Nadine Kleinfeld initiiert Sachspendenaktion

Nach Baby-Fund im Müll: So will eine junge Mutter aus Kierspe helfen

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Hinter dem Wohnhaus der Frau in Kierspe fand die Polizei das neugeborene Mädchen.

Kierspe - Nadine Kleinfeld möchte, dass solche schrecklichen Dinge nicht noch einmal passieren, und meint damit den Fund eines Babys in einer zugebundenen Mülltüte – das Neugeborene überlebte glücklicherweise.

Die Kiersperin, selbst Mutter eines fünf Monate alten Jungen, hat daher einen Aufruf über Facebook und WhatsApp initiiert, Sachen für eine Institution zu spenden, um auf das Angebot der Einrichtung aufmerksam zu machen. Denn solche Ereignisse müssen und dürfen nicht mehr passieren, betont die Initiatorin der Aktion.

Auf der Internetsuche nach einem Kinderheim stieß Kleinfeld auf das Haus St. Josef in Lüdenscheid, das vielfältige Beratungs- und Therapiemöglichkeiten bietet, insbesondere für Kinder und Jugendliche von 0 bis 18 Jahren.

Wichtig ist dabei, dass das Haus St. Josef den Hilfesuchenden und Menschen in Not Anonymität und einen geschützten Raum bietet – und dies diskret. Wichtig sei auch, so Nadine Kleinfeld, dass Sachspenden angenommen werden.

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Nach Rücksprache mit dem Geschäftsführer sei das Lager der Einrichtung nicht gefüllt. Spenden wie Kleidung, Baby-Ausstattung, Spielzeug und anderes sind im Haus St. Josef willkommen. Selbst, wenn es sich durch diese Aktion füllen sollte, gibt es Möglichkeiten, überschüssige Sachen an andere karitative Einrichtungen weiterzuleiten. Die Kiersperin ist überzeugt, dass die Sachspendenaktion, die unter dem Motto „Nicht urteilen, sondern aktiv helfen“ steht, erfolgreich sein wird. Schließlich soll damit gezeigt werden, dass in Kierspe fürsorgliche Menschen leben.

"Es wird großartig angenommen"

„Es wird großartig angenommen“, freut sich Nadine Kleinfeld über die zahlreichen Reaktionen. Es hätten sich schon 26 Kiersperinnen gemeldet, die diese Aktion in irgendeiner Form unterstützen: durch Spenden, durch eine Sammlung oder andere Mithilfe. Selbst eine ehemalige Kiersperin, die in Heilbronn lebt, lässt es sich nicht nehmen, ein Hilfspaket zu senden – auch wenn das Porto teurer sein sollte als der Inhalt.

Nach dem Fund eines in einem Müllsack gefundenen Neugeborenen initiierte Nadine Kleinfeld eine Sachspendenaktion für das Haus St. Josef in Lüdenscheid.

Dadurch wird bereits deutlich, dass die Aktion über Facebook und WhatsApp läuft. Nadine Kleinfeld organisiert mit Unterstützung der Helfer aus Kierspe, Lüdenscheid, Meinerzhagen die Sammlung und ebenso die Übergabe an das Haus St. Josef. „Es sind einige, die aus Kierspe kommen und mir geschrieben haben, dass sie ebenfalls ein Zeichen setzen möchten, dass Kiersper Leute sind, die aufeinander Acht geben – so soll es auch sein!“, heißt es in einem Posting von Nadine Kleinfeld bei Facebook.

Sie hatte von dem schrecklichen Ereignis „Polizei findet Baby in zugeknotetem Müllsack“ im Internetportal der Meinerzhagener Zeitung erfahren. Eine Ursache dafür, dass so etwas geschehen kann, sieht Nadine Kleinfeld in der Anonymität und der Gleichgültigkeit gerade bei den Erwachsenen. Bei Kindern laufe das anders, die würden auf die Menschen um sie herum aufpassen. Sie wünscht sich auch von den Erwachsenen, dass sie mehr auf ihr Umfeld achten.

Bei der Aktion können aber auch noch weitere hinzukommen, die Sachspenden sammeln, sie nach Größen und Geschlecht in Kartons verpacken und die letztlich bei der Übergabe an das Haus St. Josef in Lüdenscheid dabei sind oder die bei beiden mitmachen möchten. Ebenso wird noch ein (kurzzeitiges) Zwischenlager gesucht. Die Sammlung soll bis Mitte beziehungsweise Ende Juli laufen.

Danach erfolgt die Übergabe ans Haus St. Josef. Wer die Aktion „Nicht urteilen, sondern aktiv helfen“ in irgendeiner Form unterstützen oder mithelfen möchte, kann sich per E-Mail an spendenaktion2019@gmx.de an Nadine Kleinfeld wenden. „Und zum Abschluss“, so die Idee der Kiersperin, „habe ich mir überlegt, dass wir uns als Sammler dann nach getaner Arbeit zum Grillen treffen können.“

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