Monday Monday singt bekannte Ohrwürmer

Gerne erinnern sich die Sängerinnen und Sänger an die Fahrt im Jahr 2000 nach Finsterwalde.

KIERSPE ▪ Eigentlich veranstaltet die Folk- und Popgruppe Monday Monday ihr Jubiläumskonzert aus Anlass des 20-jährigen Bestehens genau ein Jahr zu spät, denn die Gründung fand schon im Januar 1990 statt.

Da trafen die Sänger zum ersten regulären Übungsabend zusammen, um die Lieder von Simon and Garfunkel, den Beatles, Bob Dylan und anderen zu singen. Die Idee zur Gründung entstand sogar bereits ein paar Wochen vorher: „Ich kannte viele, die zuhause Gitarre spielen und gerne diese Songs singen. Da dachte ich mir, dass es schön wäre, daraus eine Gesangsgruppe zu formieren“, berichtet der Gesamtschulmusikpädagoge Johannes Koch, der das Ensemble von Anbeginn leitet. Er wandte sich im Vorfeld an Musikschulleiter Eckhard Grote und fragte ihn, ob dieser sich ein solches Angebot innerhalb der kommunalen Einrichtung vorstellen könne, und stieß bei ihm auf offene Ohren. So wurde die Idee in Abstimmung mit der Stadtverwaltung in die Tat umgesetzt und die Folk- und Popgruppe konnte als neues Angebot der Musikschule an den Start gehen.

Bereits im Dezember 1989 gab es ein erstes Vortreffen, zu dem sich mehr als 20 Interessierte einfanden, was natürlich ausreichte, um loszulegen.

In Folge hat die Gruppe, die sich später nach dem Hit von The Mamas and the Papas Monday Monday nannte, ihre Übungsabende immer in der Gesamtschule veranstaltet: Erst im Raum A 104, als sie dann zeitweilig aber bis auf über 60 Akteure wie laut Chorchronik 1997 anwuchs, auch mal im Lehrerzimmer und jetzt schon seit vielen Jahren im Raum A 109. Wo sich die Sänger auch am vergangenen Montagabend wieder zum Singen trafen, um das Jubiläumskonzert vorzubereiten.

Monday Monday rekrutierte sich zu Beginn und das eigentlich auch bis heute zum Großteil aus der 68er Generation, die es traditionell liebte, die Lieder von damals, die melodisch und auch vom Text her anspruchsvoll waren, anzustimmen. Natürlich sind ebenfalls immer noch andere dazugestoßen, doch den Kern machen sie bis heute aus.

Etwas stolz ist die Gruppe darauf, dass sie letztlich eine versteckte Subvention der Musikschule darstellt: „Wir sind der Stadt noch nie zu Lasten gefallen“, betont so Johannes Koch. Sein Honorar wird durch die Mitgliedsbeiträge mehr als gedeckt, so dass immer noch einiges übrig bleibt.

Vorteil für Monday Monday ist, dass der Chor dadurch nicht wie andere Chöre auf Einnahmen angewiesen ist, um den Übungsbetrieb zu sichern. Davon haben viele Einrichtungen, Institutionen und Gruppen in Kierspe und Umgebung profitiert. Denn Monday Monday stellte sich in der Vergangenheit oft in den Dienst der guten Sache und trat für einen guten Zweck auf, ob zugunsten von Kindergärten vor Ort, der Behinderteneinrichtung in Meinerzhagen-Schürfelde oder 1998 auch im Rahmen eines Konzerts des Arbeitkreises Flüchtlinge für die Bosnienhilfe zusammen mit dem kirchlichen Jugendensemble Ten Sing. Auch für die DRK-Arbeit sang der Chor einmal.

Bei vielen Stadtfesten gehörten die Auftritte von Monday Monday zu den beliebtesten Programmpunkten. Dabei gab es wechselnde Partner wie unter anderem die Stadtkapelle, die Big Band und das Akkordeonorchester. Legendär waren eine Zeitlang die fast jährlich stattfindenden Konzerte auf den Stufen der Treppe im Turm B der Gesamtschule, bekannt als „Turmkonzerte“. Immer ließen diese bei den Besuchern Erinnerungen an die gute alte Zeit der sechziger und siebziger Jahre wach werden.

In den vergangenen zwei Jahrzehnten wurden zahlreiche Chorreisen unternommen: Zweimal ging es so in Kierspes französische Partnerstadt Montigny-le-Bretonneux. Zur ersten Fahrt kam es 1992, als die Gruppe mit 40 Frauen und Männern im Veranstaltungszentrum La Ferme du Manet, einem umgebauten alten Gutshof, vor sage und schreibe 900 Zuhörern sang. Eine Tour nach Harrogate im englischen Yorkshire, wohin von der Gesamtschule eine langjährige und in dieser Zeit überaus lebendige Schulpartnerschaft bestand, gab es ebenfalls. Zweimal war das Koch-Ensemble zudem in Finsterwalde im Partnerkreis des Märkischen Kreises in Brandenburg zu Gast sowie genauso in Kaltensundheim in der Rhön in Thüringen. Oft gab es von den dortigen Gruppen auch Gegenbesuche, die dann denkwürdige Konzerte in Kierspe mit sich brachten.

Am Klavier sitzt bei Monday Monday jedes Mal der Chorleiter selbst, am Schlagzeug gab es dagegen wechselnde Besetzungen: Lange Zeit war der verstorbene Michael Seibold hier aktiv, später seine Schülerin Ina Lockemann und zeitweise auch Dustin Koch.

Für das Konzert im großen Saal des Gemeindehauses Felderhof am Freitag, 20. Mai, um 20 Uhr gibt es ein attraktives Programm: Von Monday Monday werden, wie Johannes Koch verrät, „die beliebtesten, vielleicht aber nicht die besten Lieder“ zu hören sein. Jedes Chormitglied hat aus einer Liste mit allen Stücken seine zehn Lieblingslieder ausgewählt. Erstaunen herrschte dann aber hinterher bei der Auswertung darüber, dass einige sehr gute Songs bei diesem Auswahlverfahren rausgefallen sind. Trotzdem: Zu hören sein werden Evergreens und Ohrwürmer aus den vergangenen 40 Jahren wie „Morning has broken“ von Cat Stevens, „Blowin’ in the Wind“ von Bob Dylan, „Country Roads“ von John Denver, „California Dreamin’“ von The Mamas and the Papas oder auch „Night in white Satin“ von Moody Blues.

Als Gast dabei ist bei dem Konzert der Sologitarrist Arne Willems. Dieser gilt als einer von Deutschlands aufstrebenden klassischen Gitarrenvirtuosen. Er ist erfolgreicher Teilnehmer internationaler Wettbewerbe. Willems begann bereits im Alter von sieben Jahren mit dem Gitarrenspiel. Sein weiterer Weg führte ihn an die Musikhochschule Köln sowie an die Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf. Neben seinen Auftritten engagiert er sich zudem als Lehrer. Die Gesamtleitung liegt wie immer beim Dirigenten der Folk- und Popgruppe Johannes Koch. ▪ Rolf Haase

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