Abschied im Gottesdienst

Mehr als 40 Jahre Kitas geleitet: Margrit Witt-Kringe

Kindergarten - Leiterin Margrit Witt-Kringe - Ruhestand
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Im Rahmen eines Gottesdienstes wurde Margrit Witt-Kringe in den Ruhestand verabschiedet. Wegen der Corona-Schutzbestimmungen konnte dies nur im kleinen Kreis geschehen.

Fast 40 Jahre lang hat Margrit Witt-Kringe an der Spitze der Erzieherinnen in evangelischen Kindergärten in Kierspe gestanden. Nun wurde sie im kleinen Kreis – wegen der Corona-Pandemie – im Rahmen eines Gottesdienstes in der Margarethenkirche in den wohl verdienten Ruhestand verabschiedet.

Vor rund 45 Jahren nahm Margrit Witt-Kringe ihre Arbeit als Gruppenleiterin im evangelischen Kindergarten Auf dem Eschen in Plettenberg auf. Nach drei Jahren wechselte sie zu einer Kita in Trier, den sie leitete. Doch da ihr Mann in Kierspe arbeitete, zog es auch sie dorthin. Im Jahr 1981 hatte Margrit Witt-Kringe die Leitung des evangelischen Kindergartens Felderhof. Dort wurde ein Familienzentrum eingerichtet und ein Antrag „sozialer Brennpunkt“ gestellt.

Als dieser 2009 dann vom DRK übernommen wurde, wechselte die Erzieherin zur „Villa Regenbogen“ am Denkmal Bahnhof. Auch dort zählt sie die Einführung der U3-Gruppe und natürlich das Erreichen der Zertifikate und Gütesiegel zu den herausragenden Dingen. Ähnliches gilt für die Fortbildungen, die immer wieder auf dem Programm standen: „Wir Erzieherinnen sind immer in Bewegung“. Hinzu kam vor gut zwei Jahren die Leitung des evangelischen Kindergartens Abenteuerland am Büscherweg, als dort die Leitungsstelle vakant wurde.

Letztlich hatte Witt-Kringe dies unter anderem auch ihrem unermüdlichen Einsatz zu verdanken: „Margrit Witt-Kringe hat von Anfang an mit außergewöhnlich großem Engagement ihre Arbeit angepackt“, stellten Pfarrer Reiner Fröhlich und Gabriele Wand, Kindergarten-Fachberaterin des Evangelischen Kirchenkreises, beim Abschiedsgottesdienst heraus. Sie habe in ihren Einrichtungen jeweils ein Team „geschmiedet“, das mit großem Zusammenhalt die Herausforderungen der Arbeit mit Kindern und ihren Familien angehe und bewältige.

„Ich hatte immer Glück, Mitarbeiter zu haben, die das Herz am rechten Fleck hatten“, sagt Margrit Witt-Kringe, „ich hatte super gute Teams!“ Und natürlich hat Witt-Kringe sehr viele Kiersper Mädchen und Jungen auf ihrem Weg zur Schule begleitet und ihnen das Rüstzeug dafür mitgegeben. Nicht nur das, denn da sie in Kierspe wohnt, konnte sie eine Reihe davon im Blick behalten, sehen, was aus ihnen wurde: „Es hat sich für jedes Kind gelohnt!“, empfindet sie dies als herausragend.

So freute sie sich zu erfahren, dass eine Kosovo-Albanerin aus „ihrem“ Kindergarten es schaffte zu studieren und Anwältin zu werden. „Kennen Sie mich noch?“, erinnert sie sich an eine von zahlreichen anderen Begegnungen. Der junge Mann erzählte ihr, dass er nun im Jugendamt arbeite und – mit einem Lachen – die Fälle bearbeite, die sie nicht bearbeiten könne.

Darüber hinaus sei Margrit Witt-Kringe „jederzeit auf dem neusten Stand der Fortbildungen gewesen und habe ihre Mitarbeiterinnen ermutigt, dies auch zu sein“. Pfarrer Fröhlich betonte zudem im Gottesdienst: „Der evangelische Kindergarten Felderhof ist unter der Leitung von Margrit Witt-Kringe für den Ortsteil Felderhof zum Segen geworden sei.“ Besonders die schwachen Kinder und Familien in Not hätten ihr am Herzen gelegen.

Wir Erzieherinnen sind immer in Bewegung.

Margrit Witt-Kringe, ehemalige Kita-Leiterin

Sie habe stets viel von sich selbst gefordert, so Fröhlich weiter, und ihre Mitarbeiterinnen ermutigt, das Beste für Kinder und Familien zu tun. Darüber hinaus war Witt-Kringe Mitglied im Kita-Ausschuss des Evangelischen Kirchenkreises und dessen Vertreterin auf der Delegiertenkonferenz für Kitas der Diakonie in Westfalen.

Die Teams der Kindergärten Villa Regenbogen und Abenteuerland hatten für den Gottesdienst Gebete und Aktionen vorbereitet, mit denen sie sich bei ihrer langjährigen Leiterin bedankten. An dem Gottesdienst, der von Pfarrer George Freiwat und Reiner Fröhlich geleitet wurde, nahmen die Erzieherinnen aus den beiden Einrichtungen, ehemalige Kolleginnen, Mitglieder des Presbyteriums, die Elternratsvorsitzenden der beiden Einrichtungen, Kindergarten-Fachberaterin Gabriele Wand und Dirk Cechelius, Leiter des Trägerverbunds der Kindergärten des Evangelischen Kirchenkreises teil.

Margrit Witt-Kringe hat von Anfang an mit außergewöhnlich großem Engagement ihre Arbeit angepackt.

Reiner Fröhlich und Gabriele Wand, Pfarrer sowie Kindergarten-Fachberaterin

Wegen der Corona-Schutzverordnungen konnten die Mädchen und Jungen der Kitas nicht an dem Gottesdienst teilnehmen – von ihnen hatte sich Margrit Witt-Kringe zuvor schon verabschiedet. Gleiches galt für die Eltern. Mit dabei waren allerdings die beiden Nachfolgerinnen, die von Pfarrer Freiwat den Segen erhielten: Elke Karloff aus Kierspe hat nun die Leitung des Kindergartens Villa Regenbogen übernommen, Christina Henkel aus Lüdenscheid leitet jetzt die Kita „Abenteuerland“.

Im Rahmen des Gottesdienstes in der Margarethenkirche sprach Pfarrer Reiner Fröhlich Witt-Kringes Ehemann ein besonderes Lob aus. Er habe nicht nur in der Zeit, als die eigenen Kinder im Kindergarten waren, sondern sich 39 Jahre lang handwerklich in den Kitas stark engagiert hat. Jetzt wollen Margrit Witt-Kringe und ihr Mann nicht nur Deutschland mit dem Wohnmobil – das sie sich gegönnt haben – erkunden und kennerlernen. Sie hoffen, dass Corona das bald wieder zulässt. Zudem wartet auch noch ein Segelboot in Kroatien, bei dem sie länger nicht waren.

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