Kiersper nehmen am Straßenkarneval teil

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Sorgte traditionell mit für die musikalische Begleitung beim Straßenkarneval in Wipperfürth: Der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Kierspe unter Stabführung von Frank „Brummi“ Schmidt (vorne links).

Wipperfürth - Die Nachbarstadt Wipperfürth gilt seit jeher als „das“ hiesige Zentrum karnevalistischen Geschehens schlechthin, an dem sich das Narrenvolk rings um die älteste Stadt im Bergischen Land gerne orientiert.

Wie beispielsweise mit schöner Regelmäßigkeit natürlich immer dann, wenn die Session beim traditionellen Straßenkarneval am Karnevalssonntag ihrem Höhepunkt zustrebt, einerlei dabei, wie auch immer sich das Wetter an diesem Tag nun geben mag. 

Denn trotz der nasskalten Witterung säumte am Sonntagnachmittag eine in mehrere Tausende gehende zählende Zuschauermenge die Straßen in der Wipperfürther Innenstadt und wartete geduldig so lange, bis der „Zuch kütt“, wie es im Bergischen Platt heißt. Eine große Anzahl an Schaulustigen kam auch aus den beiden Volmestädten Kierspe und Meinerzhagen, ablesbar an den langen Autoschlangen, die sich schon Stunden vor Beginn des eigentlichen Geschehens aus dem Westfälischen in Richtung Rheinland in Bewegung gesetzt hatte. 

Süffiges Kölsch und andere passende Getränke, natürlich jede Menge an plärrender Karnevalsmusik versteht sich, die an jeder Ecke auf die wartende Menge herabrieselte, verkürzte die Wartezeit. Die heiße Phase der Karnevals-Session beginnt in Wipperfürth jeweils bereits an „Weiberfastnacht“, also am Donnerstag vor dem Karnevalssonntag, – mit allen Facetten, die „König Karneval“ so im Gepäck hat. Gleichwie, „im Städtchen“ erweist man „seiner Majestät, dem König“ durchaus seine Referenz – oder zahlt vielmehr auch seinen Tribut. Wie einige Ladengeschäfte im Ort: „Weiberfastnacht und Rosenmontag geschlossen“ hieß es auch jetzt wieder an einigen Schaufensterscheiben. 

Doch das waren am Sonntag allenfalls Nebengeräusche, die indes die allgemeine Begeisterung für „König Karneval“ kaum schmälern konnten, zumal das närrische Treiben nach dem offiziellen Ende des Straßenkarnevals im Wipperfürther Feierzentrum, der „Alten Drahtzieherei“, seine Fortsetzung fand und noch ein langer Abend angesagt war.

Sehr zur Freude der Jecken aus nah und fern war es dem Organisationsteam der Wipperfürther Karnevalisten auch diesmal in bewährter Weise gelungen, einen mit insgesamt 37 Motivwagen und Fußtruppen bestückten Zug auf die Beine zu stellen, der sich dann nach und nach seinen Weg von der Neye- Siedlung aus durch die Innenstadt bahnte. Dabei hatten die einzelnen Motivwagen wohl „tonnenweise“ „Kamelle und Strüssjer“ im Gepäck, die bei der beiderseits der Straßen wartenden Menge auch hochwillkommen waren. Vereins- und Geschäftswelt, kirchliche Stellen, Nachbarschaften und Dorfgemeinschaften hatten ihrer Kreativität beim Gestalten der Motivwagen auch freien Lauf gelassen. 

Was viele ein wenig vermissten, das war die ein oder andere Persiflage auf die „große“ Politik oder zumindest doch auf das kommunale Geschehen vor Ort und in der Nachbarschaft. Doch unterm Strich betrachtet, dürften sich wohl die Allermeisten wieder einmal über die Vielfalt dessen, was im kleinen Wipperfürth am Karnevalssonntag buchstäblich „auf die Beine“ gestellt wurde, gefreut haben – und das gilt gleichermaßen sicher auch bereits auf die nächste närrische Session.

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