Gefahr lauert in Bahnunterführung

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Mehrere Mütter und Marc Voswinkel von der SPD setzen sich für mehr Sicherheit auf dem Schulweg von acht Kindern ein, die seit Schuljahresbeginn über den schmalen Gehweg der Bahnunterführung müssen. Wenn ein Lastwagen kommt, wird es gefährlich. ▪

KIERSPE ▪ Wer schon einmal über den schmalen Gehweg der Bahnunterführung gegangen ist, während zugleich ein Lastwagen diese Engstelle an der Kölner Straße passiert, weiß wie gefährlich das ist.

Bei Gegenverkehr, besonders noch, wenn zwei Lastwagen aneinander vorbeifahren, müssen diese die gesamte Fahrbahnbreite bis an den Randstein ausnutzen, was zur Folge hat, dass die weit ausladenden Spiegel und andere Anbauteile der Fahrzeuge die ohnehin schmale Gehwegbreite nochmals deutlich reduzieren. Leicht kann dabei mal ein Fußgänger erfasst werden. Wie unhaltbar die Situation besonders für die Kindergarten- und Schulkinder aus dem Wohnbereich Feldstraße, Hinterste Berg, Volmestraße und Kölner Straße ist, machten gestern nochmals mehrere Mütter deutlich, die in großer Sorge wegen ihrer Kinder sind.

Zwar bestehen die Probleme für Fußgänger an dieser Stelle schon lange, doch haben sie für die Eltern der Kinder zugenommen, seit der neue Zentrale Omnibusbahnhof seinen Betrieb aufgenommen hat und die alte Bushaltestelle Tannenbaum weggefallen ist. Denn bisher waren den Eltern von der Stadt wegen der Gefährlichkeit dieses Abschnitts immer Schulbusfahrkarten zur Verfügung gestellt worden. Mit Beginn des neuen Schuljahres wurde diese Praxis beendet und die Mädchen und Jungen müssen aus dem Grund morgens und mittags jetzt immer durch die Bahnunterführung gehen. Betroffen sind acht Kinder im Alter zwischen drei und neun Jahren. Sie haben, wie die Mütter feststellten, regelrecht Angst vor der Passage, wenn sie die Lastwagen auf sich zukommen sehen. „Immerhin ist der Gehweg nur 80 bis 109 Zentimeter breit, mein Mann hat das genau nachgemessen“, betont Olga Köln.

Eigentlich ein unhaltbarer Zustand, wie der SPD-Fraktionsvorsitzende Marc Voswinkel meint, der die Situation in der letzten Ratssitzung im Rahmen einer Anfrage thematisiert hat und sich gestern nochmals vor Ort mit den Müttern traf. Dabei bekam er selbst am eigenen Leib mit, wie brenzlig die Gehwegbenutzung sich bei starkem Verkehr, wie das häufig der Fall ist, darstellt.

„Wir haben uns bereits im April, als wir davon hörten, dass die Haltestelle Tannenbaum wegfallen soll, frühzeitig mit dem Problem an die Stadt gewandt und unter anderem mit dem Beigeordneten Olaf Stelse gesprochen“, berichtete Manuela Sieffert, doch blitzten sie nach eigener Aussage ab. Im Gegenteil erhielten die Eltern sogar Post von der Kommune, in der es hieß, dass der Schulweg durch die neue Ampelanlage an der ZOB-Zufahrt sicherer geworden sei. Was die Mütter gar nicht einsehen können, weil faktisch nun mehr Busse die Bahnunterführung frequentierten und es zudem an einer Fußgängerampel mangele. Die Situation habe sich vielmehr verschlechtert. Von der Stadt habe es lapidar geheißen, dass Kierspe nicht mit einer Großstadt verglichen werden dürfe.

Die SPD hatte das Thema auf der Tagesordnung einer Fraktionssitzung, vertrat aber die Ansicht, dass ein offizieller Antrag vielleicht zu langwierig sei, denn die Lage pressierte. Deswegen kam es ganz schnell zu der Ratsanfrage, die der Schulausschussvorsitzende Clemens Wieland dann auch spontan aufgriff. Er setzte das Thema auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung am Montag, 29. Oktober, um 17 Uhr im Rathaus.

Die Mütter hatten sich auch selbst Gedanken gemacht, wie eine Verbesserung für ihre Kinder aussehen könnte und vier Vorschläge unterbreitet: So könnte die Haltestelle Tannenbaum nur als Schulbushaltestelle wieder aktiviert werden, vor dem Eisenbahnviadukt könnte eine Treppe zum ZOB hinauf gebaut werden, doch müssten dann die Schienen überquert werden, weil die früher vorhandene Unterführung verfüllt worden ist. Außerdem könnte ein Gehweg in Richtung der noch existierenden Bushaltestelle beim Geschäft Ecki oder alternativ auch ein Geländer am Gehweg errichtet werden. Letztere Möglichkeit wurde von der Kommune negativ beschieden, weil die Fahrbahnbreite nicht ausreiche. Immer wurden Hinderungsgründe angeführt, so dass sich die Mütter fragten, welchen Stellenwert die Sicherheit ihrer Kinder habe. Übrigens seien, so unterstrichen sie weiter, nicht bloß Kinder aufgrund ihrer oft unerwarteten und unkontrollierten Bewegungen gefährdet, sondern genauo ältere Menschen mit Rollator oder auch Rollstuhlfahrer.

Marc Voswinkel meinte, dass er favorisiere, die Schulbushaltestelle am Tannenbaum wieder einzurichten und den Betroffenen wie bisher Schulbusfahrkarten zur Verfügung zu stellen. Er kritisierte die Ablehnumng durch die Kommune und unterstrich, dass dazu auch die Politik etwas zu sagen habe.

Rolf Haase

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