„Multi-Instrumentalist“ begeistert mit Stimme

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Ganz versunken spielte Adjiri Odametey die Cora, eine 21-saitige afrikanische Harfe. ▪

KIERSPE ▪ Melodiös und ein wenig melancholisch, mit akustischer Gitarre, Cajon und Dum Dum instrumentiert, erklang am Sonntagabend „Tesa“ ein folkloristisches Stück aus Adjiri Odameteys westafrikanischer Heimat Ghana zum Auftakt seines Konzerts in der Margarethenkirche. Gemeinsam mit Richard Donkor und Lantey Lankai nahm er das Publikum mit auf eine eindrucksvolle Reise in die afrikanische Weltmusik.

Mit warmer, voller Stimme präsentierte Odametey ausschließlich selbst komponierte und arrangierte Stücke in Ga, seiner Heimatsprache, die eine beeindruckende Bandbreite zwischen Folklore, Pop und Jazz widerspiegelten.

„Ich schreibe Songs wenn ich mich freue, etwas Schönes sehe oder auch, wenn ich wütend bin, denn in der Musik kann man einfach alles ausdrücken“, erzählt er im Interview. Genau das spiegelt auch seine ausdrucksstarke Mimik wider, die – je nach Song – zwischen Begeisterung und Hingabe wechselt.

Mit der Mbira, einem kleinen „Daumenklavier“, das wie ein Glockenspiel klingt, begleitet Adjiri Odametey sein Stück „Edina“ (Gott). „Alle Vorfahren und Götter sind eingeladen, zu uns zu kommen und mit uns zu trinken“, erklärt er dem Publikum lachend. Mit begeistertem Applaus quittieren sie die rhythmischen Klänge.

Neben Mbira, Kalimba, und Quijiri (Holzxylophon) kommen auch zahlreiche traditionelle afrikanische Percussion-Instrumente zum Einsatz. Dabei erweisen sich alle drei Musiker als Multi-Instrumentalisten. Wie viele Instrumente er insgesamt spielen kann, weiß Adjiri Odametey gar nicht genau. Immer wieder probiert er Neues aus, wenn er sich in seiner afrikanischen Heimat aufhält. Sein Lieblingsinstrument ist das Quijiri, ein Holzxylophon mit Kürbissen als Resonanzkörper, auf dem er unter anderem das traditionelle Stück „Ba kore ba“, anstimmt.

Bei „Awofe“ (Liebe), das die Musiker allen Liebenden im Raum widmen, hält es die ersten Besucher nicht länger auf ihren Bänken. Klatschend und tanzend bewegen sie sich durchs Seitenschiff. Aber auch zum Singen bringt Adjiri Odametey das Publikum mit seiner witzig-charmanten Moderation in Englisch. „Jetzt wird es laut, denn wir spielen „Ghana Rock“, kündigt er die mitreißenden Rhythmen an, die anschließend folgen. Mit virtuoser Schlagtechnik treten Dum Dum, Kpanlogo und Congas abwechselnd in den Vordergrund und steigern sich gemeinsam zu rasender Schnelligkeit.

Das beeindruckte Publikum reagiert mit Begeisterungsrufen und Pfiffen. Nach dem letzten Song lässt es die Musiker noch nicht gehen, sondern fordert lautstark eine Zugabe. „Wir machen einen Deal: Ihr klatscht und wir singen“, stellt Odametey fröhlich klar. Dazu lassen sich die begeisterten Besucher nur zu gerne motivieren. ▪ Martina Haski

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