Antrag

Intelligente Leitpfosten: Politiker wollen Kreisstraße beruhigen

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Ein intelligenter Leitpfosten sei von einem herkömmlichen nicht zu unterscheiden. Daher sollten sie, fordern Blum, Voswinkel, Reppel und Möller (von links) auf den Kreisstraßen in Kierspe eingesetzt werden.

Kierspe/Halver – Die Kreisstraße 3 zwischen Halver-Anschlag und Kierspe durch das Kerspetal ist besonders bei Motorradfahrern sehr beliebt. Was zur Folge hat, dass gerade bei schönem Wetter das Verkehrsaufkommen auf der schmalen und kurvenreichen Strecke sehr hoch ist und es für andere Verkehrsteilnehmer wie Radfahrer und Fußgänger gefährlicher wird.

Davon haben insbesondere die Anwohner die Nase voll, ganz zu schweigen von der Lärmbelästigung. Denn unter den Kradfahrern gibt es bekanntlich auch „schwarze Schafe“, die mit ihren Maschinen für Lärmbelästigungen jenseits von 100 Dezibel sorgen.

Grund genug für die SPD-Fraktion, etwas dagegen zu unternehmen: Auf den Kreisstraßen in Kierspe, insbesondere im Kerspetal, soll der Märkische Kreis ein Verkehrs-Monitoring-System (VMS) einführen und der Stadt Zugang zu diesem System – Daten wie Auswertungen – zu gewähren. Dies soll mit einem Ratsbeschluss gefordert werden – schnellstmöglich. Letztlich mit der Konsequenz, dass der Landrat des Märkischen Kreises auf der Basis der gesammelten Daten „in angemessener Weise regulierend auf den Straßenverkehr“ einwirkt.

Denn der Motorradlärm und die Raserei hätten sich, so begründen die SPD-Mitglieder Marc Voswinkel, Christian Reppel, Carsten Möller und Thorsten Blum ihren Antrag, gerade im unteren Kerspetal immer stärker entwickelt und seien zu einem großen Ärgernis für die Anwohner geworden. Zudem würden andere Verkehrsteilnehmer und ebenso Erholungsuchende durch Raserei, nicht angepasstes Fahrverhalten von großen Motorradgruppen oder auch junger Autofahrer in teils lebensgefährliche Situationen gebracht. „Dabei fühlen sich unsere Mitbürger derart stark in ihrer Sicherheit beeinträchtigt, dass beispielsweise Familien mit kleinen Kindern nur noch sehr selten Fahrradausflüge an den Wochenenden durch das idyllische Kerspetal unternehmen oder Autofahrer sogar einen Umweg über die L 528 oder Nebenstraßen in Kauf nehmen, als dass sie sich freiwillig den Verkehrsrisiken im Kerspetal aussetzen“, sagen die Sozialdemokraten. Dadurch sei die K 3 zu einer idealen Trainingsstätte für ambitionierte Hobbyrennfahrer geworden.

Mit dem digitalen Verkehrs-Monitoring-System will die SPD diesem Problem begegnen. Der intelligente Leitpfosten sei flexibel einsetzbar, denn er benötigte nur einen speziellen Sockel, auf den er aufgesteckt und gegen einen herkömmlichen ausgetauscht wird. Daher sei es auch nicht notwendig, die gesamte Strecke damit auszurüsten, es genüge ein Sockel an bestimmten Verkehrspunkten, wo der Leitpfosten eingesetzt werden kann. Dort sollten die Messungen über einen längeren Zeitraum durchgeführt werden, um Daten zu erhalten, die ein regulierendes Eingreifen ermöglichen. Sollte das Verkehrslagebild zu hohe Lärmbelästigungen oder deutliche Überschreitung des üblichen Verkehrsaufkommens beispielsweise durch Motorräder ergeben, könnte die Strecke für Kräder an Wochenenden gesperrt und dieser Verkehr umgeleitet werden. Der intelligente Leitpfosten, so argumentieren die Sozialdemokraten weiter, sei dem klassischen Seitenradar weit überlegen, einfach installier- und benutzbar und könne über einen langen Zeitraum Daten sammeln. Zudem müssten die Daten nicht mit den Methoden der Wahrscheinlichkeitsrechnung bearbeitet werden. Verkehrsteilnehmer können ihr Fahrverhalten nicht anpassen, weil sie den intelligenten Leitpfosten nicht von einem herkömmlichen unterscheiden können – wie es zum Beispiel vor stationären Radarfallen oft der Fall ist. In Süddeutschland und auch im benachbarten Wermelskirchen sei das VMS seit einigen Jahren erfolgreich im Einsatz. Außerdem konnten viele dieser Systeme zu 100 Prozent aus Bundesmitteln finanziert werden. Daher sollte es auch in Kierspe installiert werden.

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