Menschen vor Ort sind relativ sicher vor „Blüten“

Das Schwarzlicht offenbart Merkmale wie das Wasserzeichen und den Sicherheitsfaden in der Mitte.

KIERSPE ▪ „Falsche Scheine? Die hatte ich zuletzt noch in D-Mark-Zeiten in der Hand“, wundert sich Diana Schwichtenberg, Servicemitarbeiterin bei der Sparkasse. Erst vor kurzem wurde festgestellt, dass in Nordrhein-Westfalen während des vergangenen Jahres gehäuft Falschgeld aufgetaucht ist. Laut des Landeskriminalamts wurden 14 692 „Blüten“ entdeckt, an die 4000 mehr als im Jahr 2009. Müssen die Kiersper jetzt nach jedem Einkauf das Wasserzeichen prüfen?

„Ich habe lange kein Falschgeld mehr einbehalten. Den letzten Schein habe ich vor ungefähr drei Jahren gesehen“, beruhigt ebenfalls Markus Born, Servicekundenberater der Volksbank in Kierspe, der im Hause für den Kassenbereich zuständig ist. Daher geht durch seine Hände das meiste Bargeld.

Mit den neuesten Mitteln ist Falschgeld aber auch nicht schwer zu erkennen: „Wir benutzen den automatischen Kassentresor. Man lässt den Schein durchlaufen und die Maschine erkennt sofort, ob er echt oder falsch ist“, erläutert hierzu die Sparkassenangestellte.

Wenn der automatische Kassentresor den Schein aus dem Verkehr ziehen will, heißt das aber lange noch nicht, dass der Schein wirklich falsch ist: „Das Gerät prüft bloß die Umlauffähigkeit. Vergisst man zum Beispiel mal sein Geld in der Hosentasche und wäscht dieses dann mit, verändert sich das Papier. Es wird rauer. In so einem Fall hält der Automat das Geld im ersten Moment für Falschgeld“, ergänzt ihr Volksbankkollege.

Wenn also der Automat das Falschgeld erkennt, sollte man nicht gleich in Panik verfallen. Es gibt zahlreiche andere Methoden, das Geld auf seine Echtheit zu prüfen. Unter UV-Licht beispielsweise fluoreszieren die in das Papier eingearbeiteten Fasern rot, blau oder grün. Die Unterschrift des Präsidenten der Europäischen Zentralbank wird gün und die großen Sterne und die kleinen Kreise auf der Vorderseite leuchten. „Solche Merkmale kann man nicht fälschen“, macht Diana Schwichtenberg aufmerksam.

Erkennt man selbst unter dem UV-Licht keine Veränderung, ist der Schein falsch. Dann wird die Polizei verständigt. Der Schein wird einbehalten, der Kunde wird meist nicht entschädigt. „Man kann ein Entschädigungsformular ausfüllen, aber bis sich die Herkunft der Scheine geklärt hat, kann ich niemandem etwas gutschreiben“, bedauert Markus Born. Für die Polizei ist der geschädigte Kunde ein Betrugsopfer.

Aber wie kann der Laie sich vor Falschgeld schützen? „Um Falschgeld zu erkennen, braucht es wirklich keine Zählmaschine“, erklärt der Servicekundenberater der Volksbank. „Je höher der Wert der Banknote ist, desto mehr Merkmale zur Überprüfung der Echtheit sind auf dem Schein zu finden. Es gibt auf einem Fünfziger an die neun Merkmale, an denen man echtes Geld erkennt: Allein schon das markante Baumwollpapier unterscheidet sich stark von normalem Papier.“

Die Wertzahlen auf der Vorderseite fühlten sich zudem dicker und erhaben an, wenn man mit dem Finger darüber streiche. Dieser Effekt sei schlecht zu fälschen. Und das Wasserzeichen habe wohl jeder schon einmal geprüft. Leicht lasse sich dabei zudem der Sicherheitsfaden in der Mitte kontrollieren, auf dem man das Wort Euro und den Wert der Banknote erkennen könne, listet Markus Born auf. Die zweite Seriennummer auf der Rückseite sei bei echten Scheinen immer in der Farbe der Note gehalten.

Der Volksbankangestellte macht außerdem auf den Kippeffekt aufmerksam: „Kippt man den Schein, wechselt die Wertzahl auf der Rückseite die Farbe. Allerdings nur ab 50 Euro Scheinen. So etwas übersehen Fälscher gerne mal.“ Auch die Hologrammstreifen und -elemente verändern sich während des Kippens.

Falsche Münzen würden ebenfalls gravierende Unterschiede zu echten Eurostücken aufweisen. Born erklärt, dass die echten Münzen nur innen leicht magnetisch seien. „Falsche Eurostücke hingegen sind entweder ganz oder gar nicht magnetisch.“

„Wer seine Banknoten professionell überprüfen lassen möchte, kann jederzeit in der Bank vorbeischauen. Wir bieten diesen Service gerne an, um die Sicherheit unserer Kunden zu gewährleisten“, versichert Diana Schwichtenberg. In der Bank wird bei Bedarf auch eine Broschüre zum Thema Falschgeld herausgegeben. ▪ Naima Fischer

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