Fritz-Linde-Stein: Tempo auf den Straßen liegt bei 49 km/h

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Die Annahme der UWG-Fraktion, auf den Straßen zum Fritz-Linde-Stein würde zu schnell gefahren, erwies sich als falsch. Messungen ergaben, dass 85 Prozent aller Fahrzeuge dort 49 km/h schnell sind.

Kierspe -Auf den Straßen, die zum Fritz-Linde-Stein führen, wird zu schnell gefahren. Diese Beobachtung machte vor gut einem Jahr die Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG), die daraufhin eine entsprechende Anfrage an die Stadtverwaltung formulierte. Nun herrscht Klarheit: Auf den Zufahrten zum Fritz-Linde-Stein fahren 85 Prozent aller Autofahrer durchschnittlich 49 km/h – ein Wert, der „als unauffällig zu bewerten“ ist, wie es einer Vorlage für die kommende Sitzung des Umwelt- und Bau-Ausschusses heißt.

Das Gremium tagt am kommenden Dienstag, 7. November, ab 17 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses. „Aufgrund der Messergebnisse wird von weiteren Maßnahmen in diesem Bereich abgesehen“, lautet die Konsequenz. Rückblick: Im September des vergangenen Jahres hatte die Verwaltung nach der UWG-Anfrage zugesagt, Geschwindigkeitsmessungen in diesem Sommer durchzuführen.

Dafür sollte das sogenannte Seitenradarmessgerät eingesetzt werden. Denn sollte auf den Straßen zum Fritz-Linde-Stein zu schnell gefahren werden, hätte man auf der Grundlage der Messergebnisse die Polizei beziehungsweise den Märkischen Kreis auffordern können, dort mobile Geschwindigkeitskontrollen durchzuführen.

Doch die Zahlen, die in der Zeit vom 12. bis 22. Juni ermittelt wurden, sagen etwas anderes aus: In dem Zeitraum wurde die Geschwindigkeit von insgesamt 1708 Fahrzeugen überprüft. Die meisten davon (822) waren Pkw. Auf den Straßen fuhren zudem 326 Kleinkraftfahrzeuge, 544 Kleintransporter beziehungsweisen Lastwagen und 16 große Lkw.

Das Seitenradarmessgerät hat aber eben nicht nur die Anzahl der Fahrzeuge aufgezeichnet, sondern auch deren durchschnittlich gefahrene Geschwindigkeiten, das Höchsttempo und die Messgröße V 85 (siehe unten) im Halbstundentakt.

Mit der Messgröße sollen das tatsächliche Fahrverhalten und die Geschwindigkeit der „unbehindert fahrenden Pkw“ beschrieben werden. Und genau dieser Wert liegt bei 49 Stundenkilometern – da es sich bei den Straßen um solche außerhalb geschlossener Ortschaften handelt, könnte rein theoretisch dort 100 km/h gefahren werden, auch wenn das Tempo natürlich an die Gegebenheiten angepasst werden muss.

Natürlich, so heißt es abschließend in der Antwort auf die UWG-Anfrage, würde es immer wieder mal Fahrer geben, welche die „Möglichkeiten nach oben ausreizen“. Fazit: Eine Geschwindigkeitsbegrenzung ist nach Ansicht der Verwaltung nicht notwendig.

Messgröße V 85

Verkehrsingenieure verwenden die Messgröße V 85 oder auch 85-Prozent-Geschwindigkeit“ an, um mit dieser Kennzahl darzustellen, ob 85 Prozent der gemessenen Fahrzeuge die Geschwindigkeit einhalten und 15 Prozent überschreiten. Dabei werden die sehr schnellen Fahrer außer Betracht gelassen. Die 85-Prozent-Geschwindigkeit einer Straße sollte unterhalb der zulässigen Höchstgeschwindigkeit liegen. Falls nicht, wird das Tempolimit von mehr als jedem siebten Fahrer überschritten – dies ist dann ein Sicherheitsmangel der Straße, der von der Behörde behoben werden sollte.

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