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Museum feiert Geburtstag: Kiersper Geschichte im Querschnitt

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Von: Birgitta Negel-Täuber

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Der Wandel der Kölner Straße interessierte diese Besucher.
Der Wandel der Kölner Straße interessierte diese Besucher. © Negel-Täuber, Birgitta

Kiersper Stadtgeschichte des 20. Jahrhunderts war am Sonntag in den Räumen des Fritz-Linde-Museums zu besichtigen. Zum zehnjährigen Bestehen des kleinen Museums am Höferhof hatte der Heimatverein eine Querschnitt-Ausstellung organisiert und zeigte dabei Exponate, die im Laufe der Jahre schon einmal in Sonderausstellungen zu sehen gewesen waren.

Kierspe - Aus den unterschiedlichsten Perspektiven warf die Ausstellung Schlaglichter auf Alltags- und Vereinsleben, Kunst, Kultur, Stadtbild und nicht zuletzt die beiden Autoren, denen das Museum gewidmet ist, Fritz Linde und Anny Wienbruch.

Manches überschnitt sich: So hatte Fritz Linde nicht nur plattdeutsche Gedichte geschrieben, sondern war auch ein gefragter Festredner bei Vereinsfeiern gewesen. Darauf verwiesen so unterschiedliche Ausstellungsstücke wie eine plattdeutsche Grammatik, ein Stammbaum der Familie Linde und die Schützenuniform von Fritz Vollmann. Die hatte die Familie zur Verfügung gestellt. Ein düsteres Kapitel auch im Leben der Kiersper beleuchtete das „Ehefähigkeitszeugnis“ des Ehemanns von Anny Wienbruch – ausgestellt vom Gesundheitsamt Altena. Aus dem Nachlass von Anny Wienbruch stammten auch Mustertücher, die die Mädchen in früheren Zeiten im Handarbeitsunterricht fertigen mussten.

Einen Stilmix aus damals und heute präsentieren Silvia Baukloh und Enkelin Lisa anlässlich des zehnjährigen Jubiläums des Fritz-Linde-Museums.
Einen Stilmix aus damals und heute präsentieren Silvia Baukloh und Enkelin Lisa anlässlich des zehnjährigen Jubiläums des Fritz-Linde-Museums. © Negel-Täuber, Birgitta

Puppen und Skulpturen von Silvia Baukloh, Rabenkunst von Claudia Ackermann, Stammbäume Kiersper Familien und nicht zuletzt Stellwände mit Fotos der Kölner Straße im Wandel der Jahrzehnte waren weitere Schwerpunkte der Ausstellung. Vor allem die Haus- und Straßenszenen und unzählige Konfirmations- und Schulbilder, gesammelt in mehreren Ordnern, fanden das Interesse der Besucher und waren Gesprächsanlässe. Immer wieder kamen Fragen auf – wie zum Beispiel „Wo war das Geschäft noch mal?“ oder „Weißt du, was aus dem geworden ist?“

Zeit zum Plaudern fanden die Gäste auch im Pavillon vor dem Haus, in dem die Aktiven des Heimatvereins Kaffee und Kuchen anboten. Mit ihrer Kleidung verwiesen die Frauen ebenfalls auf den Zusammenhang von damals und heute. Gewandet in altes Leinen mit – vermutlich – handgearbeiteter Spitze führten sie den Besuchern nicht nur die Mode, sondern auch den Fleiß früherer Generationen vor Augen.

Die Ausstellung kann auch an diesem Dienstag von 15 bis 17 Uhr noch einmal besichtigt werden – danach wird wieder abgebaut.

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