Hand in Hand: Neue Aufgaben in der Beratung

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Der Hand-in-Hand-Vorsitzende Wolfgang Koll und seine Vorstandskollegin Ursula Schröder sehen den Verein nach der Euphorie der Anfangsjahre nun in einer Konsolidierungsphase.

Kierspe - Nach Jahren des Aufbaus und der aktiven Hilfe soll nun eine neue Zeit beim Verein Hand in Hand anbrechen. Der Vorstand möchte den Verein „zukunftssicher“ machen, ohne die bisherigen Aufgaben zu vernachlässigen. Neue Angebote sollen sich aber inhaltlich von den bisherigen unterscheiden – und Kooperationen sollen ausgebaut werden.

Der Verein Hand in Hand möchte einen Weg finden, um den Verein für die Zukunft aufzustellen, möchte den Mitarbeitern ein Leitbild an die Hand geben und sich Aufgaben in neuen Bereichen suchen. „Wir ,verkaufen’ Lebensmittel, Kleidung, Kuchen und Haushaltsgegenstände. Deshalb werden Aufgaben, die wir uns in der Zukunft suchen, nichts mit Verkaufen beziehungsweise Verteilen zu tun haben. Wir wollen eher in Richtung Beratung gehen, auch, damit wir uns nicht dauerhaft überfordern. Denn hinter Lebensmittelausgabe, Kleiderschrank und Begegnungscafé steht nicht nur ein großer logistischer Aufwand, sondern auch harte körperliche Arbeit, die von den Ehrenamtlichen geleistet werden muss“, erklärt der Vorsitzende des Vereins Wolfgang Koll.

Wie solche Beratungsdienstleitungen aussehen können, zeigt sich bei der Rechtsberatung, die die Kanzlei von Rechtsanwalt Christoph Gebauer regelmäßig in den Räumen des sozialen Bürgerzentrums anbietet. Koll: „Diese Beratung wird ausgesprochen gut angenommen und ist für unsere Besucher unglaublich wichtig.“

Bei der Rechtsberatung wird aber auch deutlich, wie diese Angebote in Zukunft aussehen sollen. Kooperation ist das Wort, das Koll in diesem Zusammenhang gerne benutzt. „Wenn wir eine Idee haben, werden wir erst einmal schauen, ob es ein solches Angebot nicht bereits gibt. Sollte etwas Ähnliches bereits existieren, dann streben wir eine Zusammenarbeit an, um nicht unnötig Kräfte zu binden.

Finde sich kein Partner, dann sei man aber auch bereit, den Weg alleine zu gehen. So wie bei der Haushaltsfinanzplanung, die der Verein gerne anbieten möchte. „Da gibt es bereits einen Mitarbeiter, der in diesem Bereich gerne tätig werden möchte, wenn wir noch einen weiteren finden, dann starten wir“, erklärt Ursula Schröder, Mitglied des Vorstandes. Ziel des neuen Angebots solle es sein, den Menschen zu helfen, auch mit einem kleinen Budget klarzukommen. Schröder: „Wobei wir keine klassische Schuldnerberatung werden.“

Wichtig ist es Koll und Schröder zu betonen, dass man bisherige Angebote aber nicht aufgeben werde.

So ist die Lebensmittelausgabe nach wie vor ein zentrales Anliegen der rund 150 ehrenamtlich Tätigen. Koll: „Nach dem Ansturm in den vergangenen beiden Jahren, der auch durch den Zuzug vieler Flüchtlinge ausgelöst wurde, hat sich die Lage wieder normalisiert.“ Doch es werden immer noch weit mehr als 350 Menschen mit Lebensmitteln versorgt.

Auch das Angebot, das in der Kleiderkammer vorrätig ist, wird stark nachgefragt. Schröder: „Wir bitten die Spender von Kleidungsstücken nur darum, die Sachen sauber und möglichst in Kartons oder Körben anzuliefern. Wir finden immer wieder Säcke mit Kleidung vor der Tür. Diese Kleidungsstücke nehmen dann oft Schaden und sind nicht mehr zu gebrauchen.“

Eine Änderung hat es in der Fundgrube gegeben. Dort gibt es in Zukunft keine Elektrogeräte mehr – Haftungsgründe haben zu dieser Entscheidung geführt. Koll: „Aber in unserem Repaircafé finden die Besucher Hilfe bei der Reparatur solcher Gegenstände. Dort sind wir auch noch auf der Suche nach einem Elektroniker, der das Team unterstützen möchte.“

Stärker ausbauen möchte man in Zukunft auch den Bereich Vermietung. Der ehemalige Gemeindesaal steht dazu bereit. Mittlerweile auch mit neuen Stühlen und Tischen, die durch eine Spende von Volksbank und Schwäbisch Hall angeschafft werden konnten. Schröder: „Die Stadt als Eigentümerin des Gebäudes hat auch noch einen Beamer und eine Leinwand gekauft, was die Nutzung des Raumes deutlich erweitert.“

Grundsätzlich sieht man sich in diesem Bereich auf dem richtigen Weg, da die Vermietungszahlen steigen würden. Es würden vor allem Hochzeiten, Geburtstage und Jubiläen gefeiert, aber auch Informationsveranstaltungen fänden statt und der Verein KuK habe in diesem Jahr bereits zweimal den Raum für Kulturveranstaltungen genutzt. Ebenfalls gut angenommen werde die Kinderbetreuung bei den Mittwochsangeboten im Bürgerzentrum. In der Zeit von 14.30 bis 17 Uhr würden an manchen Tagen 15 bis 20 Kinder gezählt, um die sich mittlerweile vier Betreuerinnen kümmern würden.

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