Mundharmonika-Quartett begeistert Konzertbesucher

+
Das Mundharmonika-Quartett „Fata Morgana“ aus den Niederlanden erwies sich als Meister seines Fachs.

Rönsahl - „Standing Ovations“ des restlos begeisterten Publikums begleiteten am Samstag die stürmisch geforderte Zugabe beim Konzertabend in der Servatiuskirche.

Denn als die letzten Akkorde des von Rocco Granata weltweit bekannt gemachten Klassikers „Buona Sera Signorina“ verklangen, brachen endgültig alle Dämme: Zu diesem Zeitpunkt hatten sich die mehr als 100 Zuhörer, die der vorletzten Veranstaltung in der laufenden Reihe der Rönsahler Kirchenkonzerte einen würdigen Rahmen gegeben hatten, längst von ihren Plätzen erhoben.

Abermals war es Dr. Christoph Luyken, Organisator der Rönsahler Kirchenkonzerte, mit der Verpflichtung des international hochdekorierten Mundharmonika-Quartetts „Fata Morgana“ aus den Niederlanden gelungen, einen anspruchsvollen Konzertabend in der Servatiuskirche auf die Beine zu stellen.

Dem eigentlichen Konzertbeginn, bei dem die Ausführenden mit „Rock this town“ sogleich erste Akzente setzten, stellte Dr. Luyken eine ausführliche Analyse des bereits seit Jahrhunderten bekannten und ursprünglich aus dem fernen China stammenden Instruments Mundharmonika voran. Wer schon hätte nämlich gewusst, dass die Mundharmonika, vor Jahrzehnten noch in nahezu jedem Haus zu finden, heute indes fast in Vergessenheit geraten, seinerzeit ein typisches Volksinstrument war und in den 1920er Jahren mit rund 60 Millionen in Deutschland produzierten Exemplaren an der Spitze der Exportartikel des Landes gestanden hat?

Auch heute noch nimmt die Mundharmonika, zumal wenn meisterhaft gespielt, ihren festen Platz im Klangspektrum der Blues-, Folk- und Countrymusik ein. Und eben das wusste das Quartett „Fata Morgana“ in Person von Bandleader Rob Janssen, Ronald Kammings (beide Bass-Mundharmonika), Antal von Acquoy (Akkord-Mundharmonika) und Paul Cornelissen (unter anderem Harmonetta) in überzeugender Weise zu belegen.

Gern ließen sich die Zuhörer mitnehmen auf eine musikalische Reise mit vielen ganz unterschiedlich strukturierten Stationen in mehreren europäischen Ländern und den USA.

Weit gespannt war der Bogen des musikalischen Spektrums, das sowohl Elemente aus klassischen Kompositionen als auch ein Wiedersehen mit Edith Piaf beinhaltete und unter anderem auch die Titelmusik aus „Die glorreichen Sieben“ als klassischem Western aus den 1960er Jahren nicht außen vor ließ.

Besonders beeindruckend war neben der enormen Vielfalt der zu Gehör gebrachten Stücke indes das ganz spezielle „Equipment“, also die Beschaffenheit der Musikinstrumente an sich, die „Fata Morgana“ zum Einsatz brachte. Nur noch wenig erinnert dabei an die klassische „Mundorgel“ früherer Jahre. Die heutige Mundharmonika, zumal wenn auf Konzertebene eingesetzt, gleicht – wie beispielsweise die mit Tastatur ausgestattete und entfernt an eine Schreibmaschine erinnernde Harmonetta – einem hoch entwickelten technischen Gerät, dessen vielfältige Möglichkeiten im Laufe des Abends in der Kirche zum Ausdruck kamen und zusätzlich in Wort und Bild vorgestellt wurden.

Rainer Crummenerl

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare