1628 Anzeigen für Raser

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Auch wenn die ins Alter gekommenden stationären Radaranlagen störanfällig geworden sind, so verleiten sie den meisten Autofahrern doch, langsamer zu fahren.

Kierspe - Sie sind in die Jahre gekommen – und störanfällig geworden. Gleichwohl verbreiten sie nach wie vor Schrecken bei den meisten Autofahrern, die dann unwillkürlich auf die Bremse gehen: die stationären Geräte zur Geschwindigkeitsüberwachung, die landläufig als Starenkästen bezeichnet werden. Vier solcher Kästen wurden vor vielen Jahren auf dem Kiersper Stadtgebiet installiert – mit dem Ziel, das Tempo der Autofahrer zu kontrollieren. Aber ebenso, um als Mahnung zu dienen, sich an die vorgeschriebenen Tempolimits zu halten – wenn sie derzeit nicht „scharf geschaltet“ sind.

Einer dieser Starenkästen, der erst vor Kurzem wieder ins Gerede gekommen ist, steht an der Friedrich-Ebert-Straße im Bereich der Gesamtschule. Das Gerät ist seit langer Zeit außer Betrieb, soll aber nach Möglichkeit – so lautete eine Anfrage der Grünen – wieder reaktiviert werden. Dieser, aber noch mehr die Starenkästen an der L 528 bei Hölterhaus und die beiden an der Bundesstraße 237 im Bereich Varmert, waren in der Vergangenheit oft genug Ziel von Farbspray- und ähnlichen Attacken – stets mit dem Ziel, die Geräte außer Gefecht zu setzen.

Der Aufwand, sie wieder betriebsbereit zu machen, ist so groß, dass auf das „Scharfmachen“ verzichtet wird. Stattdessen setzen die Ordnungshüter vermehrt auf mobile Kontrollen – die natürlich weitaus flexibler möglich sind. Aber nicht nur die Polizei verfügt über die Kastenwagen, in denen die Radargeräte stehen, auch der Märkische Kreis hat zwei solcher Fahrzeuge.

Einer davon ist stetig im Nord-, der andere im Südkreis unterwegs, um Geschwindigkeitskontrollen durchzuführen. So stand einer dieser Kastenwagen 2017 das erste Mal am 3. Januar in Kierspe, das letzte Mal am 27. Dezember. In dieser Zeit wurden an verschiedenen Stellen über insgesamt 315 Stunden und 11 Minuten das Tempo der Autofahrer überprüft.

Die Mitarbeiter des Märkischen Kreises waren nicht nur an den Bundesstraßen 54 (Volmestraße) sowie 237 (Kölner Straße und weiter nach Rönsahl sowie dort die Hauptstraße) aktiv, sondern auch an anderen neuralgischen Stellen im Stadtgebiet. Insgesamt waren es im vergangenen Jahr 49 968 Fahrzeuge – vom Zweirad bis zum Sattelschlepper) – , die an den jeweiligen Messstellen vorbeifuhren und deren Tempo überprüft wurde.

Dabei hielten sich wiederum 1728 Fahrzeugführer nicht an das jeweilige vorgeschriebene Tempolimit. Die vorgeschriebene Geschwindigkeit ist je nach Standort der Messstelle unterschiedlich; die Spanne reicht von 30 km/h über 50 und 60 bis hin zu 70 Kilometern pro Stunde. Die Spitzenreiter bei den Übertretungen der erlaubten Höchstgeschwindigkeit wurde vom Märkischen Kreis statistisch nicht festgehalten.

Dafür aber, wer ein Knöllchen (Verwarngeld) erhielt und damit nur geringfügig schneller als erlaubt unterwegs war. Die echten Raser erhielten Anzeigen und in einigen Fällen Punkte in der Verkehrssünderdatei – oder gar ein Fahrverbot. Allein in Kierspe wurden im vergangenen Jahr nur vom Märkischen Kreis 100 Verwarngelder verteilt und 1628 Anzeigen gestellt.

Die meisten Anzeigen hatten die Mitarbeiter des Märkischen Kreises in den Morgenstunden des 24. Juli zu schreiben: 53 Fahrzeuge waren auf den Kiersper Straßen deutlich zu schnell unterwegs. Platz 2 in dieser unrühmlichen Liste belegt der 27. Dezember, an dem es 38 Ordnungswidrigkeitsanzeigen hagelte. Reichlich Bußgelder wurden aber auch am 1. sowie 20. März (28 und 32 Anzeigen), 16. Oktober (87 Anzeigen an drei verschiedenen Stellen). Besonders oft tappten Autofahrer im November in die Radarfallen: 100 Anzeigen mussten am 6., 8., 14. und 15. November geschrieben werden, 135 am 17., 24. und 30. November. Und schließlich fertigten die Kreismitarbeiter noch einmal 63 Anzeigen am 4. und 19. Dezember an.

Starenkästen und mobile Kontrollen

Im Bereich des Gebiets der Stadt Kierspe gibt es vier stationäre Geräte zur Geschwindigkeitsüberwachung, die auch wegen ihres ähnlichen Aussehens als Starenkästen bezeichnet werden. Zwei stehen an der Bundesstraße 237 im Bereich Varmert, einer an der Friedrich-Ebert-Straße im Bereich der Gesamtschule und einer an der Landesstraße 528 bei Hölterhaus. Mittlerweile sind diese „Blitzer“ aber so alt, dass sie sehr störanfällig und daher eher selten „scharf“ sind. Gleichwohl wird die Geschwindigkeit des Verkehrs nicht nur von der Polizei, sondern auch vom Märkischen Kreis mobil überwacht. Das heißt, dass ein „Caddy“ oder Kastenwagen mit einem Radargerät an verschiedenen Stellen in Kierspe – Volme-, Kölner-, Friedrich-Ebert-, Heer-, Hauptstraße et cetera – postiert wird, um die Geschwindigkeit der Fahrzeuge an diesen Stellen zu kontrollieren.

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