Mikrozensus 

Kein Entkommen: An dieser Umfrage müssen Kiersper teilnehmen

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Ausgesuchte Haushalte, auch in Kierspe, werden in diesem Jahr wieder Mikrozensus-Fragebögen erhalten.

Kierspe - Es gibt eine Vielzahl von Fragestellungen, die als Ziel haben herauszufinden, unter welchen Bedingungen die Menschen in Nordrhein-Westfalen leben. Antworten darauf liefert der sogenannte Mikrozensus, der wieder vom Landesbetrieb Information und Technik durchgeführt wird.

Dies bedeutet, dass ein Prozent oder rund 80 000 Haushalte in Nordrhein-Westfalen zufällig ausgesucht und die Menschen nach ihren Lebensumständen befragt werden. In Kierspe werden es in diesem Jahr elf Haushalte sein, die möglicherweise Besuch von einem Interviewer beziehungsweise Interviewerin erhalten werden. Verteilt werden diese Befragungen auf das ganze Jahr: Jeweils ein Haushalt wird in den Monaten Januar, Februar, April, Mai, August und Oktober interviewt, während im Juni sowie Juli zwei beziehungsweise drei Haushalte ihren Beitrag zum Mikrozensus leisten werden.

Bevor ein Interviewer ins Haus kommt, kündigt er oder sie seinen/ihren Besuch schriftlich an. Natürlich kann sich der Mitarbeiter, der die Befragungen im Auftrag des Statistischen Landesamtes durchführt, entsprechend ausweisen. Neu in diesem Jahr ist, dass man der Auskunftspflicht auch online nachkommen kann. Ebenfalls neu aufgenommen ist in diesem Jahr die europäische Erhebung zu Einkommen und Lebensbedingungen als Unterstichprobe – diese wurde im Mikrozensus integriert und soll die zentrale Datenquelle zur Erfassung von Armut und sozialer Ausgrenzung in den Ländern der Europäischen Union sein.

Der Mikrozensus selbst soll Antworten auf Fragen wie „Wie ist die Bildungs- und Erwerbssituation der Bevölkerung?“, „Wie viele Familien mit Kindern gibt es in NRW?“ oder „Wie viele Menschen haben einen Migrationshintergrund?“ geben. Mittlerweile wird diese Haushaltsbefragung bereits seit 1957 bundesweit durchgeführt. Letztlich seien Aussagen, darauf wird vonseiten des Landesbetriebs IT.NRW hingewiesen, wie „Im Jahr 2018 mussten in Nordrhein-Westfalen 38,0 Prozent aller nordrhein-westfälische Mieterhaushalte und 31,3 Prozent der Mieterhaushalte mit minderjährigen Kindern mehr als 30 Prozent ihres Nettoeinkommens für die Bruttokaltmiete zahlen” nur aufgrund der Ergebnisse des Mikrozensuses möglich.

Für die Haushaltsbefragung – deren Ergebnisse laut IR.NRW Basis für politische und wirtschaftliche Entscheidungen lieferten – setzt das Statistische Landesamt in diesem Jahr rund 300 Interviewerinnen und Interviewer ein. Die Befragung durch sie, so der Landesbetrieb, sei die einfachste und zeitsparendste Art der Auskunftserteilung. Denn die sorgfältig ausgewählten und intensiv geschulten Interviewer seien mit Laptops ausgestattet, um den Aufwand für die Befragten möglichst gering zu halten.

Die ausgesuchten Haushalte können aber auch online antworten oder einen Papierfragebogen ausfüllen und ans Landesamt schicken. Die Interviewer seien selbstverständlich zur strikten Verschwiegenheit verpflichtet, um Datenschutz und statistische Geheimhaltung zu gewährleisten. Beim Mikrozensus werden unter anderem persönliche Merkmale wie Alter, Familienstand, Staatsangehörigkeit, Schulbesuch und Erwerbstätigkeit abgefragt.

Für den überwiegenden Teil der Fragen besteht nach dem Mikrozensusgesetz Auskunftspflicht. Und bei der Auswahl der Haushalte für die Befragung handelt es sich um eine sogenannte Flächenstichprobe: Nach einem mathematischen Zufallsverfahren werden Straßenzüge beziehungsweise Gebäude ausgewählt, deren Bewohner maximal vier Mal zum Mikrozensus befragt werden.

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