Cross-Fahrer auf Abwegen

Motorradfahrer heizen unerkannt durch die Wälder im Volmetal

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Das ist auf Waldwegen erlaubt: Mit dem Mountainbike darf im Forst gefahren werden. Motorisierte Vehikel wie Quads oder Cross-Motorräder haben hier hingegen nichts zu suchen. Im Volmetal werden allerdings regelmäßig Verstöße beobachtet.

Kierspe/Meinerzhagen - Er ist ein einzigartiger, kostenloser Erholungsraum. Der Wald spielte in Deutschland immer eine wichtige Rolle. Manchmal werden diese Freiheiten im Wald allerdings auch überstrapaziert. Davon zeugen Berichte von Revierförstern. Sie sichten im heimischen Raum „regelmäßig und immer wiederkehrend“ Geländemotorräder im Forst.

Offiziell werden diese Vergehen allerdings nur selten angezeigt und damit verfolgt. Aktuell ist der Polizei von einem solchen Treiben auch nichts bekannt. Das muss aber nichts heißen, denn wer hängt seinen motorisierten „Streifzug“ über Waldwege schon an die große Glocke?

Die Fahrer der Cross-Motorräder, die im Volmetal immer wieder im Wald unterwegs seien, könne man nur sehr schwer beziehungsweise gar nicht identifizieren, berichtet ein Förster. Entweder seien die Nummernschilder abgedeckt oder gar nicht erst vorhanden. „Dieses Problem ist ganzjährig in unregelmäßigen Abständen festzustellen und bisher nicht abzustellen“, hat er erfahren.

Wer darf nun legal in den Wald? „Fußgänger, Radfahrer, Krankenfahrstühle und Reiter auf ausgewiesenen Wegen. Wer muss draußen bleiben? Kraftfahrzeuge aller Art, auch Motocross-Motorräder und Quads“, informiert der Landesbetrieb Wald und Holz.NRW. Generell geschieht das legale Betreten des Waldes immer auf eigene Gefahr. „Gefahren, wie herunterfallende Äste, aber auch ein umstürzender Baum, gehören zu den natürlichen waldtypischen Gefahren“, informiert Wald und Holz.NRW.

Es gibt einiges, was im Zusammenhang mit dem Wald zu beachten ist. Zum Beispiel das: Vom 1. März bis 31. Oktober ist das Rauchen im Wald verboten. Feuer machen ist ganzjährig im und weniger als 100 Meter vom Waldrand entfernt verboten. Ausgenommen davon sind genehmigte Feuerstellen. „Die meisten Waldbrände in NRW gibt es laut Waldbrand-Statistik des Bundes im Frühjahr – und zwar durch menschliches Fehlverhalten“, erläutern die Wald und Holz-Experten.

Waldwege dürfen auch nicht zugeparkt werden. „Wenn notwendig, beispielsweise bei einem Rettungseinsatz oder Waldbrand, hat der Wald Vorrang und das geparkte Auto im besten Fall eine Delle“, warnen die Forst-Fachleute. Und sie weisen auch darauf hin: „Campen ist nicht erlaubt. Ein Beispiel: Gerade im Frühjahr und Sommer sitzt, steht und liegt der Nachwuchs unserer heimischen Tiere oft nur wenige Meter neben dem Waldweg und ist eine leichte Beute. Unbedingt sollte daher ein Hund abseits der Wege an der Leine und in Naturschutzgebieten auch auf den Wegen gehalten werden.“

Wildtiere reagieren gerade in der Brutzeit sehr sensibel auf Störungen. Dann dreht sich alles um den Nachwuchs. Einige Arten sind so sensibel, dass sie ihre Nester bei Störungen aufgeben. „Auf den Wegen bleiben“ laute daher die Devise. Generell liefern Feld und Wald auch den Strauß für zu Hause: „Beeren, Blumen, Pilze, Kräuter und Äste dürfen nur in Handstraußgröße mitgenommen werden“, mahnt der Landesbetrieb. Und abseits der Wege, das sei zu Fuß in Ordnung, mit dem Fahrrad aber verboten. Im Naturschutzgebiet gelte: Wege – auch zu Fuß – nicht verlassen und keine Pflanzen pflücken. Wald und Holz: „Das Einzige was im Wald bleiben darf, ist der Stress: Alles andere, vor allem Abfall, entsorgen Besucher bitte am nächsten Abfalleimer oder zu Hause.“

Jagdliche Einrichtungen wie Hochsitze dürfen zudem nicht betreten werden, auch wenn es verlockend ist. Die Unfallgefahr ist groß. Die droht auch bei Holzstapeln. Wer sie erklimme, begebe sich sogar in Lebensgefahr. „Die Stämme wiegen oft mehr als eine Tonne und können ins Rutschen kommen“, so der Landesbetrieb.

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