Von der Bitte, die Toilette benutzen zu dürfen, bis zum Enkeltrick 

Senioren im Visier Krimineller - Hauptkommissar gibt Tipps zum Schutz 

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Michael Hufnagel von der Kreispolizeibehörde hielt bei den Senioren einen Vortrag zum Thema Enkeltrick.

Kierspe – „Heute geht es um die Seniorenkriminalität“, leitete Michael Hufnagel von der Kreispolizeibehörde des Märkischen Kreises auf Einladung des Seniorenbeirates der Stadt Kierspe die Besucher seinen Vortrag ein. „Da werden ganz besonders Senioren als Opfer ausgesucht“, präzisierte er seine.

Der sogenannte Enkeltrick, oder auch die Bitte, die Toilette benutzen zu dürfen, falsche Polizeibeamte, Gewinnversprechen – die Liste der Versuche von Kriminellen, an das Geld ihrer Opfer zu kommen, sei recht lang.

„In den vergangenen Monaten beschäftigt uns die sogenannte Seniorenkriminalität wieder mehr, als noch vor Jahren“, so Michael Hufnagel. Senioren würden gerne als Opfer ausgesucht, weil deren Fähigkeiten zu sehen, sich zu bewegen oder zu hören eingeschränkter seien, als bei jungen Menschen. Zudem sei die ältere Generation auch noch anders aufgestellt, was Hilfsbereitschaft angehe. 

"Alle Diebe wollen in die Wohnung"

„Der Respekt und auch die Hilfsbereitschaft gibt es nicht mehr“, bedauerte Hufnagel. „Was würden Sie tun, wenn es an ihrer Tür schellt, eine augenscheinlich schwangere Frau mit ihrem Kind dort steht und darum bittet, dass ihr Kind die Toilette benutzen darf?“, warf Hufnagel in den Raum. „Die Tür zuknallen, mir anhören, was sie wollen oder gar nicht erst aufmachen“, waren nur einige Antworten, die folgten. „Alle Diebe wollen in die Wohnung“, mahnte Hufnagel.

„Egal ob Kinder oder Erwachsene, sie sind Senioren körperlich haushoch überlegen und wenn man diese Menschen in seiner Wohnung habe, dann ist die soziale Kontrolle der Nachbarn weg. Keiner sieht, was in der Wohnung passiert.“ Darum mahnte Hufnagel die Senioren: „Sie sollten sich gut überlegen, wen Sie hereinlassen!“. Aber auch ein Kastenzusatzschloss, eine Kette um die Türklinke oder eine Sprechanlage könnten hilfreich sein. Doch das muss man alles nicht haben. Entscheidend ist das Verhalten an der Haustür.

Wer tatsächlich Opfer geworden ist, soll Anzeige erstatten

In anderen Fällen stehen sogenannte Amtspersonen vor der Tür und wollen in die Wohnung. Hier heißt es auch, sich den Dienstausweis zeigen zu lassen und dann bei der Polizei anzurufen und nachzufragen, ob es den angeblichen Kollegen wirklich gibt. Auch dabei sei es wichtig, die Person nicht in die Wohnung zu lassen.

Falls jemand aber dennoch Opfer eines Diebstahls geworden ist, sollte er sich sofort an die Polizei wenden und Anzeige erstatten. „Sicher zu Hause“, den Ratgeber für Seniorinnen und Senioren zum Schutz vor Kriminalität im Alltag bekamen alle Gäste zum Ende hin noch überreicht. Nach dessen Lektüre seien die Senioren bei eventuellen Diebstahlsversuchen gut gewappnet.

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