Ab 7 Uhr morgens wird gebacken

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Walter Probst zeigte an der Bakelitpresse, wie aus Granulat Untersetzer entstehen. ▪

KIERSPE ▪ Brot braucht Zeit. Schon um sieben Uhr morgens hatte das Team um Karin Derksen in der Rhadermühle angefangen zu backen. Den Ofen mussten sie allerdings schon am Tag vorher anheizen. Ungefähr 250 Vollkornbrote aus Weizen- und Roggenmehl backen die Aktiven des Heimatvereins beim Mühlentag am Pfingstmontag, jeweils achtzig Brote passen auf einmal in den großen Holzofen.

Für Absatz war gesorgt, denn den ganzen Tag über gaben sich die Besucher die Klinke in die Hand. Der vom Heimatverein ausgerichtete Mühlentag steht bei vielen Familien und Wandergruppen als fester Termin im Kalender. Als allerdings eine Familie während der Mittagszeit kam, wunderten sich die Kinder sehr. Statt Brot holte der Bäcker Pizza aus dem Ofen. Die Kinder durften mal probieren, aber verkauft wurde die italienische Köstlichkeit nicht. Die Pizza war das Mittagessen der Aktiven.

Auch im Schleiper Hammer herrschte reger Betrieb. Am Federbreithammer konnten die Besucher zusehen, wie ein sogenannter Afrikaspaten geschmiedet wurde. Landwirtschaftliche Geräte aus Eisen wurden im 19. Jahrhundert bis nach Afrika geliefert, daher kam der Name.

Wilhelm Kattwinkel erklärte die verschiedenen Schaufeln, Gabeln und Spaten, die im Schleiper Hammer in früheren Zeiten gefertigt wurden. Rund zweihundert Mistgabeln wurden an einem Tag hergestellt, wobei ein Arbeitstag früher mehr als acht Stunden hatte.

Auch die Bakelitpresse war in Betrieb. Hier zeigte Walter Probst, wie aus Granulat formschöne Eierbecher und Untersetzer mit dem Motiv des Kiersper Rauk entstehen. Bakelit werde auch heute noch verarbeitet, informierte er, wenn auch nur noch in geringem Umfang.

Weniger technisch ging es an den verschiedenen Ständen des Heimatvereins zu. Marlen Vedder verkaufte die fünf neuen Bände, die auf der Basis von Vorträgen der „Werkstatt Geschichte“ entstanden waren. Autoren sind die Heimatforscher Ulrich Finke, Hans Ludwig Knau und Reinhard Distel, für Layout und Druck ist Marlen Vedder verantwortlich.

Strümpfe, mit zum Teil ausgefallenen Mustern, gab es bei der Strickgruppe des Heimatvereins. Schmuck und Dekoratives aus Silberbestecken bot Dirk Münch an. Interessenten konnten auch Silberbesteck mitbringen, aus denen Münch Ringe, Kerzenständer oder auch Handtuchhalter fertigte.

Verköstigt wurden die Gäste ebenfalls im Schleiper Hammer. Erbsensuppe und Schmalzbrote für den großen, und Kaffee und Kuchen für den kleinen Hunger waren im Angebot, so dass sich niemand hungrig auf den Weg machen musste. ▪ bnt

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