Aus für das Katzen-Paradies "Fuchsbau"

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Paradies für Samtpfoten: Die Pension von Marita Fuchs schließt Ende August ihre Pforten.

Kierspe - Es ist Ferienzeit – und mit dem Urlaub steht für manch einen Tierbesitzer die bange Frage an: Wer kümmert sich um meinen Vierbeiner? Ein willkommenes Angebot für Katzenliebhaber hielt jahrelang Marita Fuchs mit ihrem „Fuchsbau“ bereit. Doch damit ist bald Schluss.

Katzen sind Individualisten. Sie lassen sich gerne umsorgen, aber sie binden sich nicht an Menschen, sie binden sich ans Haus. Gerade diese Unabhängigkeit schätzen Katzenbesitzer an ihren Lieblingen. In Urlaubszeiten führt das aber zu Problemen, denn auch wenn Katzen ihren Besitzern gerne vorführen, wer Herr im Haus ist – allein lassen kann man sie über längere Zeit doch nicht. Dafür gibt es Katzenpensionen – und wer die Sicherheit hat, seinem Tier gehe es dort gut, der wird schnell zum Stammkunden.

 „Der Fuchsbau“ in der Kölner Straße hat fast nur Stammgäste, aber die müssen sich demnächst nach einer Alternative umsehen – nach zehn Jahren schließt Inhaberin Marita Fuchs ihre Katzenpension. Wohl kaum jemand bedauert das so sehr wie sie selber, aber die Gesundheit fordert ihren Tribut. „Das viele Treppensteigen geht nicht mehr“, begründet sie schlicht und nachvollziehbar ihre Entscheidung. Von ihrer Wohnung aus läuft sie täglich etliche Male den Weg hinunter zur Katzenunterkunft, wo in Stoßzeiten bis zu acht Katzen leben, sich rekeln, spielen, schlafen und sich gelegentlich auch einmal anfauchen. Das sei aber die Ausnahme, sagt Marita Fuchs, Revierkämpfe gebe es nicht. 

Sie führt das auf die Gerüche zurück. Die sind für Menschen nicht wahrnehmbar, aber jede einzelne Katze hinterlässt ihren spezifischen Geruch auf Möbeln, Sitzkissen, Katzenklos und an den zahlreichen Gerätschaften, mit denen die Tiere sich die Zeit vertreiben können. Diese Duftwolke macht jeder Katze und jedem Kater sofort klar: Gegen so eine Übermacht komme ich nicht an, besser, ich lasse es. 

Auch beim Besuch durch unsere Redaktion geht es ausnehmend entspannt zu. Das liegt auch daran, dass Marita Fuchs größtmögliche Rücksicht walten lässt. Der Staubsauger kommt nur zum Einsatz, wenn keine Katzen anwesend sind. Gereinigt wird mit dem Besen, mit Schwamm und Spray. Wasser und Haushaltsreiniger sind die Mittel der Wahl, der scharfe Geruch von Desinfektionsmitteln irritiert empfindliche Katzennasen. 

Über das Wohlergehen ihrer Tiere hält sie die Besitzer regelmäßig auf dem Laufenden, jeden Abend bekommen sie ein Foto. Zur Zeit ist der Fuchsbau voll belegt. Leo und Joey, Susi, Stavros und Costa streifen durch die Zimmer. Püppi lässt sich nicht blicken und auch Amigo schläft. Er geht an diesem Tag nach Hause, wird aber sofort abgelöst durch Freddy, mit seinen 16 Jahren der älteste Gast der Katzenpension. Alle kennen sich von früheren Aufenthalten, nur Finni ist neu. Entsprechend ängstlich verkriecht sich das Kätzchen in seinem Korb, nur die Augen sind zu sehen. Marita Fuchs nimmt es gelassen: „Sie kommt raus, wenn die Menschen weg sind.“

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