Mensaverein der Gesamtschule braucht Hilfe

KIERSPE - Die Eltern der Gesamtschule sind in großer Sorge, was die Zukunft des Mensavereins und damit der Mittagsverpflegung angeht. Unlängst wandten sie sich mit einem Hilferuf an Politik und Verwaltung.

Von Rolf Haase

Zum einen sind die Essenszahlen dramatisch eingebrochen, was mit der Zunahme der Konkurrenz kommerzieller Anbieter im Umkreis der Schule zu tun hat und den Verein finanziell nun so sehr unter Druck setzt, dass überlegt werden muss, Ende des Jahres die Arbeit einzustellen. Zum anderen hat aber auch der bürokratische Verwaltungsaufwand durch die Buchführung, den Personaleinsatz und auch die Abrechung der Essen im Rahmen des Bildungs- und Teilhabepaketes derart zugenommen, dass die Arbeit vom Vorstand allein ehrenamtlich nicht mehr bewältigt werden kann. Immerhin besteht die Küchenmannschaft aus elf Mitarbeitern, davon zwei festangestellten Köchinnen, der Rest Teilzeitkräften.

In den vergangenen Jahren sind immer wieder Vorstandsmitglieder abgesprungen und die frei gewordenen Posten konnten gar nicht oder nur schwer neu besetzt werden. Aus dem Grund gibt es nach wie vor keinen ersten Vorsitzenden, so dass die zweite Vorsitzende Gabriele Mavany die Leitung allein hat. Auch Kassiererin Andrea Bornträger hat bereits angekündigt, nicht noch einmal zu kandidieren.

„Wir brauchen Unterstützung, wenn es weitergehen soll“, stellt Mavany fest. Neben der arbeitstechnischen Entlastung bei der Verwaltung des Mensabetriebs können auch die notwendigen Investititionen in die überaltete Küchenausstattung nicht in dem Maß wie bisher allein oder anteilig finanziert werden, wie sie deutlich macht. Mit dem Thema soll sich morgen ein runder Tisch befassen, der vom Schulausschussvorsitzenden Clemens Wieland spontan einberufen wurde. Alle politischen Gruppierungen werden daran teilnehmen. Viele haben bereits angekündigt, nach Lösungen suchen zu wollen, um den Fortbestand des Mensavereins sicherzustellen.

Immerhin gewährleistet dieser bereits seit 1995, dass die Schüler der Gesamtschule täglich ein frisch zubereitetes gesundes Essen erhalten. Für 2,80 Euro, günstiger als an Nachbarschulen, können die Schüler zwischen zwei Menüs, eines davon vegetarisch, auswählen. Um dem Geschmack der Kinder und Jugendlichen zu entsprechen, gibt es zudem eine Pastabar, auch mal Pommes frites, aber genauso eine Salatbar, wo jeder Schüler sich einen Salat nach seinen Vorstellungen zusammenstellen kann. Darüber hinaus wird ebenfalls ein großes Frühstücksangebot vorgehalten. Vor dieser Zeit bediente die Kommune sich einer Cateringfirma, so dass das Essen lange Transportwege hatte. Nachdem wieder vor Ort gekocht wurde, stiegen die Essenszahlen bis auf durchschnittlich 200 Essen pro Tag an - weil es einfach besser schmeckte.

Dass bei einer Ganztagsschule die Mittagsverpflegung zwingend geregelt werden muss, darauf weist Schulleiter Johannes Heintges hin und er ist sehr froh, dass dies an der Gesamtschule seit vielen Jahren ausgezeichnet durch den Mensaverein funktioniert. Davon profitiert die Stadt auch wirtschaftlich, weil durch das ehrenamtliche Engagement die Kosten gesenkt werden. Aus Heintges Sicht besteht nicht nur eine soziale Verantwortung gegenüber dem Mitarbeiterteam, sondern auch den Schülern, die in der Mensa über das Bildungs- und Teilhabepaket täglich eine warme Mahlzeit erhalten - und sonst vielleicht nicht erhielten.

Einen erzieherischen Auftrag erfüllen Schule und Verein laut dem didaktischen Leiter Frank Bisterfeld zudem durch die Pflege der Esskultur. Er erinnert weiter daran, dass sich die Schulklassen bei der Aufsicht abwechselten, so dass auch hier ein Stück Erziehung zur Selbstverantwortung stattfinde.

Johannes Heintges betont, wie wichtig eine gute Mittagsverpflegung in einer Zeit ist, da die Konkurrenz der Schulen und Schulstandorte untereinander immer schärfer wird. So sei eine gute modern ausgerichete Mensa wie die der Gesamtschule für Eltern ganz sicher ein Argument bei der Schulauswahl, ja, sogar bis hin zur Entscheidung für einen Wohnort. Hier stehe Kierspe klar im Wettbewerb mit den Nachbarstädten.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare