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Ohne Barriere in den Bus: Das plant die Stadt Kierspe

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Von: Frank Zacharias

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Die Bushaltestelle am Felderhof gehört zu den insgesamt 17 Haltestellen, die mithilfe von Fördermitteln im kommenden Jahr barrierefrei ausgebaut werden sollen
Die Bushaltestelle am Felderhof gehört zu den insgesamt 17 Haltestellen, die mithilfe von Fördermitteln im kommenden Jahr barrierefrei ausgebaut werden sollen. © Zacharias, Frank

Insgesamt 131 Bushaltestellen gibt es in Kierspe. Kleine wie entlang der B 54 und Größere wie am ZOB oder verteilt an der Friedrich-Ebert-Straße. Aber möglichst alle sollten eigentlich mittlerweile barrierefrei erreichbar sein.

Kierspe – Das sah das Personenbeförderungsgesetz bis zum 1. Januar 2022 für Haltestellen des Öffentlichen Personennahverkehrs vor. Doch (auch) Kierspe ist davon noch weit entfernt. Deshalb steht das Thema an diesem Mittwoch, 25. Januar, auf der Tagesordnung des Umwelt- und Bauausschusses, der ab 17 Uhr öffentlich im Ratsaal am Springerweg tagt.

Aber was heißt eigentlich „barrierefrei“? Helmut Heidemann, der im Rathaus für diesen Bereich zuständig ist, sieht die Stadt auf einem weitaus besseren Weg als es auf den ersten Blick vielleicht den Anschein hat. „Barrierefreiheit ist teils immer auch Auslegungssache. Was vor 15 Jahren noch als barrierefrei galt, ist es im Zuge neuer Regelungen heute eventuell schon nicht mehr“, sagt der Sachgebietsleiter. Zu einer barrierefreien Bushaltestelle gehört etwa die Einrichtung eines taktilen Leitsystems, bei dem geriffelte Steine Sehbehinderten und Blinden den Weg weisen. Aber auch sogenannte Buskapsteine, die einen ebenerdigen Einstieg in Niederflurbusse gewährleisten sollen, müssen installiert werden.

Sanierungsbedürftig ist auch die Haltestelle Hammerkamp an der Kölner Straße.
Sanierungsbedürftig ist auch die Haltestelle Hammerkamp an der Kölner Straße. © Zacharias, Frank

Insgesamt 17 weitere Haltestellen will die Stadt nun entsprechend ertüchtigen – zum allergrößten Teil befinden die sich an der Bundesstraße 237 (Kölner Straße) und an der Landesstraße 528 (Friedrich-Ebert-Straße). Aber auch in Rönsahl soll eine Haltestelle hergerichtet werden (siehe Info-Kasten). Auch wenn man damit später dran ist als andere Kommunen, soll die Förderung seitens des Zweckverbands Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) gesichert sein. Diese betrage 90 Prozent, womit 640 000 Euro der Gesamtkosten abgedeckt wären. Diese würden sich entsprechend auf rund 711 000 Euro belaufen, sodass für die Stadt für die Baukosten ein Eigenanteil von rund 71 000 Euro zu leisten wäre. Hinzu kommen 47 000 Euro für Planungskosten, von denen immerhin noch 25 600 Euro gefördert werden.

Der Beschluss über diese Fördergelder erfolge aber erst in der Verbandsversammlung des NWL im Sommer dieses Jahres, sodass der eigentliche Förderantrag durch die Stadt Kierspe bis Ende 2023 gestellt werden könne. Im Laufe des Jahres 2024 sollen die Maßnahmen an den 17 Haltestellen dann umgesetzt werden. Damit ist die Planung aber nicht beendet: Wie es vonseiten der Verwaltung heißt, soll der Ausbau weiterer Bushaltestellen im darauffolgenden Jahr beantragt werden – was auch deshalb notwendig sein dürfte, weil die Stadt in diesem Jahr nach Auskunft aus dem Rathaus keine einzige Haltestelle umrüsten wird.

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