„Man bekommt einfach alles“

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Passende Motorengeräusche gab dieser kleine Kunde von sich, während er den Rasenmäher ausprobierte. ▪

KIERSPE ▪ Bevor sich die Türen der Gesamtschule am Samstagmorgen pünktlich um 9 Uhr zum Kinderkleider- und Spielzeugbasar der evangelischen Kirchengemeinde öffneten, hatten die rund 70 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer um Karin Turck bereits ganze Arbeit geleistet. Galt es im Vorfeld doch, mehr als 20 000 abgegebene Artikel zu sichten und übersichtlich, nach Größen sortiert, auf Tischen und Kleiderständern anzuordnen. „Mit 639 ausgegebenen Kennnummern haben wir in diesem Herbst einen neuen Rekord erreicht“, berichtete Turck.

Nicht nur aus Kierspe, sondern aus zahlreichen Nachbarstädten waren die Kauflustigen angereist. „Ich habe bereits Kleidung, Spielzeug und einen Hochstuhl für mein Enkelkind gefunden“, freute sich Sylvia Kühn aus Lüdenscheid. Über eine Kollegin auf das Kiersper Angebot aufmerksam geworden, besuchte sie den Basar zum zweiten Mal. Aus Siegen kam Daniel Guillaume mit seiner Frau und zwei Kindern. „Die Kleidung ist wirklich gut erhalten und das Preis-Leistungsverhältnis stimmt“, betonte der Familienvater. Mit Tochter Ida im Tragetuch stöberte Edith Kutzner aus Müllenbach im reichhaltigen Angebot. „Man bekommt hier wirklich alles“, erklärte die dreifache Mutter anerkennend. Besonders gerne suche sie nach hochwertiger Markenkleidung, auch wenn diese etwas teurer sei.

Auf den Stufen zum Pädagogischen Zentrum probiert die siebenjährige Finja aus Radevormwald geduldig zahlreiche Shirts an. In diesem Jahr darf sie ihre Mutter erstmalig begleiten und selbst Kleidungsstücke und Spielzeug aussuchen.

Im Handumdrehen leeren sich die Tische mit Büchern, Legosteinen, Playmobil und anderem Spielzeug. Hoch im Kurs stehen auch die zahlreich angebotenen Fahrzeuge, die vielfach in der Spielecke getestet werden. Ganz versunken beschäftigt sich die kleine Lisa mit ihrer neuen Barbiepuppe und überlässt den restlichen Einkauf ihrer Mutter.

Die komplette Winterkleidung für Sohn und Tochter kauft Nina Erbe aus Kierspe auf dem Basar.

„Ich nehme zuerst alles, was mir auf den ersten Blick gefällt und sortiere dann sorgfältig aus. Meist komme ich allerdings mit mehr Sachen nach Hause, als ich eigentlich geplant habe. Bei dem großen Angebot kann ich oft einfach nicht widerstehen“, verrät sie lachend.

Lange Schlangen bilden sich derweil an den Kassen, wo Kleidung Spielzeug und jede Menge Artikel rund ums Baby in den mitgebrachten Taschen und Körben verschwinden.

Seit zehn Jahren gehören Carina Engstfeld und Iris Rahner bereits zum Helferteam. „Es ist total wuselig und nicht immer einfach am Basartag aber ich finde die Atmosphäre einfach schön“, erzählt Engstfeld, während sie heruntergefallene Kleidungsstücke aufhebt und neu auf den Tischen sortiert. Zwei Stunden Arbeit an der Kasse und eine Stunde Aufsicht im PZ stehen auf Iris Rahners heutigem Dienstplan. Wenn der Verkauf vorbei ist, gilt es, die übrig geblieben Artikel zurück zu sortieren, die Abrechnung zu machen und allen Beteiligten ihren Verkaufserlös auszuhändigen. „Nach mehr als acht Stunden bin ich abends ganz schön groggy, aber ich genieße die nette Gemeinschaft im Helferteam“, erklärt sie ihre Motivation für den langjährigen Einsatz.

Am Ende des Tages steht fest: Mit 8247 Teilen sind – wie in den vergangenen Jahren – rund ein Drittel der Waren verkauft. Dank des von Firma Winterhoff kostenlos zur Verfügung gestellten PCs ist für eine zügige Abrechnung gesorgt.

„Zehn Prozent des Verkaufserlöses spenden wir wieder für soziale Projekte. Diesmal sind das soziale Bürgerzentrum „Hand in Hand“ und Dietmar Schwarzes Hilfsorganisation „People International“ dabei. Über die restlichen Empfänger müssen wir noch entscheiden“, gibt Karin Turck Auskunft. ▪ msh

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