch einmal eindrucksvoll ihre technische Perfektion, hohe Virtuosität und Musikalität unter Beweis.

Thomas Grote arbeitet seit Gründung des Orchesters im Jahr 1989 mit der Formation zusammen, doch eine so kleine Besetzung wie in dieser Arbeitsphase hatte er in den 25 Jahren wohl noch nie. Vor allem Ganztagsunterricht und der durch G8 verdichtete Stundenplan machen es ambitionierten und begabten Jugendlichen schwer, ihre sehr zeitintensive musikalische Ausbildung fortzuführen.

Die ist ohnehin nur durch anhaltende Unterstützung von vielen Seiten möglich. „Ich weiß gar nicht, wie viele Kilometer ich in meinem Leben schon gefahren bin“, meinte dazu der Vater von Stephan Quandel. Denn die weiten Entfernungen im ländlichen Raum müssen von den Eltern überbrückt werden.

An diesem Wochenende waren Eltern und Kinder besonders viel unterwegs, nach zwei Konzerten in Kierspe traten die jungen Musiker am Sonntag noch einmal in Werdohl auf.

Auch der Märkische Kreis lässt sich sein musikalisches Aushängeschild einiges kosten und so betreute Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper an diesem Abend nicht nur die Spendenbox für das Orchester, sondern nutzte die Gelegenheit auch um Werbung für die Regionale zu machen.

Für die Verpflegung der Zuhörer zeichneten diesmal die Alten Herren der Tornados verantwortlich. Als einer der Jüngsten war in diesem Jahr mit Gero Land an der Klarinette wieder ein Kiersper vertreten, Linda Bauer aus Meinerzhagen unterstützte vertretungsweise die Geigen.

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