Im Moment mehr Fragen als Antworten

KIERSPE ▪ Normalerweise ist Georg Würth niemand, der Fragen stellt – eher jemand, der Antworten gibt. Doch im Zusammenhang mit der Aktion „Autofreies Volmetal“ sind dem Kiersper Wehrleiter viele Fragen eingefallen und diese hat er dem Landrat in Lüdenscheid schriftlich gestellt, denn letztlich ist der Kreis der Veranstalter der Aktion, die für den 24. Juni geplant ist.

Wie erreichen die Anwohner an diesem Tag den zahnärztlichen Notdienst? Wie die Notfallpraxis in Lüdenscheid? Gibt es eine Möglichkeit an diesem Sonntag eine Apotheke anzufahren? Was ist mit den Anwohnern, die an diesem Tag zur Arbeit müssen? Kann der Pflegedienst alle Patienten vor einer Schließung erreichen oder gibt es einen Notdienst? Gibt es genügend Parkplätze, für die, die an der Veranstaltung teilnehmen möchten? Kann die Milch bei den Landwirten abgeholt werden?

Das sind alles Fragen, die sich Würth im Zusammenhang mit der Aktion „Autofreies Volmetal“ stellt.

Aber natürlich hat der Wehrleiter auch die Sicherheit und Einsatzfähigkeit bei einem Feuer oder einem schweren Unfall im Blick. „Ich habe im vergangenen Jahr die Aktion „Siegtal pur“ besucht – und dort waren zwischenzeitlich so viele Menschen auf der Straße, dass ein Durchkommen von Rettungs- oder Feuerwehrfahrzeugen nur schwer vorstellbar war. Gerade bei schönem Wetter ist doch mit Tausenden Besuchern zu rechnen. Würden allein zehn Prozent aus den teilnehmenden Kommunen Meinerzhagen, Kierspe, Halver und Lüdenscheid ins Volmetal kommen, dann während das alleine schon mehr als 13 000 Menschen“, so Würth.

Letztlich könne die Frist, in der Rettungsfahrzeuge vor Ort sein müssen, nur dann eingehalten werden, wenn entsprechende Fahrzeuge auf die Strecke verteilt würden.

Bereits seit Anfang des Jahres ist Würth mit Vertretern des Kiersper DRK im Gespräch, um zu klären, welche Kräfte an dem Tag im Juni gebraucht werden und ob diese vor Ort zur Verfügung stehen. „Wir haben bereits jetzt 15 Anfragen nach Brandwachen im Juni. Statistisch ist das eine an jedem zweiten Tag. Doch tatsächlich konzentrieren sich solche Dienste auf wenige Tage am Wochenende. Doch ich kann weder zu- noch absagen, weil ich das Sicherheitskonzept des Kreises, das bislang nicht vorliegt, nicht kenne“, so Würth.

Doch der Wehrleiter sieht in der Aktion auch eine große Chance für die Rettungskräfte, die dann unter realen Bedingungen die Zusammenarbeit von vielen verschiedenen Gruppen „üben“ könnten. So sieht Würth eine Herausforderung in der Sicherstellung von Funk-Möglichkeiten im Bereich zwischen Vorth und Bollwerk. Würth: „Dort haben wir nicht nur mit dem Funk, sondern auch mit dem Handynetz Probleme. Bei einer Großveranstaltung müsste dort eine entsprechende technische Lösung gefunden werden. Der Kreis hat entsprechendes Gerät, mit dem sich zumindest ein Funknetz aufrechterhalten lässt, das muss in die Planungen einbezogen werden.“

Gedanken macht sich der Feuerwehrmann aber auch über ein Gewitter, bei dem unter Umständen innerhalb kürzester Zeit vielen Menschen ein sicherer Zufluchtsort angeboten werden müsste. „Denkbar wäre da sicher das Gerätehaus in Vollme, aber das wird bei der Länge, auf der sich die Veranstaltung im Volmetal verteilt, sicher nicht ausreichen“, so Würth.

Ein Kostenproblem für die Feuerwehr sieht der Wehrleiter nicht, da nur Kräfte für die Aktion eingeplant würden, die an diesem Tag keine anderen Verpflichtungen hätten. „Natürlich müssen die Freiwilligen mit einem Mittagessen und ausreichend Getränken versorgt werden“, erklärt Würth. Höhere Kosten sieht er da schon eher bei der Stadt, auf deren Gebiet sich der größte Teil der Veranstaltung abspiele und die allein an diesem Tag auf dem Kiersper Stadtgebiet 31 Straßen sperren müsse und mit Mitarbeitern des Ordnungsamtes auch eine Einhaltung dieses Befahrungsverbotes durchsetzen müsse. ▪ Johannes Becker

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