Eva Mayerhofer & Band in der historischen Brennerei

Zu einer selten zu erlebenden Einheit verschmolzen vokales Können und instrumentale Leidenschaft beim Konzertnachmittag mit Eva Mayerhofer & Band in Rönsahl. - Fotos: Crummenerl

Rönsahl - „Wir spielen jetzt mal ein Stück ohne dich, damit das Klavier geschont wird.“ Mit einem unverkennbaren Lächeln um die Mundwinkel und einem schelmischen Blick aus den Augenwinkeln verordnet Eva Mayerhofer, Chefin des gleichnamigen vierköpfigen Ensembles, ihrem Pianisten Rainer Böhm eine kurze Verschnaufpause.

Von Rainer Crummenerl

Der Mann erhebt sich und verlässt – begleitet von stürmischem Beifall – für wenige Minuten den Ort des Geschehens. Eine Momentaufnahme nur, aber eine, die für sich spricht: Denn allein die schier unnachahmliche Art und Weise wie die Instrumentalisten mit ihrem Instrument verschmelzen, wäre bereits den Eintritt wert gewesen. Dietmar Fuhr am Kontrabass, ganz speziell aber eben Rainer Böhm und nicht minder auch Schlagzeuger Jens Düppe faszinierten die Zuhörer. Ein hohes Maß an vokaler wie instrumentaler Kunst, dargeboten beim KuK-Konzert am Sonntagnachmittag in der Historischen Kornbrennerei, ließ die trotz des ausnehmend schönen Frühlingsnachmittags in erfreulich großer Zahl erschienenen Besucher in jeder Weise auf ihre Kosten kommen.

Wie gewinnend, wie rundum erbaulich eine solche Veranstaltung sein kann und insbesondere auch die unnachahmliche Art und Weise, in der die Kölner Vokalistin und Songschreiberin Eva Mayerhofer und ihre Band feinsten Jazz nicht nur zu Gehör brachten sondern geradezu „zelebrierten“, das nötigte den Zuhörern ein hohes Maß an Anerkennung ab und wurde immer wieder mit Szenenbeifall belohnt.

Schon beim Entree, als – von Jens Düppe angerichtet – „Toast and salty butter“ serviert wurden, gab es prasselnden Beifall. Selten nämlich, dass gleich zum Auftakt ein erster Höhepunkt angesagt und damit die Messlatte hoch angelegt ist. Qualitativ mindest auf gleich hohem Level bewegte sich das nächste Stück. Da ließ sich das Auditorium gerne einladen zu einer Reise, die im schwankenden Boot auf hoher See dank des anvisierten Leuchtturms die Crew schließlich zum siheren Hafen führte. Besonders beeindruckend hierbei Mimik und Gestik der Vokalistin, die mit ihrer sonoren Altstimme mal das Rauschen des Meeres einfing, dann wieder das Blasen des Windes nachempfand und in nahezu authentischer Weise ins Mikro hauchte.

„I think about the life I live“ – Nachdenkliches und eine Analyse goldener Lebensregeln, dann ein Lied, das in Gedichtform vom Wohlbefinden erzählt, das Mensch und Blumen empfinden, wenn nach langer Trockenzeit endlich Regentropfen auf die dürstende Pflanzenwelt fallen. Nicht zuletzt auch das Nachdenken über das Verrinnen der Zeit und den sinnvollen oder unbeschwert leichtfertigen Umgang mit dem Geschenk der Zeit, gehörten zu den weiteren Schwerpunkten des Programms. Wenn Träume und Wirklichkeit miteinander verschmelzen, wenn der Mensch in seiner Sehnsucht nach Glück und Geborgenheit vergeblich versucht, beides mit sanfter Gewalt zu erreichen – dies wurde mit dem Song „Don´t try to hold it“ versinnbildlicht am Flug des Glühwürmchens, das am lauen Sommerabend dahin schwebt.

„Once I loved“ – ein Stück, das wie eine Liebeserklärung an die Instrumente daher kam und „Fading light“ als eine Art Dankeschön für die „Musik der Nacht“, die sich am Abend über Land und Leute legt, ließen den erbaulichen Nachmittag schließlich ausklingen.

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