Kurz vor Bahnhof-Eröffnung: Neuer Hingucker am ZOB Kierspe

+
Zweifellos ein besonderer Blickfang am Bahnhof: Der Stadtmarketingverein hat sein Projekt Uerdinger Schienenbus realisiert.

Kierspe - Ein kleines Schild gibt Auskunft: „Uerdinger Schienenbus – Zur Wiederaufnahme des Bahnverkehrs und Bahnhofs in Kierspe soll dieser Schienenbus an den damaligen Eisenbahnverkehr erinnern.

Er ist auf der Volmetalstrecke in den Jahren von 1956-1979 gefahren. Nach einer Idee von Gerd Reppel. Entworfen von Arnd Hawlina. Umgesetzt vom Stadtmarketing Kierspe e.V.. Im Dezember 2019.“

Und so wird schnell klar, warum ein Schienenbus jetzt die große Wand am Zentralen Omnisbusbahnhof (ZOB) schmückt. Ein Verkehrsmittel also, mit dem sicherlich auch einige ältere Kiersperinnen und Kiersper damals gefahren sind. Denn zu den Zielen des Kiersper Stadtmarketingvereins, so erklärt Ideengeber Gerd Reppel, gehöre es auch, dem Stadtbild mit markanten Blickfängen mehr Profil zu verleihen.

Dazu würden beispielsweise die Hühner im Kreisverkehr am Haunerbusch gehören, weist Reppel, der als Schriftführer zum Vorstand des Stadtmarketingvereins gehört, auf bereits installierte Blickfänge hin. Ebenso zähle die Weihnachtsbeleuchtung dazu, die jedes Jahr aufgehangen wird, und die Fußballgolfanlage im Sportzentrum Felderhof.

„Die Wand zum ZOB bot sich dabei geradezu an“, erklärt Gerd Reppel, „Besucher und Bewohner fällt diese, in Fahrtrichtung auf der Kölner Straße, von oben und unten kommend, direkt ins Blickfeld.“ Und solche, die durch Kierspe mit dem Auto, der Bahn oder auch dem Bus fahren, sollen mit dem Uerdinger Schienenbus an die Volmestadt erinnert werden. „Aber auch das Gesamtbild dieses Stadtbereichs wird damit positiv beeinflusst“, ist man aufseiten des Stadtmarketingvereins überzeugt.

So sehen die „Schienenbusse“, die nun durchs Volmetal fahren, heute aus.

„Was an die Wand musste, war mir von Anfang an klar“, betont Gerd Reppel, „natürlich ein Zug oder eine Lokomotive.“ Die ursprüngliche Überlegung sei gewesen, sowohl an der Wand zwischen Hammerkamp und Bahnhofstraße als auch auf der gegenüberliegenden Böschung etwas zu gestalten. Doch die Böschung fiel erst einmal weg, da der Bereich um die Unterführung neu geplant werden soll. Aber noch ist dieses Thema nicht ganz vom Tisch, denn: „Einen Hingucker, zum Beispiel in Form einer Original-Lok, könnte ich mir auf der Böschung dort gegenüber in der Zukunft gut vorstellen“, sagt der Schriftführer.

Bei seinen Überlegungen, welcher Zug an die Wand „gemalt“ werden sollte, erinnert sich Reppel, habe sich bei ihm schnell der Schienenbus herauskristallisiert. Denn das Fahrzeug sei zweifellos etwas besonderes, weil es nicht überall in Deutschland gefahren ist – Kierspe und das Volmetal gehörte zu den Strecken, auf denen der Schienenbus unterwegs war.

Der Uerdinger Schienenbus war der Vorgänger der Regionalbahn.

Anfangs habe es Überlegungen gegeben, einen Zug bestehend aus einer roten Diesellok und grünen Waggons, oder auch eine riesige schwarze Dampflokomotive als Motiv zu nehmen. Doch nach einer Sichtung historischer Fotos sei die Entscheidung schnell für den Schienenbus gefallen. Der Dank des Stadtmarketingvereins gilt hier besonders dem BFS (Bürgerverein zur Förderung des Schienenverkehrs) mit Sitz in Lüdenscheid und seinem Vorsitzenden Oliver Reitz, die den Kierspern die Sichtung der alten Fotos ermöglicht hatten.

Mit der Gestaltung des großen Schienenbus-Bildes wurde der ehemalige Kiersper Arnd Hawlina beauftragt. Der Grafiker, der auch Karikaturen für die MZ zeichnet, habe einen schönen Mix aus Originalabbildung und künstlerischer Gestaltung gefunden, sagt Reppel. Hawlina hatte bereits „Fugo“, den Fußballgolfraben, sowie die Hühner auf dem Haunerbusch entworfen. Das Ganze sei mit enormem Aufwand verbunden gewesen, macht Gerd Reppel klar, sowohl in gestalterischer, technischer und behördlicher Hinsicht.

Letztlich gab es aber von allen Seiten „grünes Licht“ für das besondere Porträt des Uerdinger Schienenbusses; auch die Kiersper Kommunalpolitiker hätten dem etwa 8,5 mal 3,5 Meter großen Projekt einhellig zugestimmt. „Eine kleine Zeichnung auf diese Dimensionen zu bringen, ist schon etwas nicht Alltägliches“, zollt der Stadtmarketingverein auch der Meinerzhagener Firma Ludwig Reklame Werbetechnik ein dickes Lob. Das Unternehmen druckte dann die Folien, die dann auf Aluminium-Verbundplatten geklebt wurden.

Diese verschiedenen Platten mit dem Konterfei des besonderen roten Zugs kommen schließlich auf ein (rostfreies) Gerüst, für das die Kiersper Firma Stahlbau Lüttringhaus sorgte. Auch wenn das Unternehmen nur die Materialkosten berechnet und die Anbringung der Unterkonstruktion als Spende an den Stadtmarketingverein sieht, zählt das Projekt zu den teureren – es liege im höheren vierstelligen Euro-Bereich, verdeutlicht Reppel.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare