Polizeisprecher: „Das ist aber kein spezielles Kiersper Problem“

Müll und Lärm nerven Anwohnerin

Dass an der Gesamtschule diese Scheiben eingeworfen wurden, ist schon vier Jahre her. So sagt auch der Leiter des Sachgebiets Ordnung, dass die Sachbeschädigungen nicht zugenommen hätten, wohl aber die Vermüllung der Plätze.
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Dass an der Gesamtschule diese Scheiben eingeworfen wurden, ist schon vier Jahre her. So sagt auch der Leiter des Sachgebiets Ordnung, dass die Sachbeschädigungen nicht zugenommen hätten, wohl aber die Vermüllung der Plätze.

„Als wir vor zehn Jahren hier hingezogen sind, da wussten wir nicht, was uns erwartet“, die Anruferin klingt verärgert, aber auch ein klein wenig verzweifelt. Nein, ihren Namen möchte sie auf keinen Fall in der Zeitung lesen. „Unser Nachbar ist vor Kurzem zu den Jugendlichen gegangen, der wurde massiv angepöbelt. Da möchte ich nicht, dass die gleich wissen, wer ich bin“, sagt die Kiersperin.

Kierspe - Wenn sie „die“ sagt, meint sie Jugendliche, die sich gerne in den Nachmittags- und Abendstunden auf dem Sportgelände, dem Forum und rund um die Schanhollenschule aufhalten. Sie berichtet von Ruhestörungen, Sachbeschädigungen und Schmierereien. „Da wurde vor einiger Zeit eine Glastür an der Schanhollenschule eingeworfen und die Lampen am Fußweg, der vom Parkplatz links am Schulgebäude vom Parkplatz nach unten führt, sind beschädigt worden. „Überall liegt am Wochenende Müll herum, der wird dann montags immer von einem städtischen Mitarbeiter weggeräumt“, erzählt sie.

„Die Jugend scheint den Mülleimer nicht mehr zu kennen“, bringt es Oliver Knuf, Leiter des Sachgebiets Ordnung bei der Stadt Kierspe, auf den Punkt. Das sei aber nicht nur am Sport- und Schulgelände zu beobachten, sondern auf vielen Plätzen im Stadtgebiet.

Bei den Sachbeschädigungen sei allerdings kein erhöhtes Auftreten festzustellen. „Allerdings ist die Zahl derer, die sich dort treffen, in den vergangenen Monaten gestiegen“, sagt Knuf und sieht dabei einen Zusammenhang mit der Corona-Pandemie: „Es hat ja alles geschlossen. Da wissen die Jugendlichen nicht mehr, wo sie hinsollen.“ Durch die Ausgangssperren habe sich der Zeitraum, in dem sich die Jugendlichen treffen, deutlich nach vorne verschoben.

Um die Situation besser in den Griff zu bekommen,sei das Ordnungsamt mit eigenen Kräften jetzt häufiger in dem Bereich unterwegs. Auch der Wachdienst, der für die Stadt arbeite, würde nicht mehr nur am Wochenende dort kontrollieren, sondern auch an Wochentagen.

Dass es seit der Ausgangsbeschränkung deutlich ruhiger geworden ist, bestätigt auch die Anruferin. „Seit dem liegt auch weniger Müll rum“, sagt sie.

Immer wieder ist es in den vergangenen Jahren auch zu Schmierereien an den Schulgebäuden und der Turnhalle gekommen.

In der Vergangenheit habe sie schon mehrmals die Polizei gerufen, doch bis zu deren Eintreffen seien die Jugendlichen meist auch wieder verschwunden.

So ähnlich liest sich das auch in den Polizeiberichten. Marcel Dilling, einer der Sprecher der Kreispolizeibehörde, berichtet von 13 Einsätzen seit dem 1. November des vergangenen Jahres in diesem Bereich. „Aber das ist kein spezielles Kiersper Problem. Wir werden oft zu Spielplätzen und auf Schulgelände im ganzen Kreisgebiet gerufen, weil Anwohner Verstöße gegen die Corona-Schutzverordnungen feststellen“, sagt Dilling. Er bestätigt auch, dass die Fahrten meist zu keinem konkreten Ergebnis führten, da die Jugendlichen oft nicht mehr angetroffen würden. Aber das eine oder andere „erzieherische Gespräch“ sei dann doch in den Akten vermerkt und am 18. Dezember habe es in dem Bereich vier Platzverweise gegeben, außerdem seien vier Ordnungswidrigkeitsanzeigen geschrieben worden.

Die meisten Einsätze dieser Art gebe es zwischen 16 und 22 Uhr, „dann sind die Telefone der Ordnungsämter nicht mehr besetzt.“

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