Frauenfreundliche Kirchen gefordert

+
Die Gruppe Maria 2.0 wanderte auf den Spuren von Prophetinnen des Alten Testaments durch den Arney.

Kierspe – Auch wenn die Kirchen immer noch weitgehend geschlossen und Gottesdienstbesuche nur unter strengen Auflagen möglich sind, so lassen sich spirituelle Bedürfnisse doch nicht einfach beiseiteschieben. 

Die Frauen der Gruppe Maria 2.0 sind deshalb froh, dass sie sich wieder treffen können, natürlich entsprechend den jeweils aktuellen Hygieneregeln.

Ihre Forderungen nach einer frauenfreundlichen Kirche verbinden sie mit gemeinsamen Gebeten und Bibellesungen, und weil auch das Gemeindehaus St. Josef noch geschlossen ist, machen sie sich auf in die Natur. Diese besondere Form gemeinsamer Spiritualität hat ihr Vorbild in den in der katholischen Kirche üblichen Kreuzwegen und Wallfahrten und fand kürzlich erneut statt, diesmal im Arney. Unter Anleitung von „Wanderführerin“ Ulla Buchwald-Hermann gingen zehn Frauen einen Rundweg mit Stationen an Parkbänken und Schautafeln, die – dem Leader-Projekt sei Dank – vor kurzem dort aufgestellt wurden.

Mehrere Frauen hatten Texte vorbereitet, die sich auf drei Frauengestalten im Alten Testament bezogen: die Richterin Debora, die Prophetin Mirjam und Ruth, deren Treueschwur heute noch bei Hochzeiten zitiert wird. Die kanonischen Texte des alten und neuen Bundes stammen aus patriarchalen Zeiten, insofern sind Frauen dort nur spärlich vertreten. Aber es gibt sie; feministische Theologinnen stützen sich bevorzugt auf diese biblischen Frauen, die mit Charisma und einem unerschütterlichen Glauben das Volk Israel durch die Wirrnisse ihrer Zeit leiteten.

Im Neuen Testament, vor allem in den Evangelien, ist im Verhältnis zum Alten Testament von vergleichsweise vielen Frauen die Rede: Jüngerinnen, Unterstützerinnen, Frauen, die Jesus um Hilfe baten, und nicht zuletzt die Gottesmutter. Dass Jesus ein unverkrampftes Verhältnis zu den Frauen in seiner Umgebung pflegte, ist bekannt. Auch darauf stützt die Bewegung Maria 2.0 ihre Forderung nach Beteiligung auf Augenhöhe innerhalb der katholischen Kirche.

Etwas enttäuscht zeigten die Frauen sich allerdings über die geringe Resonanz auf ihr Angebot. Gekommen war der harte Kern, Katholiken der anderen Gemeindeteile machten keinen Gebrauch davon.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare