Ferienlager in Rönsahl

Wenn Fußball nur eine Nebenrolle spielt

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Das Herstellen und Bemalen von Masken gehört ebenfalls zur gern ausgeübten Freizeitgestaltung der kleinen Zeltlagergäste.

Rönsahl - Wer wird Deutscher Fußballmeister? Ein wenig zögerlich zunächst, dann aber doch mit dem Brustton der Überzeugung kommt die Antwort: „Die Eintracht natürlich!“, meint der zehnjährige Steppke und beweist auf diese Weise Lokalpatriotismus.

Denn schließlich kommt die muntere Truppe, die zur Zeit ein unbeschwertes Freizeitleben auf dem alten Zeltplatz Auf der Gathe genießt, aus der Nähe von Frankfurt, genauer gesagt aus der Stadt Kronberg im Taunus.

Aber ansonsten ist „König Fußball“ kaum im Gespräch bei den jugendlichen Ausflüglern. Erstmals überhaupt, so lassen das Conrad Pestinger und Johannes Kopp, zwei der insgesamt 16 Betreuer verlauten, die sich zehn Tage lang um die muntere Schar von 52 Kindern im Alter von sechs bis 14 Jahren kümmern, findet das jedes Jahr in den großen Schulferien von der Katholischen Jungen Gemeinde in der 17.000 Einwohner zählenden Kleinstadt ausgerichtete Ferienlager diesmal im Sauerland statt. Bisher nämlich – und das bereits seit 35 Jahren – zog es die Jugendlichen und ihre Betreuer stets in die Pfalz.

Dass es diesmal nach Rönsahl ging, war eher Zufall. „Hier war der Zeltplatz noch frei. Da haben wir schnell zugegriffen, nachdem wir zuvor eine Absage aus der Pfalz erhalten hatten. Und in der Tat: Rönsahl erweist sich als gute Wahl. Sicher, viel Komfort gibt es dort oben ja nun nicht. Aber das ist ja auch gar nicht erforderlich. Man kann auch mal eine Zeit lang mit kaltem Wasser duschen. Kochgelegenheit und sanitäre Anlagen sind vorhanden, und vor allem ist es die fantastische Lage des Zeltplatzes hoch oben im Wald und die unmittelbare Nähe zur Natur, die das Ganze hier so interessant macht.“

Denn, dass das Wort „Langeweile“ im Sprachschatz der Jugendlichen so gut wie nicht vorkommt, das wird schon bald deutlich. Bald nämlich ist Zeit für das Abendessen. Heute gibt es Spaghetti Bolognese. „Das mögen alle Kinder gern“, weiß Conrad Pestinger, der auch einen Blick auf den Speisezettel in der Lagerküche hat und für den täglichen Einkauf frischer Lebensmittel zuständig ist. Improvisationstalent erweist sich bei diesem Job als vorteilhaft. So konnte eine just vor dem Beginn der Freizeit aufgetretene Panne – dabei gab die schon voll mit Lebensmitteln bestückte Kühltruhe urplötzlich „den Geist auf“ – schnell überbrückt werden.

Was den Tagesablauf der Freizeitler angeht, so ist Abwechslung absolut Trumpf. Heute stand eine „Stadtrallye“ in Rönsahl an, gleich nach Einbruch der Dunkelheit verspricht eine Nachtwanderung zu einem spannenden Erlebnis zu werden, eine Fahrt zur Tropfsteinhöhle in Wiehl soll einen möglichen Regentag überbrücken, ein Besuch im Hallenbad, Lagerolympiade, Geschichten am Lagerfeuer, auch ein Gottesdienst mit dem eigens zu diesem Zweck angereisten Gemeindepfarrer, natürlich die obligatorische allabendlich angesagte Nachtwache und unterschiedliche Spiele und Beschäftigungsmöglichkeiten füllen die Tage aus, sodass die Zeit bis zur Abreise wie im Flug vergeht.

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