Kyrill: Feuerwehr, Bauhof und DRK sind im Dauereinsatz

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Zehn Jahre nach dem Sturm: Kyrill sorgte auch in Kierspe für Verwüstungen und umgestürzte Bäume.

Kierspe - Schwer verletzt wurde am 18. Januar 2007 der Insasse eines Fahrzeugs des Landesbetriebs Straßen.NRW. Der Mann war mit einem Kollegen auf der B 54 unterwegs, um in der Ortslage In der Grüne einen verstopften Straßendurchlass zu reinigen. Dieser hatte für eine Überflutung der Straße gesorgt. Doch ankommen sollten die Männer dort nicht.

Gegen 16.20 Uhr traf der Stamm eines umfallenden Laubbaums die Fahrerkabine. Das war das schwerste Unglück, das am 19. Januar auf der Kiersper Seite der Meinerzhagener Zeitung verkündet wurde. Als am Tag zuvor die Redaktion ihre Texte in den Druck geben musste, war das ganze Ausmaß des Orkans Kyrill überhaupt nicht erkennbar. Klar war da schon, dass etliche Keller überflutet wurden, die Schulen hatten den Kindern erstmals in ihrer Geschichte „orkanfrei“ gegeben und ab dem Nachmittag war an dem 18. Januar die Feuerwehr im Dauereinsatz, weil immer wieder Bäume umfielen.

Einen Tag später sah die Zeitungsausgabe da schon ganz anders aus. Von einer „Spur der Verwüstung“ ist auf den Kiersper Seiten genauso zu lesen wie von „Helfern im Dauereinsatz“ und „Warten auf Hilfe im Wald“.

Das zerstörte Fahrzeug des Landesbetriebs Straßen.NRW.

Zu lesen ist dort von umgestürzten Bäumen, beschädigten Gebäuden und geschrotteten Autos. Die Feuerwehrhatte ein Lagezentrum im Gerätehaus Stadtmitte eingerichtet und versuchte von dort, der Lage Herr zu werden. Hart getroffen hatte es 14 Menschen, die zwischen Handweiser und Berkenbaum auf der K 25 festsaßen. Die Wehrleute, die sich zu ihnen vorgearbeitet hatten, brachten die Gestrandeten erst einmal auf eine Lichtung und damit in relative Sicherheit. Gerade noch rechtzeitig, denn kurz darauf beschädigten umfallende Bäume die zurückgelassenen Fahrzeuge dieser Menschen. Kräfte von Feuerwehr und DRK Kierspe brachten die 14 schließlich durch den Wald ins Gerätehaus, wo diese gegen 23 Uhr eintrafen. Für andere Fahrzeuginsassen gab es kein Entkommen mehr auf der K 3.

Kyrill im Volmetal - Rückblick auf den Sturm im Jahr 2007

Aufatmen konnten die Mitarbeiter des Lagezentrums gegen Mitternacht. Zu diesem Zeitpunkt wurde die Warnstufe landesweit von violett auf rot herabgesetzt. Die ersten Einheiten konnten danach aus dem Dienst entlassen werden, um Zuhause ein wenig zur Ruhe zu kommen. Denn in dieser Nacht war klar, dass auf die Wehrleute auch am kommenden Tag viel Arbeit warten würde.

So war in den Tagen nach dem Sturm nicht nur dort das ununterbrochene Geräusch der Motorsägen das beherrschende Geräusch.

Immer wieder mussten die Wehrleute am Freitag ausrücken, um umgestürzte Bäume zu beseitigen. Getroffen wurde von Bäumen auch das Gerätehaus in Vollme, wo Schäden am Gebäude entstanden und ein Gastank beschädigt wurde. Einige Unverbesserliche befuhren die gesperrte B 54. Deshalb mussten Mitarbeiter des Landesbetriebes diese Straße mit geeigneten Maßnahmen so abriegeln, dass das verbotene Befahren unmöglich wurde.

Es sollte noch bis zum Freitagnachmittag dauern, bis die Bundesstraße wieder freigegeben wurde, genau wie die L 528. Überall im Stadtgebiet waren an diesem Freitag Motorsägen zu hören. Mitarbeiter der Feuerwehr, des Baubetriebshofes, des Landesbetriebs, von Forstbetrieben und auch Waldbesitzer selbst waren dabei, zumindest die Straßen so schnell wie möglich wieder freizubekommen.

Insgesamt setzte die Kiersper Wehr rund 120 Helfer und 17 Fahrzeuge ein, von denen zwei durch umstürzende Bäume beschädigt wurden. Der Bauhof war mit 20 Mitarbeitern aktiv und das DRK stellte 15 Helfer und sorgte mit vier Fahrzeugen für den Transport von Menschen.

Selbst am Montag, 22. Januar 2007, ist Kyrill in Kierspe noch Titelthema. Denn auch am Sonntag waren noch Bäume umgestürzt und hatten Häuser beschädigt. Einige andere Tannen drohten aufgrund ihrer Schieflage solche Schäden anzurichten. Diese wurden von den Wehrleuten vorsichtshalber gefällt.

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