„Fahr 66“ eine unverzichtbare Hilfe bei der Ernte

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Bahn für Bahn „zieht“ Landwirt Karl-Heinz Schulte mit seinem Mähdrescher des Fabrikats „Fahr“, Baujahr 1966, unter dessen Motorhaube ein 52 PS starker Vier-Zylinder-Deutz-Motor pocht, über das Getreidefeld.

Rönsahl - Ein Lächeln spielt um die Mundwinkel von Bauer Karl-Heinz Schulte, der ein feines Gespür für alles hat, was mit seinem „Fahr 66“, dem Landmaschinen-Veteranen aus dem Jahr 1966, zusammenhängt.

„Bisher hat er mich eigentlich noch nie wirklich im Stich gelassen. Ich hoffe, dass das auch noch ein Weilchen so bleiben wird. Sicher, den einen oder anderen Aussetzer kann es mal geben, dafür hat mein ,Fahr' ja eine ganze Menge an Arbeitsjahren auf dem Buckel. Wenn ich am Tuckern des Motors merke, dass mal eine kleine Pause im Arbeitsrhythmus angebracht scheint, dann halten wir das eben so. Uns treibt ja glücklicherweise niemand“, sagt Schulte 

Bauer aus Leidenschaft

Vieles verbindet den Bauern aus Leidenschaft, denn das ist der inzwischen 61-jährige Landmann, der mit seiner Frau Monika gemeinsam einen kleinen Bauernhof führt, zweifelsfrei, und seinen knallroten Mähdrescher. Der gehörte zu den wichtigsten Anschaffungen, die vor 30 Jahren noch von den Eltern des heutigen Hofbesitzers getätigt wurden und seitdem beim Ernteeinsatz unverzichtbar ist.

Gemeinsam älter geworden

Sie sind gemeinsam älter geworden, der Bauer und sein Arbeitsgerät, das während der meisten Zeit im Jahr im Geräteschuppen steht. Bauer Schulte hat noch eine Fläche von rund vier Hektar an Getreide „unter dem Pflug“. Inmitten von Grünland, um den Hofbereich von Dörscheln gelegen, bereichern Schultes Getreidefelder das Landschaftsbild. In diesem Jahr hat der Landwirt je ein Feld mit Hafer und Wintergerste bestellt und ein weiteres mit Triticale.

Arbeit kann an einem Nachmittag erledigt sein

Wenn es Tage gibt, an denen es nicht regnet und das Getreide somit die notwendige Trockenheit aufweist, muss der Bauer dies ausnutzen. Nur dann kann er mit seinem Mähdrescher in Aktion treten. In einem Arbeitsvorgang schneidet der Mähdrescher die Getreidehalme kurz über dem Boden ab und geschieht der Dreschvorgang in der Maschine, wobei das Korn und das sogenannte Häckselgut voneinander getrennt werden. Wenn alles nach Wunsch klappt, dann ist die Arbeit auf dem Feld an einem Nachmittag erledigt, kann das Korn auf dem bereitstehenden Erntewagen gesammelt und zum Nachtrocknen in die Scheune gefahren werden.

Nahrung für die eigenen Kühe und Rinder

Wenn im Getreidespeicher genügend Korn vorhanden ist, wird es auf den Erntewagen befördert.

Für die neun Milchkühe und noch einige Rinder beziehungsweise Kälber, die die wirtschaftliche Grundlage für den kleinen Bauernhof bilden, bedeutet das auf eigener Scholle geerntete Korn eine hochwertige – weil eiweiß- und nährstoffreiche – Nahrungsquelle als Ergänzung zu Silage und dem auch noch „nach alter Sitte“ getrockneten Heu, wie Bauer Schulte berichtet.

Reparatur in der eigenen Werkstatt

Aber heute klappt nicht alles nach Wunsch, die Transportkette am Mähdrescher reißt. Der Bauer muss mit dem Gerät in die hofeigene Werkstatt und die Reparatur durchführen. „Nur gut, dass wir hier eine funktionierende Hofgemeinschaft haben. Wenn Not am Mann ist, packen die Nachbarn Johannes, Karl-August und Fritz-Wilhelm mit an und helfen auch beim Einbringen der Ernte.“

"Nach uns ist Schluss mit der Landwirtschaft"

Wie lange das so weitergeht, das weiß der Bauer nicht zu sagen. Beide Söhne sind aus dem Haus, haben ihre eigenen Familien und einen Beruf. „Nach uns ist Schluss mit der Landwirtschaft“, weiß der Mann, „aber so lange es geht, machen wir weiter. Ein Lohnunternehmer von auswärts kommt mir zur Getreideernte ganz bestimmt nicht auf den Hof. Jedenfalls so lange nicht, wie mir der ,Fahr' noch treu bleibt.“

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