Ruine soll wieder zur Firma werden

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Es tut sich was – am alten Hammerwerk an der Volmestraße. Der neue Eigentümer räumt den Müll und Bauschutt aus dem Gebäude. Später soll dort nach MZ-Informationen ein Montage- und Dienstleistungsbetrieb einziehen.

Kierspe - Die Reifenstapel sind verschwunden, vor dem Eingang stehen riesige Container, gefüllt mit Bauschutt, und der neue Eigentümer hat konkrete Pläne mit dem alten Hammerwerk Voswinkel an der B 54.

Über viele Jahre verkam das alte Hammerwerk Voswinkel an der Volmestraße (B 54) mehr und mehr zur Ruine. Vor dem Tor türmten sich Hunderte von Reifen, in das Gebäude selbst waren immer wieder Metalldiebe eingebrochen, um sich der verbauten Kupferkabel zu bemächtigen. Andrere nutzten die leerstehenden Gebäudeteile für die Entsorgung von Abfall.

Und auf dem Gelände lagen neben alten Öldosen allerlei Plastikteile und Schrott. Doch nun sieht es so aus, als würde sich das gravierend ändern. Bereits vor einigen Wochen teilte der Märkische Kreis auf Anfrage der Meinerzhagener Zeitung mit, dass die Reifen abtransportiert seien und keine weiteren Umweltgefährdungen mehr von dem Gebäude und Grundstück ausgingen. Auch die Kämmerei der Stadtverwaltung Kierspe konnte mitteilen, dass mittlerweile keine Belastungen mehr im Grundbuch auf das Grundstück eingetragen seien – also auch die Stadt keine Forderungen mehr gegen den neuen Besitzer erhebe.

Entsorgung läuft zur Zeit

Nun tut sich auch im Gebäude selbst etwas. In großen Containern landet der Müll und Bauschutt, der über viele Jahre in dem historischen Firmengebäude abgelegt worden war. Nach MZ-Informationen soll das Gebäude komplett saniert und – wenn möglich – auch umgebaut werden.

Eine Unternehmerin, die in Siegen einen Montage- und Dienstleistungsbetrieb unterhält, hat die alte Kiersper Firma gekauft und möchte mit ihrem Unternehmen an die Volme ziehen. Wenn eine entsprechende Genehmigung erteilt wird, dann soll sogar auf Teile des Gebäudes noch eine Etage aufgesetzt werden. Der neue Eigentümer hofft wohl, in rund einem halben Jahr umziehen zu können.

Plötzlich zwei Interessenten

Nachdem das Gebäude jahrelang ungenutzt verkam, änderte sich das im vergangenen Jahr. Da gab es plötzlich zwei Interessenten, die sich mit Kaufabsichten trugen. Neben der Unternehmerin aus Siegen war das auch der direkte Nachbar Norbert Fastenrath, der bereits seit 2012 gleich neben dem ehemaligen Hammerwerk einen Reifenhandel betreibt.

Fastenrath hatte gleich zwei Interessen an dem Gebäude und Grundstück. Zum einen war ihm immer wieder unterstellt worden, die Reifen, die dort „entsorgt“ wurden, hätten aus seinem Bestand gestammt, zum anderen wollte er das Gelände tatsächlich für die Lagerung von Reifen nutzen – allerdings von Neureifen. Dann hätte er auch den alten Durchgang nutzen können, der vom Untergeschoss seines Gebäudes in den Keller des Hammerwerkes führt.

Im Erdgeschoss wollte Fastenrath Platz für Wohnmobile schaffen, die dort überwintern sollten. In die Wohnungen sollten Mieter einziehen und auf dem Dach eine Fotovoltaikanlage montiert werden. Doch diese Pläne konnten nicht umgesetzt werden, weil der Vorbesitzer sich wohl aus wirtschaftlichen Überlegungen für das Angebot der Unternehmerin entschied. Diese hatte auch bereits im vergangenen Jahr einen massiven Bauzaun um das Gebäude herum errichten lassen, um Dieben und illegalen Entsorgern ihr Handeln zu erschweren.

Die Vorgeschichte

Ursprünglich war das Gebäude zwichen Volme und Volmestraße als eines der vielen Hammerwerke in dem Tal errichtet worden. Als die Zeiten dieser Unternehmen vorbei waren, schloss auch das Hammerwerk Voswinkel, das sich auf die Herstellung von Gabeln spezialisiert hatte. Nach dem Zweiten Weltkrieg versuchte sich dann ein Unternehmer mit einem Spritzgießwerk, das aber vor fast 20 Jahren schloss. Seit dem war das Gebäude dem Verfall preisgegeben. 2015 entsandte dann die Stadt Kierspe Mitarbeiter des Bauhofs, um den Müll und die Reifen, die dort abgelegt waren, einzusammeln. Hintergrund dieser Säuberung war das „Autofreie Volmetal“, das damals zum ersten Mal stattfand. Auch wurde damals ein Trapezblech der Frontverkleidung entfernt, da von diesem eine Unfallgefahr ausging.

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