Ein neuer Kandidat

+
Markus Pempe (Mitte) kandidiert erstmals für den Kreistag und möchte damit an dieser Stelle den Platz von Horst (rechts) einnehmen. Unterstützt wird er dabei auch von dem Kiersper CDU-Vorsitzenden Holger Scheel. Becker

KIERSPE - Nach 15 Jahren im Kreitag kandidiert Horst Becker nicht mehr für dieses Gremium. An seine Stelle tritt Markus Pempe und damit ein Politikneuling, der bislang nur im Ausschuss für Schule und Kultur parlamentarische Arbeit geleistet hat. Der Vorsitzende der CDU sieht in diesem Schritt die Chance, einen Generationswechsel einzuleiten.

Von Johannes Becker

Wenn es der CDU Kierspe darum geht, das Bewährte zu ersetzen und sich dem Neuen nicht zu verweigern, dann hat Pempe mit seinem Haus in Vorderster Vornberg die Vorlage abgeliefert. An das uralte Gebäude hat er mit seiner Frau einen sehr modernen Anbau gesetzt, ohne den Charme des Alten zu zerstören oder das Neue zu sehr in den Vordergrund zu rücken. Und im Garten beweist die Familie Pragmatismus – um einen steilen Hang nicht mähen zu müssen, hält sie dort Hühner.

Pempe ist in Bergkamen aufgewachsen, hat seinen Grundwehrdienst bei der Marine abgeleistet und in Dortmund Wirtschaftswissenschaften und Sport auf Lehramt (Sekundarstufe II) studiert. Die Liebe zu seiner Frau Inga führte ihn vor zehn Jahren nach Kierspe, wo er heute mit ihr und drei Söhnen im Alter von sechs bis elf Jahren lebt. Der 42-Jährige arbeitet als Lehrer am Berufskolleg in Gummersbach. Politisch ist er als sachkundiger Bürger im Ausschuss für Schule und Kultur engagiert. Neben dem Kreistag kandidiert Pempe auch für den Rat.

Sollte der Neue in den Kreistag gewählt werden, tritt er ein nicht leichtes Erbe an. Horst Becker gehörte dem Kreistag 15 Jahre an und hatte bereits zuvor viel Erfahrung im Rat gesammelt, dem er seit 1975 angehört. Außerdem war er 34 Jahre Ortsvorsteher, beziehungsweise Ortsbürgermeister in Rönsahl, gehörte dem Regionalrat an und konnte sein Fachwissen als Bauingenieur in den Kreistagsausschüssen „Schule und Sport“ sowie „Bauen und Straßen“ einbringen. Vor allem war dieses Fachwissen bei der Sanierung der Mauer der Burg Altena gefragt. Becker: „Die Sanierung sollte 6,5 Millionen Euro kosten. Wir haben dann ein Expertengremium eingesetzt und sind letztlich mit gut drei Millionen Euro ausgekommen. Das hat Spaß gemacht, auch weil die Arbeit und nicht die Politik im Vordergrund stand.“

Markus Pempe sieht auch aufgrund seines beruflichen Hintergrundes andere Schwerpunkte und möchte sich gerne in der Bildungspolitik engagieren. Darüber hinaus sieht er ein Handlungsfeld im Tourismus: „Als Zugezogener sehe ich immer noch, wie schön es hier ist. Die Landschaft hat noch ein großes Potenzial, das noch weiter erschlossen werden kann.“ Vor allem aber möchte der 42-Jährige die Interessen Kierspes im Kreistag vertreten. Da sieht Becker ein Spannungsfeld, aber auch Möglichkeiten, wenn auch der Nordkreis letztlich das Gremium dominieren würde.

Unterstützung bekommt der Kandidat auch durch den CDU-Vorsitzenden Holger Scheel: „Markus Pempe ist in der Fraktion immer wieder durch unkonventionelle Ideen aufgefallen. Und wenn sich diese nicht durchsetzen ließen, hat er sich nie frustriert zurückgezogen. Außerdem steht er für einen Generationswechsel.“ Scheel verheimlicht aber auch nicht, dass es nicht leicht sei, überhaupt einen Politiker für dieses Kandidatur zu begeistern.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare