Kindergartenbedarfsplanung in Kierspe

Märkischer Kreis stellt Ziele vor: U3-Betreuung soll besser werden

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Über die Situation bei der Betreuung der noch nicht schulpflichtigen Kinder wurde im Jugendausschuss gesprochen. 

Kierspe – „Der Neubau eines Kindergartens in Kierspe ist weitestgehend in trockenen Tüchern“, bestätigte Matthias Sauerland, Leiter des Fachdienstes Jugendförderung und Kinderbetreuung beim Märkischen Kreis.

Sauerland war Gast im Ausschuss für Sport und Jugend. Dort trug er am Dienstag die Zahlen aus der Kindergartenbedarfsplanung vor. Demnach werden die zusätzlichen Plätze, die durch den Neubau der Einrichtung in der Nähe des neuen Feuerwehrgerätehauses entstehen, dringend benötigt – vor allem in der Betreuung der Kinder, die jünger als drei Jahre alt sind.

Derzeit gibt es in Kierspe genau 86 dieser sogenannten U3-Plätze, damit erreicht die Stadt eine Versorgungsquote von 23,5 Prozent. Zum Vergleich, die Quote in Herscheid liegt bei 36,9 Prozent. Errechnet wird die Quote aus der Zahl der Kinder, die jünger als drei Jahre alt sind, im Verhältnis mit den zur Verfügung stehenden Plätzen.

Bedarf an Kindergärtenplätzen steigt in den kommenden Jahren 

Genau wie die Kiersper Lokalpolitiker seit Jahren, machte sich auch Sauerland das Argument zu eigen, dass ein Teil der Nachfahren der Spätaussiedler diese Art der Betreuung kaum nachfragen würden und es deshalb auch nicht so viele Plätze geben müsse. Allerdings hat Sauerland auch eingeräumt, dass die Zahl der Geburten deutlich angestiegen ist, dadurch müssten nun auch mehr Plätze geschaffen werden. So hat Sauerland ausgerechnet, dass der Bedarf vom Kindergartenjahr 2018/19 zum Jahr 2019/20 um 44 Plätze steigt, im darauffolgenden Jahr um weitere 17, und dann zum Jahr 20/21 noch einmal um 15 Kinder zunehmen wird.

Generell möchte der Kreis die Quote im gesamten Zuständigkeitsbereich auf 35 Prozent anheben, derzeit beträgt diese noch 27,8 Prozent. Dazu wird es aber nicht ausreichen, dass es in dem neuen noch zu bauenden Kindergarten – für den eine bestehende Einrichtung mit drei Gruppen geschlossen wird – zwei Gruppen mehr gibt.

Wartelisten sind lang

„Wir bemühen uns derzeit um die Einrichtung einer weiteren Großtagespflege mit neun U3-Plätzen, außerdem führen wir Gespräche mit der Stadt, den Trägern und Investoren, um weitere Kindergartengruppen in Kierspe einrichten zu können. Allerdings sieht Sauerland für das kommende Kindergartenjahr, das im Sommer dieses Jahres startet, keine großen Versorgungsprobleme in Kierspe.

 „Die Wartelisten sind zwar lang, doch das liegt vor allem an den vielen Doppelanmeldungen. Wir gehen derzeit von fünf Kindern in Kierspe aus, die zum Sommer keinen Platz haben“, so der Fachdienstleiter. Er erklärte aber auch, dass es dem Kreis sicher gelingen werde, für diese Kinder eine geeignete Betreuung zu finden.

Bei der Betreuung gerade der jüngeren Kinder spielen auch die sogenannten Tagespflegepersonen eine große Rolle. Meist betreuen diese nur sehr wenige Kinder. Insgesamt finden sich im Zuständigkeitsbereich 80 dieser Tagespflegepersonen, die Platz für 229 Kinder vorhalten. In Kierspe werden derzeit 46 dieser Plätze genutzt, drei sind im Moment noch frei.

Sehr begrüßt hat Sauerland auch, dass in der neuen Tagesstätte am Wildenkuhlen eine heilpädagogische Einrichtung als Gruppe entstehen soll. Nach der Schließung des Heilpädagogischen Kindergartens in Schürfelde findet sich diese Betreuung derzeit in Meinerzhagen und Lüdenscheid. Nach Einschätzung von Sauerland soll die neue Einrichtung bereits zum Kindergartenjahr 2020/21 ihren Betrieb aufnehmen.

Versorgungsgebiet

Das Versorgungsgebiet des Märkischen Kreises im Bezug auf Kindergartenplätze, über das Matthias Sauerland im Ausschuss berichtete, setzt sich aus den Kommunen Balve, Halver, Herscheid, Kierspe, Meinerzhagen, Nachrodt-Wiblingwerde, Neuenrade und Schalksmühle zusammen. Insgesamt gibt es in diesem Bereich 600 U3-Plätze, davon 86 in Kierspe. Bei den Ü3-Plätzen liegt die Versorgungsquote bei deutlich über 95 Prozent.

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