Modellflieger setzen auf Wind aus Nordost oder West

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Einem ausgefallenen Hobby, dem Modellfliegen, frönen die Mitglieder des in Rönsahl und Wipperfürth beheimateten Segelflug-Freundeskreises – vorausgesetzt der Wind weht aus der richtigen Richtung

Rönsahl - Der Wind aus Nordost kühlt die heiße Sommerluft ein wenig ab, das allerdings spielt nur eine untergeordnete Rolle für die fünf Männer, die auf dem Kamm der hoch gelegenen Wiese Position bezogen haben.

Sie gehören zu einer Gruppe von insgesamt zehn Gleichgesinnten aus Rönsahl und Wipperfürth, die sich zum Teil seit Jahren kennen und alle ein gemeinsames Hobby pflegen, nämlich das Modellfliegen. Sie sind Segelflieger aus Leidenschaft, auch wenn sie nicht selbst in ein Segelflugzeug steigen 

Sie stehen stattdessen voll im Berufsleben, wenn sie nicht, wie der 89-jährige Heinz Risse, im Rentenalter sind. Während die Ruheständler Zeit und Muße zur Genüge für ihr Hobby haben, ist für die Übrigen an Wochentagen eigentlich Arbeitszeit angesagt.

Aber an einem Tag wie diesem, wenn der Wind günstig weht, drückt der eine oder andere Arbeitgeber auch mal ein Auge zu und gewährt seinen Mitarbeitern Urlaub. Denn das Modellfliegen ist zwar grundsätzlich ganzjährig möglich, aber eben nur dann, wenn die Winde aus der richtigen Richtung kommen. So kann man dem Hobby nur dann nachgehen, wenn entweder Nordostwind oder aber Westwind den notwendigen Aufwind und die entsprechende Thermik an den wenigen geeigneten Hanglagen entstehen lässt.

"Technik ist heute wesentlich ausgereifter"

Auf langjährige Erfahrung im Modellfliegen kann sich der 89-jährige Heinz Risse stützen, dessen Rat im Kreis der Gleichgesinnten stets gefragt ist

„Im Prinzip nutzen wir die Erkenntnisse, die schon Flugpionier Otto Lilienthal seinerzeit gemacht hat – nur eben, dass die Technik heute wesentlich ausgereifter ist“, weiß Heinz Risse, der schon seit Jahrzehnten dabei ist und mit seinen Modellflugzeugen im Laufe der Jahre mehrere Preise gewonnen hat. Auch Sohn Dieter, der diesem Hobby ebenfalls seit vielen Jahren frönt, setzt wie die anderen auf Qualität bei den so genannten Scale-Modellen, die selbst gebaut oder im Fachhandel erworben werden können.

Ihr Hobby lassen sich die Modellflugfreunde etwas kosten. Oftmals muss für ein entsprechend hochwertiges Fluggerät ein vierstelliger Betrag gezahlt werden.

Umso größer ist dann die Freude, wenn die schmucken „Reiher 1956“ oder „Mü 13 1950“ durch die Lüfte gleiten und mittels eingebauten Empfängers und des vom Boden aus gesteuerten Senders bis auf eine Höhe von 300 Metern steigen. Dabei gilt als Grundprinzip, dass der Flugkörper stets in Sichtweite bleibt und so gesteuert wird, dass eine Bruchlandung auf jeden Fall verhindert wird. „Und wenn dann doch mal das eine oder andere Teil Schaden nimmt, dann kann ein wenig handwerkliches Geschick auf keinen Fall schaden“, meint einer aus der Gruppe, nimmt seinen Flieger in die Hand, und lässt ihn starten.

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